Ich habe hier gerade zwei Sonos Play:3 Boxen und einen Sonos Connect:AMP in der Wohnung stehen, die über die Wohnung verteilt gerade für einen ordentlichen Sound im Haus sorgen, ohne dass man groß Kabel verlegen müsste. Das Prinzip von Sonos ist in der Tat recht clever, ein Gerät oder alternativ auch die optionale kleine Sonos Bridge werden an das LAN angeschlossen, so dass sich das komplette System von einem NAS oder einer Dateifreigabe auf einem Rechner seine Musik holen kann. Die einzelnen Sonos-Geräte spannen dann untereinander ein zusätzliches Mesh-WLAN — das Sonos Net — auf so dass die Musik problemlos per WLAN-Funk übertragen werden kann, auch wenn das eigentliche WLAN des Routers ausgelastet ist. Was aber nur wenige wissen, ihr könnt das SonosNet dazu benutzen die Reichweite eures WLANs auszuweiten, so dass ordentliches WLAN überall dort zur Verfügung steht, wo auch eine Sonos-Box steht. Die Zugangsdaten zu diesem SonosNet-WLAN gibt das System nicht Preis, mit einem gerooteten Androiden lassen sie sich jedoch hervorkitzeln, so dass man das SonosNet mit seinem Notebook oder auch iOS-Geräten nutzen kann.
Ausgangsbasis für diesen “Hack” ist die Sonos-Android-App, sie bietet im Gegensatz zur iOS-Variante die Möglichkeit die Zugangsdaten zum WLAN in mit der App bestückten Androiden zu übertragen. Sonos begründet dieses “Android-Only-Feature” mit der Offenheit von Android: ”If Apple decides to open up iOS, we’d love to allow Apple devices to use SonosNet.” Schön zu hören dann offene Standard zu besseren Features führen, wissen wir eigentlich alle schon lange, durch nur viele Unternehmen meinen immer noch auf ihrer einsamen Insel am sichersten zu leben…
Zurück zum SonosNet, unter Android ist die Einrichtung sehr einfach. Öffnet einfach die Sonos-App, geht in die “Einstellungen” und öffnet dort die “Erweiterten Einstellungen”. Dort klickt ihr auf “Mit SonosNet” verbinden und klickt noch einmal auf den Button “Verbindung zulassen”. Sonos überträgt daraufhin automatisch die WLAN-Zugangsdaten zum SonosNet in die Netzwerkeinstellungen des Android-Systems, so dass ihr das WLAN der Sonos-Boxen umgehen nutzen könnt.
Anderen Geräten wie eurem Notebook oder einem iPhone/iPad bleibt nun allerdings der Weg ins SonosNet versperrt. Der Name des Netzwerks, dessen SSID nicht in die Welt herausgefunkt wird, ist zwar schnell aus den Netzwerkeinstellungen ausgelesen, aber es fehlt die WPA2-Passphrase, die sich nur mit extremen Aufwand knacken lässt.
SonosNet Passwort auslesen
Hier kommt nun euer gerootetes Android-Handy oder -Tablet ins Spiel. Die gesammelten WLAN-Zugangsdaten sind für Root kein großes Geheimnis. Sie stehen unverschlüsselt in der Datei /data/misc/wifi/wpa_supplicant.conf, normale Android-Apps kommen da nicht ran, Root-Applikationen können die Konfigurationsdatei allerdings problemlos öffnen.
Ich für meinen Teil benutze dafür gerne Solid Explorer, es tut aber auch jeder andere Dateimanager aus dem Android Play Store, der mit Root-Rechten umgehen kann. Navigiert mit ihm ins Stammverzeichnis und öffnet dort dann den Pfad /data/misc/wifi. Sucht hier schließlich die Datei wpa_supplicant.conf heraus und öffnet sie mit einem langen Fingerzeig in den SE Texteditor. Hier findet ihr jetzt die Zugangsdaten zum SonosNet im Klartext.
Mit den Daten bekommt ihr nun jedes andere Gerät ins SonosNet, es muss allerdings die Option unterstützen ein “verstecktes” WLAN aufzufinden, was heutzutage eigentlich aber kein Problem sein sollte. Ich habe hier mittlerweile mein Notebook im SonosNet, da mein WLAN-Router am anderen Ende der Wohnung steht, ist über das SonosNet der Datendurchsatz deutlich besser. Störungen bei der Musikwiedergabe der Sonos-Boxen konnte ich trotz ordnetlich Last durch mein Notebook bislang noch nicht feststellen.
//UPDATE: Caschy hat den Beitrag aufgegriffen und bei ihm hat ein Kommentator gefragt, warum man denn nicht einfach InstaWifi zum Auslesen der Zugangsdaten nimmt. Guter Punkt, warum nicht! Ich hatte schon früher mal InstaWifi probiert und mich damals geärgert, dass ich das Passwort zwar sehen konnte, aber nicht per Copy&Paste übernehmen. Das störte bei einem kurzen WLAN-Passwort nicht, beim ellenlangen SonosNet-Schlüssel war mir das Ablesen dann aber doch zu nervig. Wie dem auch sei, mit aktuellen Versionen der InstaWifi-App klappt auch das Kopieren des Schlüssels. Wenn ihr euch den Weg über den Dateimanager ersparen möchtet, dann bietet sie den einfacheren Weg.






6. Februar 2013 um 00:30 Uhr
Cool, das funktioniert. Gut, dass mein Freund sein S2 gerootet hat, so hab ich jetzt mit meinem iphone nen besseres Netz. Spitze! Danke für den Tipp. Maike.
6. Februar 2013 um 10:22 Uhr
Interessanter Artikel! Ich kämpfe schon seit einiger Zeit mit dem WLAN-Empfang in meiner neuen Wohnung mit Stahlbetonwänden. Da kommt mir dieser Tipp wie gerufen.
10. Februar 2013 um 22:41 Uhr
witzig, ich habe mir auch gerade zwei Sonos-Boxen und die Bridge (dachte, dass man die auf jeden Fall braucht) gekauft (Super System).
Weißt Du, ob sie Sonos-Software auch für Linux/Ubuntu geplant ist? Angeblich läuft sie unter Wine. Das habe ich bei mir aber leider nicht hinbekommen.
11. Februar 2013 um 00:50 Uhr
Die Software lief mal brauchbar mit Wine, mittlerweile gar nicht mehr
Ich nutze die Android-Apps auf Handy und Tablet, so funktioniert das imho ganz gut.
Grüße
Christoph
30. März 2013 um 21:44 Uhr
Kurze Frage: Muss beim Auslesen der Daten via InstaWifi das Gerät auch gerootet sein?
7. April 2013 um 18:26 Uhr
Ja, Root brauchst du auf jeden Fall. Grüße, Christoph.