Ende April wird die nächste Ubuntu-Version mit seiner neuen Unity-Shell freigegeben werden. Mit Sicherheit wird es einigen von euch unter den Fingernägeln brennen Unity selber einmal im Einsatz zu sehen, ohne jedoch gleich auf Natty umsteigen zu müssen. Von daher wird der eine oder andere sicherlich seine VirtualBox anwerfen, Ubuntu Natty in einer VM installieren… und dann herbe enttäuscht werden. Aktuell startet Unity nur wenn die 3D-Beschleunigung aktiviert wurde und auch die Gasterweiterungen “richtig” installiert wurden.
Bislang ist beim Starten von Ubuntu in einer VirtualBox meist gar nicht aufgefallen, dass das System etwas “anders” ist. Da in der virtuellen Maschine normalerweise keine 3D-Beschleunigung zur Verfügung steht, startet Ubuntu mit Metacity als Fenstermanager anstatt Compiz zu laden.
Wer wollte konnte von Hand die Beschleunigung aktivieren um auch in der VirtualBox Compiz laufen lassen zu können, doch im Alltag mit der VM war das normalerweise nicht nötig. Unity braucht nun im Normalfall zwingend Compiz. Startet man eine frisch installierte Natty-VM in VirtualBox und versucht sich einzuloggen, dann bekommt man die Meldung…
It seems that you do not have the hardware required to run Unity. Please choose Ubuntu Classic at the login screen and you will be using the traditional enviroment.
…präsentiert. Anstatt Unity wird dann die herkömmliche GNOME-Desktopumgebung mit Metacity geladen. Unity startet auch nicht, wenn man in den Einstellungen der VM die 3D-Beschleunigung aktiviert und die Gasterweiterungen von der “virtuellen CD” auf die herkömmliche Art und Weise über “VirtualBox -> Geräte -> Gasterweiterungen” installiert.
Ich hab jetzt nicht genau nachgeforscht was die von Oracle bereitgestellten VirtualBox-Gasterweiterungen gegen Natty haben, so dass Compiz nach wie vor nicht gestartet werden kann, doch die Lösung ist relativ trivial und fast auch komfortabler als das Gefrickel mit der virtuellen CD.
Installiert einfach die Gasterweiterungen über die Paketquellen von Ubuntu. Egal ob ihr vorher die Erweiterungen über den “üblichen” Weg installiert hattet oder eure VM noch jungfräulich ist. Installiert einfach…
$ sudo apt-get install virtualbox-ose-guest-utils
…das Paket
, fahrt die virtuelle Maschine herunter, aktiviert in den Einstellungen die 3D-Beschleunigung (Siehe Screenshot von oben) und startet die VM neu. Diesmal solltet ihr Unity in eurer VirtualBox startet können.
Ab und zu kann es auch passieren, dass GNOME nicht richtig gestartet wird. Man kann dass gut daran erkenne, dass der komplette Desktop einen “Windows 95″-Touch hat. Das Panel ist grau, die Icon sind recht farblos und bspw. Nautilus kommt komplett grau auf den Bildschirm.
Startet in diesem Fall ein Terminal und führt das Kommando…
$ killall -9 gnome-settings-daemon && gnome-settings-daemon && nautilus -q
…aus. Danach sollte automatisch das richtige Design geladen werden und das Problem behoben sein. Es kann gut sein, dass man dies auch mal in einer laufenden Sitzung wiederholen muss.
(Via Chris Blunt)





15. April 2011 um 15:27 Uhr
Auf welche Version von VB bezieht sich dein Artikel oder gilt der für alle?
Ich frage weil ich die Tage irgendwo gelesen habe, dass Unity ab VirtualBox 4 mit installierten Gasterweiterungen problemlos laufen soll.
15. April 2011 um 16:34 Uhr
Ich habe hier Natty als Host zusammen mit VirtualBox 4.0.4 (über die VirtualBox Quellen installiert) und eben Natty als Gast. Wie gesagt, es läuft problemlos, allerdings nur wenn du die Gasterweiterungen aus den Quellen von Ubuntu installierst und nicht die nimmst, die dir VirtualBox über seine virtuelle CD anbietet.
15. April 2011 um 19:11 Uhr
Danke für die Antwort. Ich nutze auch diese closed source Version, da ich USB in der VM brauche.
16. April 2011 um 00:18 Uhr
Zumindest USB 1.0 funktioniert auch mit der Open Source Variante.
15. April 2011 um 15:58 Uhr
also ich hab die VB 4.0.4 und damit funktionierts nicht wirklich. Sobald ich 3D aktiviere, dann hab ich nach dem hochfahren nur den Hintergrund und kann auch nichts machen. Kann zwar Orner anlegen oder ähnliches, was das Kontextmenü hergibt, aber alles andere funktioniert nicht und die ganze Zeit ackert sich die Festplatte halb tot.
15. April 2011 um 16:34 Uhr
Hm, was für ein System hast du denn?
15. April 2011 um 16:42 Uhr
Host: 10.10 64Bit
Gast: 11.04, Beta2, 64Bit
15. April 2011 um 16:49 Uhr
Was für eine Grafikkarte hast du denn im Einsatz? Bei mir läuft eine Intel.
15. April 2011 um 17:13 Uhr
Bei mir ist es eine nvidia
16. April 2011 um 09:15 Uhr
Das geht mir genauso: Mit aktivierter 3D-Beschleunigung, aktueller VB aus der PPA auf 64-bit-System und aktueller Gasterweiterung kommt bei mir nur der Hintergrund ohne Launcher, „Panel“ oder ähnlichem… Grafikkarte ist embedded in Intel core i5 M-450.
17. April 2011 um 02:16 Uhr
hat sich, zumindest was das Testen in der VB angeht, bei mir erledigt. Hab 11.04 jetzt auf einer getrennten Festplatte installiert, so kann ich wenigstens auch gleich testen wie sich die Sandy-Bridge-Unterstützung gemacht hat, insbesondere im Dual-Monitorbetrieb. Also nvidia raus und onboard getestet -> Zwei Monitore funktionieren wunderbar, auch ohne proprietäre Treiber, perfekt
Einzige was mich stört, dass die Unity-Leiste so starr da links sitzt, kennt da jemand eine Möglichkeit die Leiste bspw. auf die rechte Seite zu schieben? Über das Compizplugin hab ich da nichts gefunden…Oder hat sonst schon mal Unity im Dualmonitorbetrieb getestet ? Vorzugsweise mit Intel H67 ?
15. April 2011 um 16:02 Uhr
Dazu passend ist gerade ein Artikel auf Phoronix erschienen:
http://www.phoronix.com/scan.php?page=news_item&px=OTMzMw
Klingt aber ziemlich übel.
15. April 2011 um 16:23 Uhr
@rainer:
Danke für die Info!
15. April 2011 um 16:47 Uhr
Heißt das, dass möglicherweise auch Gnome3 in der Virtualbox funktionieren könnte? …Würde das nämlich ebenfalls gerne einmal ausprobieren… Scheitert nur eben an der benötigten 3D-Beschleunigung…
15. April 2011 um 16:49 Uhr
Sehe keinen Grund der dagegen sprechen würde. Ich habe sogar schon TuxRacer oder Windows-Spiele in der VirtualBox laufen lassen. Probiere es einfach mal aus.
15. April 2011 um 16:55 Uhr
@rainer: Das mit dem leeren Hintergrund ist bei mir auch, nach einer weile (so 2 – 3 min kommt dann eine fehlermeldung das Compiz nicht gestartet werden konnte und dann wird Unity doch gestartet.
Tipp: Gast-Ubuntu nicht runterfahren, sondern die Session speichern.
15. April 2011 um 19:09 Uhr
Alternative: Natty auf USB-Stick installieren (mit dem Startmedienersteller), davon booten, proprietären Grafiktreiber installieren und dann mit Alt+Druck+K den X-Server neustarten.
16. April 2011 um 16:19 Uhr
Für was den proprietären Grafiktreiber? Zumindest bei den meisten AMD/ATI GPUs und natürlich bei Intel benötigt man den nicht sondern nur bei Nvidia GPUs und einigen neueren Radeon HD6xxx GPUs von AMD
Ich habe es auf einem Laptop mit Radeon HD2700 und auf einem mit GMA 4500MHD getestet und dann noch auf einem Desktop PC mit GeForece 7300GS nur der PC benötigte den Driver.
16. April 2011 um 17:44 Uhr
Der freie Nouveau-Treiber kann aber kein 3D für meine GT 240, daher brauche ich den proprietären Treiber, der aber auch super läuft.
Für meine Vorgänger-ATI-Karte gab es gar keinen proprietären Treiber, da zu alt. Und den freien radeon-Treiber konnte man in die Tonne kloppen, wenn gleichzeitig KMS aktiviert war. Bei Intel funzt der freie Treiber natürlich, den entwickelt Intel ja auch selber. Bei AMD und nVidia habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass man auf den proprietären Treiber angewiesen ist, wenn man anständige Leistung, Energiesparfunktionen und Lüftersteuerung (ok, wär egal, da meine passiv gekühlt wird) will.
15. April 2011 um 21:36 Uhr
Ich habe es als Live System von einem USB Stick getestet, es ist erinnert mich etwas an die Gnome Shell aus Gnome 3.0 jedoch ist sowohl Unity als auch die Gnome Shell noch nicht wirklich fertig (es fehlt mir noch einiges) so das ich wohl vorerst bei Gnome 2.32 bleiben werde.
Pingback: Unity aus Ubuntu 11.04 erklärt: Part 1, der Einstieg… | Linux und Ich
29. April 2011 um 09:43 Uhr
Meine NattyVM stürzt immer kurz nach der Anmeldung ab.
Im Log steht als letztes:
OpenGL Warning: FBO status(0x8cdd) isn’t complete
Mein Host ist Windows 7 und meine Graka ist ne interne.
”Intel 4 Series Internal Chipset”
Hat jemand ne Ahnung, wie man das lösen kann?
29. April 2011 um 14:12 Uhr
Dazu finde ich ich Netz leider gar nichts. Hast du mal an den Reglern für virtuellen Speicher und/oder Grafikspeicher gespielt. Vielleicht braucht es ein bisschen mehr oder weniger virtuellen Ram.
3. Mai 2011 um 08:55 Uhr
Hab den Grafikspeicher auf die maximalen 128 MB eingestellt und im Hauptspeicher bis 2 GB ausprobiert. Habe auch den zweiten Monitor ausgeschaltet.
Ich dachte es wär vielleicht ein Treiberproblem.
Habe für den Chipsatz unter Windows 7 den
Intel(R) Graphics Media Accelerator Driver
in Version 8.15.10.1872.
Das Windows meldet natürlich der Treiber sei der aktuellste. Es laufen nicht mal die WebGL Demos damit. Ich bin aber nicht so fit und weiß nicht welchen Treiber ich nutzen könnte, der vielleicht ein wenig mehr hermacht.
7. Mai 2011 um 01:42 Uhr
Dein Intel(R) Graphics Media Treiber ist veraltet. Hatte dasselbe Problem. Bei Intel den neuesten Treiber fuer Windows herunterladen (8.15.10.2302) dann sollte es funktionieren. Viel Gluck!
16. Juni 2011 um 15:05 Uhr
Mal ganz abgesehen von den fetten Geschwindigkeitseinbußen:
Was ist mit dem “nahtlosen Modus” von VirtualBox?
Wenn das nicht geht, steig ich endgültig auf eine Distribution ohne so einen verf…. Windowmanager um..
16. Juni 2011 um 15:19 Uhr
Was soll mit dem Modus sein? Scheint zu funktionieren…
http://twitpic.com/5cbqbe
http://twitpic.com/5cbqw6
16. Juni 2011 um 15:54 Uhr
@Markus:
Ubuntu hat Firefox als Standardbrowser. Ich mag lieber Chromium, also steig ich auf eine andere Distribution mit einem anständigen Browser um. *ironie off*
Du wirst wahrscheinlich keine Distribution finden, die genau die Programme vorinstalliert hat die du willst. Du wirst immer die Programme installieren müssen, die du willst, und die runterschmeißen müssen, die du nicht willst. Und das klappt bei Linux ja recht gut, diese Flexibilität wird ja immer hoch gelobt.
Also wenn du Compiz nicht magst, dann nimmt halt Metacity, KWin, Openbox und wie sie alle heißen. Kein Grund gleich eine neue Distribution zu installieren. Was anderes wäre, wenn du irgendeine tiefgreifende Systemkomponente ändern willst (z.B systemd statt Upstart). Dann kann man wirklich über einen Distributionswechsel nachdenken.
25. Juni 2011 um 19:45 Uhr
Danke, dachte schon das ich was falsch gemacht habe bei der Installation vom ubuntu. Geht super!
Lg
Kai
27. Juni 2011 um 22:54 Uhr
Danke für die Tipps!
Hat super geklappt mit dem Macbook als Host
Danke!
24. Juli 2011 um 09:22 Uhr
Klappt einfach nicht (Host Win 7 64 Bit, Gast Ubuntu 11.04 64 Bit). Hab alles neu gemacht, Gasterweiterungen installiert, Neustart, deiner Beschreibung gefolgt, Neustart, schwarzer Bildschirm, Anmeldemelodie erscheint alles bleibt schwarz, kann nicht mal umschalten auf Terminal.
Nun hab ich eine neue VB angelegt. Und hab die VB-Gasterweiterungen erst einmal weggelassen. Wollte dann dein Paket installieren: “E: Paket virtualbox-ose-guest-utils kann nicht gefunden werden”. Verbindung steht. Mehrmals probiert.
Jeman eine Idee?
25. Juli 2011 um 08:26 Uhr
Das Paket sollte es schon geben… http://packages.ubuntu.com/natty/virtualbox-ose-guest-utils Kann es sein, dass bei dir die Universe-Quellen nicht aktiviert sind?
25. Juli 2011 um 22:25 Uhr
Hallo Danke. Das war wohl nur ein vorrübergehender Fehler.
Hab jetzt endlich die Lösung gefunden:
Wenn es mit der (Ati) Grafikhardware nicht geht (zu langsame Ati Karten bzw. die entsprechenden Treiber nicht kompatibel für Virtualisierung), dann muss Unity 2D installiert werden. http://digitizor.com/2011/04/25/install-unity-2d-ubuntu-11-04
Jetzt hab ich Unity endlich. Find ich aber so total unausgereift, dass ich nach tagelangem Rumprobieren, um Unity zum Laufen zu bringen, nun doch erst mal wieder zu Gnome wechsel