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Final Term bringt zahlreiche neue Ideen in das alte Thema Terminal-Emulator

| 6 Kommentare

Das gute alte Terminal: Für Linux-Einsteiger ist das Terminal immer wieder eine Krux — obwohl man es eigentlich gar nicht benutzen müsste, für so gut wie alles gibt es eine GUI-Weg. Linux-Power-User können jedoch kaum auf ein Terminal-Fensterchen verzichten. Wer im Terminal zurecht kommt, ist bei Vielem einfach deutlich schneller, als beim Klicken durch Fenster. Was ich aber nicht gedacht hätte ist,  dass man am Terminal-Emulator selber noch viel verbessern kann. Schaut euch daher mal Final Term genauer an, die Entwickler gehen mit viel Elan und vielen neuen Ideen an das Thema Terminal-Emulator heran.

Final Term arbeitet etwa kontextsensitiv: Werden Dateinamen, PIDs, URLs oder IP-Adressen ausgegeben, dann zeigt Final Term entsprechende Menüs an, so dass man mit diesem Ausgaben gleich weiterarbeiten kann. Schick ist auch die Ergänzung von Kommandos aus dem Verlauf. Alte Einträge werden automatisch ergänzt und man kann über ein Menü die letzten ähnlichen Kommandos raussuchen. Auch eine tolle Idee ist die Auswertung von “ASCII-Art-Scrollbars” wie etwa die von wget. Das Terminal zieht den Fortschrittbalken direkt in die Statuszeile des Programms.

Final Term mach Einiges anders als andere Terminal-Emulatoren.

Die Einstellungsmöglichkeiten sind noch ziemlich dünn.

Zudem lassen sich Key-Bindungs ganz leicht per Textdatei ändern, ein Eintrag wie L = RUN_SHELL_COMMAND “ls -lh” reicht um das entsprechene Kommando mit STRG+L aufzurufen. Habt ihr mal an einem aktuellen Mac gesessen und dort das Terminal bedient? Langezeilige Ausgaben werden dort neu umgebrochen, wenn man das Terminalfenster in seiner Breite ändert. Genau das macht auch Final Term. Oh, und ganz praktisch ist auch das Einklappen von Befehlen und Ausgaben, wie bei einer IDE oder einem ordentliche Code-Editor.

Auto-Ergänzung wird als kleines Overlay angezeigt.

Fortschrittsbalken in Ncurses-Dialogen werden in die Anwendung geholt.

Unter Ubuntu und Arch Linux lässt sich Final Term sehr einfach installieren. Auf Launchpad gibt es bereits ein entsprechendes Final-Term-PPA, das ihr bei euch einbinden könnt. Wer Arch Linux auf seinem Rechner hat, kann Final Term ebenfalls sehr einfach aufspielen, das Paket gibt es bereits im AUR. Ansonsten muss man sich das Programm selber bauen, den Quellcode und Hinweise findet ihr dazu auf GitHub.

$ sudo add-apt-repository ppa:finalterm/daily
$ sudo apt-get update && sudo apt-get install finalterm

Ein kleiner Hinweis am Ende: Noch ist Final Term mächtig in Entwicklung. Auf der Homepage wird darauf auch hingewiesen. Die Warnung sollte auch ernst genommen werden. Ich konnte einige Abstürze und auch noch einige Fehler feststellen. Wer keine Lust auf Basteleien hat, sollte also lieber mal in einem Monat vorbeischauen. Bis dahin könnte ihr ja auch mal die kleine Umfrage der Entwickler ausfüllen.

Autor: Christoph Langner

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

6 Kommentare

  1. Also ich finde finalterm echt eine schicke Entwicklung, die Lust auf mehr macht. Leider ist das ganze aktuell noch sehr unstable – aber ich denke, das gibt sich mit der Zeit.
    Jedenfalls gibt es von meiner Seite ein ganz dickes Lob an die lieben Entwickler – gute Arbeit! :)

  2. Sehr nice! Im Moment läuft mein Linux “leider” einwandfrei und ich muss eigentlich nie irgendwas über die Konsole machen (von dmenu mal abgesehen), daher brauche ich das Terminal außer in der Framebuffer-Console eigentlich nicht.
    Werde aber mal die Umfrage ausfüllen und das Ganze beobachten! Danke für den Tipp.

  3. Ha, wollte gerade nach einigen Features fragen, aber die wurden in der Umfrage ja als noch nicht präsent beschrieben. Wirklich coole Entwicklung und auch wenn sicher viele hardcore sysadmins diesen interaktiven GUI Kram sicher nicht gerne sehen, ich find’s toll.

  4. Nett. Vielleicht möchtest du auch einen Artikel zum suckless terminal (st) schreiben, quasi als krassen Gegensatz. :)

  5. Sehr schickes Terminal, leider noch sehr unstable und etwas laggy.
    Ubuntu 12.10 xfce.

  6. Macht ja nichts, wenn es laggy und buggy ist. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung und wenn das Projekt weiterhin mit Elan verfolgt wird, dann wird es ja auch noch besser ;-) Ich warte ab und lass mich überraschen. Wird sicherlich sehr hilfreich sein.

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