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rss2email, der Exot unter den potentiellen Nachfolgern des Google-Readers

rss2email, der Exot unter den potentiellen Nachfolgern des Google-Readers

| 7 Kommentare

Aktuell bin ich auf der Suche nach einem Nachfolger des Google Reader, der ja — wie vermutlich schon die meisten User des webbasierten RSS-Readers gelesen haben werden — seinen Dienst im Juni dieses Jahres einstellen wird. In der Open-Source-Welt gibt es mit Tiny Tiny RSS und selfoss zwei Alternativen, zu denen ich in den kommenden Tagen auch noch etwas schreiben werde, aber aktuell hat mir ein Beitrag bei One Thing Well wieder rss2email in Erinnerung gebracht. In Anbetracht des Google-Reader-Endes ist das kleine Tool vielleicht gar nicht so eine schlechte Idee, eure Feeds lässt ihr mit dem simplen Skript per Mail zustellen.

Rss2email ist ein kleines Programm für die Kommando-Zeile unter Linux und auch MacOS X, das RSS-Feeds ausliest und die Inhalte dann per Mail verschickt. Um das Programm also sinnvoll benutzen zu können braucht ihr daher einen Rechner, der prinzipiell durchläuft — also zum Beispiel einen Root- bzw. V-Server bei einem Webhoster oder natürlich auch einen kleinen Raspberry-Pi zuhause — und einen E-Mail-Account, der die Mail-Flut aufnehmen kann.

Über rss2email zugestellte Feeds in Gmail.

Die Installation von rss2email ist unter Debian- und Ubuntu-Systemen super simpel, da ihr das Programm aus den Paketquellen installieren könnt. Richtet danach die E-Mail-Adresse, an die rss2email seine Mails schicken soll, und einen ersten Feed ein. Abschließend schmeißt ihr rss2email mit dem “run” Parameter an, danach sollten in eurem Mail-Client die ersten Emails eintrudeln.

$ sudo apt-get install rss2email
$ r2e new max.mustermann@example.com
$ r2e add http://linuxundich.de/de/feed/atom
$ r2e run

Auch weiterhin ist rss2email sehr einfach aufgebaut: Per Befehl steuert ihr was das Tool machen soll. Ihr könnt euch mit “help” den vollständigen Befehlssatz ausgeben lassen. Interessant ist noch die Option “no-send” über die ihr rss2email ausführen könnt, ohne dass die Mails verschickt werden. So vermeidet ihr eine wahre Mail-Sintflut, wenn ihr einen Stapel neue Feed eingefügt habt. Und selbstverständlich lässt sich die hinterlegte E-Mail-Adresse auch wieder ändern.

$ r2e help
rss2email: get RSS feeds emailed to you

http://rss2email.infogami.com

Usage:
  new [emailaddress] (create new feedfile)
  email newemailaddress (update default email)
  run [--no-send] [num]
  add feedurl [emailaddress]
  list
  delete n

Zusätzliche würde ich persönlich noch die Konfigurationsdatei ~/.rss2email/config.py anlegen und dort einstellen, dass rss2email HTML-Mails verschickt und das Datum des Beitrags als Absendedatum der Mail übernimmt. Ich bin zwar kein großer Freund von HTML-Mails, aber so habt ihr den Beitrag komplett inklusive der Bilder in eurem “neuen” News-Reader.

$ cat  ~/.rss2email/config.py
HTML_MAIL = 1
DATE_HEADER = 1

Damit das ganze dann automatisiert wird, braucht es noch einen Cronjob, den ihr zum Beispiel für euren Benutzer selber einrichtet, das Beispiel hier würde rss2email alle fünf Minuten auf die Pirsch nach neuen Feeds gehen lassen. Für weitere Infos zu Cron verweise ich auf das Ubuntuusers-Wiki, dort ist der Dienst eigentlich sehr gut beschrieben.

$ crontab -e
...
*/5 * * * * r2e run > /dev/null

Vielleicht noch ein paar praktische Tipps am Ende. Natürlich macht es nur Sinn, wenn ihr eure RSS-Mails an einen IMAP-fähigen Mail-Account schicken lasst, nur so seid ihr überall auf dem selben Stand, egal welchen Mailer ihr verwendet. Ich für meinen Teil schicke die Mails vie mein.google+rss2email@gmail.com an meinen Gmail-Account. Durch den Zusatz “+rss2email” wird die Zustellung nicht beeinträchtigt, das Ausfiltern der Mails wird jedoch deutlich leichter.

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

7 Kommentare

  1. Hallo.

    ich habe schon länger Tiny-RSS im Einsatz und bin voll zufrieden. Dank der zugehörigen APP für Android (Tablet oder Phone) ist das für mich genau das Richtige.

    Gruss,
    Andreas

  2. Ich werde vermutlich auch auf Tiny Tiny RSS umsteigen. Mails halte ich nicht für eine gute Idee, wobei ich es mir doch vorstellen könnte.

    Trotzdem hab ich lieber einen richtigen Reader der auch Kategorien beherscht ect.

  3. ich teste momentant selfoss aus.
    tiny tiny rss scheidet aus, weil es nicht mit lighttpd/sqlite läuft. und mysql will ich auf meinem pogoplug dann doch eher nicht.

    rss2mail ist eine interessante idee. stell ich mir aber weniger praktibal vor. um das sauberer zu trennen von mails würde ich wohl eine eigene mailadresse dafür einrichten bzw auf dem server lassen und dort ein mailclient laufen lassen. ich bin noch frohen mutes, dass aus selfoss noch was richtig gutes wird jetz mit der neuen entwicklerkraft dank dem ende des greaders

    kennt jemand eine weitere open source software, die nicht auf php basiert sondern z.b. in c geschrieben wurde?

  4. guter hinnweiß .. ich verwende dies schon seit längerem und es gefällt mir sehr gut ;)

  5. Eine gute Alternative scheint RSSly.de zu sein. Dort kann man Tiny Tiny RSS bekommen ohne es selbst hosten zu müssen!
    Das UI überzeugt mich – es ist übersichtlich…

  6. Danke für den Tip.

    Als Alternative wäre noch “feed2imap” zu erwähnen, welches bei mir seit einigen Jahren genutzt wird.

    Gruß

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