Daten auf bzw. von Linux-Rechner(n) über ein Netzwerk zu transferieren geht ja auf tausenden von Wegen. FTP, Samba, NFS, WebDAV und was weiß ich sonst noch was. Ich persönlich mache das recht gerne via SCP bzw. SFTP, da ich nicht groß Freigaben einrichten muss. Ein SSH-Server ist schnell installiert und dank dem GVFS und Nautilus bzw. KIO-Slaves kann man vom Linux-Desktop bequem via SSH auf die Daten anderer Linux-Systeme zugreifen. Anders sieht es bei Windows aus. Zwar gibt es schon lange das bewährte Programm WinSCP, doch bislang kann man noch nicht transparent – also mit allen anderen Programmen des Systems – auf ein entferntes Dateisystem via SSH zugreifen.
Das kleine Programm Swish möchte das in Zukunft ändern. Mit Swish könnt Ihr direkt mit dem Windows-Explorer auf SSH-Server im LAN oder Internet zugreifen. Swish ist Open-Source, steht unter der CC-GNU GPL und gerade eben wurde die Version 0.4.0 veröffentlicht, mit der man schon halbwegs arbeiten kann.
Ihr könnt das Programm als .msi-Setup von der Homepage herunterladen und danach wie üblich installieren. Leider gibt es bislang nur eine 32-bit Version, 64-bit Support ist erst für die finale 1.0 geplant. Nach der Installation findet ihr ein “Netzwerklaufwerk” namens Swish im Explorer. Sobald Ihr dort reinklickt könnt Ihr über das Menü via “Extras -> Add FTP Connection” einen Server hinzufügen. Im folgenden Video habe ich das Vorgehen kurz festgehalten.
Das Programm funktioniert im Prinzip schon recht gut, doch solltet Ihr die Ansammlung an Bugs im Auge behalten. Swish warnt bspw. nicht wenn bestehende Dateien auf dem Server überschrieben werden und aktuell gibt es auch noch Probleme mit der Darstellung. Doch in naher Zukunft vereinfacht Swish mit Sicherheit die Arbeit von Sysadmins, die mit Windows-Kisten Linuxe verwalten müssen.
Musik: Ikebana, lizenziert unter CC-BY-NC-SA von StrangeZero

11. Juni 2010 um 19:11 Uhr
Schade, dass 64-Bit noch nicht unterstützt wird, genau für das hätte ich sie gebraucht
Aber ich werde die Software weiter verfolgen, danke für den Tipp!
12. Juni 2010 um 01:33 Uhr
Als Alternative gibt es noch WebDrive. Kostet leider Geld (~ 50,- EUR). Funktioniert aber eigentlich recht gut, auch wenn es manchmal etwas träge ist. Dafür kann es auch WebDAV und S3.
12. Juni 2010 um 02:11 Uhr
Eine andere Alternative wäre Dokam sshfs.
Da bin ich letzte Woche drauf gestoßen, als ich genau für diesen Zweck eine Wind**f-Software gesucht habe.
Das Programm ist auch kostenfrei und hängt Verzeichnisse über sshfs als Laufwerk in Windows ein.
Gruß
Stefan
12. Juni 2010 um 02:13 Uhr
Typischer iPhone-Typo
Das sollte Dokan heißen, nicht Dokam.
14. Juni 2010 um 13:30 Uhr
Sieht interessant aus. Ich probier das mal aus Neugier aus.
12. November 2010 um 12:12 Uhr
Neugier zieht den Menschen immer wieder…
11. Juli 2012 um 14:07 Uhr
Services for all of right now