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Skype auf 64-Bit Ubuntus und anderen Linuxen: Theme optimieren und Knackser aus dem Sound verbannen

| 7 Kommentare

Wer Skype auf einem 64-bittigem Linux-System installiert, der muss sich zum Glück nicht mehr ganz so sehr herumplagen. Inzwischen bietet Skype Pakete an, die sich auch auf einem 64-Bit-Linux ohne Probleme installieren lassen. Doch Skype ist nach wie vor stets eine 32-Bit-Anwendung. Im Alltag merkt man das meist nicht, doch wer genauer hinschaut, sieht im wahrsten Sinne des Wortes den Unterschied. Als 32-Bit-Anwendung braucht Skype auch die 32-Bit-Version der aktuell aktiven GTK-Theme-Engine. Diese muss man auf den meisten Systemen immer noch von Hand nachinstallieren.

Neben der nicht ganz perfekt angepassten Optik, plagen Skype-User auch oft Krächzer und Aussetzer im Ton der Anwendung. Man merkt das schon beim Start von Skype. Der Skype-Sound zum Start des Programms erklingt verzerrt und zerhackt. Doch auch dieses Problem lässt sich relativ einfach lösen, man muss nur Pulseaudio ein wenig auf die Sprünge helfen. Doch erst einmal zur verbesserungswürdigen Optik von Skype auf 64-Bit Linuxen.

32-Bit GTK-Theme-Engine installieren

Skype unter einem 64-Bit Linux ohne die entsprechende 32-Bit-Theme-Engine.

Skype passt sich nun auch unter einem 64-Bit Linux dem Desktop-Theme an.

Was ist zu tun? Auf einem aktuellen Ubuntu-System lässt sich die die von Ubuntu genutzte GTK-Theme-Engine sehr einfach über die Paketverwaltung installieren. Dank Multi-Arch-Support sind dafür keine großen Klimmzüge mehr nötig. Das Standard-Theme von Ubuntu braucht die Murrine-Engine. Nutzt ihr andere Themes kommt oft Pixbuf zum Einsatz, alternativ stecken in der Paketverwaltung noch diverse andere GTK-Engines, sucht euch bitte die von eurem GTK-Theme genutzt Engine heraus.

$ sudo apt-get install gtk2-engines-murrine:i386

# Für Ubuntu 12.04 und 12.10 braucht es noch...
$ sudo apt-get install ia32-libs

# Nur bei Themes nötig, die auf Pixbuf aufsetzen...
$ sudo apt-get install gtk2-engines-pixbuf:i386

# Alternativ gibt es auch 32-Bit Engines für andere Themes...
$ apt-cache search gtk2-engines
gtk2-engines
gtk2-engines-aurora
gtk2-engines-blueheart
gtk2-engines-cleanice
gtk2-engines-equinox
gtk2-engines-magicchicken
gtk2-engines-moblin
gtk2-engines-murrine
gtk2-engines-nodoka
gtk2-engines-oxygen
gtk2-engines-pixbuf
gtk2-engines-qtcurve
gtk2-engines-udeb
gtk2-engines-wonderland
gtk2-engines-xfce

Unter Arch Linux ist das Vorgehen nicht viel anders, wieder gilt es die entsprechende Engine zu installieren. Bei meinem Arch hier mit GNOME3 und dem Standardtheme muss ich ebenfalls wieder die 32-Bit Version der Murrine-Engine installieren, ihr findet sie mit dem Paket lib32-gtk-engine-murrine im AUR von Arch. Zudem gibt es auch bei Arch wieder diverse alternative Engines, die bei anderen Themes benötigt werden. Sucht euch bitte die bei eurem System nötige Engine raus, nutzt ihr das Default-Theme von GNOME, dann könnt ihr euch das wie gesagt ersparen.

$ pacaur -S lib32-gtk-engine-murrine

# Alternativ gibt es auch 32-Bit Engines für andere Themes...
$ pacaur -Ss lib32-gtk-engine | grep aur
aur/lib32-gtk-engine-equinox 1.50-1 (17)
aur/lib32-gtk-engine-murrine 0.98.2-1 (98)
aur/lib32-gtk-engine-murrine-git 20110508-1 (2)
aur/lib32-gtk-engine-nodoka 0.7.5-1 (1)
aur/lib32-gtk-engines 2.21.0-2 (199)

Zerhackten Sound beseitigen

Den oft bei Skype gestörten Sound merkt man schon beim Starten der Anwendung. Gleich beim öffnen des Splashscreens ertönt ein Sound, der zumindest auf meinen Systemen immer zerhackt und verzerrt klingt. Im folgenden habe ich den Sound hier mal als OGG-Audio aufgenommen und im Blog eingebunden, so hört ihr was ich meine. Den relevanten Part hört ihr ganz am Anfang, in dieser Aufnahme kommt der zerhackte Sound gar nicht mal ganz so übel rüber.

Schuld daran ist Pulseaudio und die veraltete Interrupt-getriebene Audioausgabe, so schreiben es die Wikis von Arch Linux und den Ubuntuusers — und sie haben Recht damit! Allerdings beherrscht Pulseaudio inzwischen auch eine timer-basierte Audioausgabe die das Problem löst. Allerdings muss man diese erst von Hand aktivieren.

Dazu öffnet ihr die Datei Konfigurationsdatei von Pulseaudio /etc/pulse/default.pa mit Root-Rechten in eurem Lieblingseditor und fügt in der Zeile “load-module module-udev-detect”  noch den Parameter “tsched=0″ an das Ende an und speichert das Ganze gleich wieder ab. Bei euch sollte der entsprechende Abschnitt so aussehen.

### Automatically load driver modules depending on the hardware available
...
load-module module-udev-detect tsched=0
#load-module module-udev-detect
...

Nach erfolgter Änderung der Konfigurationsdatei müsst ihr Pulseaudio beenden und wieder neu starten. Dazu benutzt ihr einfach das Kommando “pulseaudio -k”. Bei mir wird Pulseaudio unter Arch Linux nach einem kurzen Moment automatisch neu geladen. Es kann aber auch sein, dass ihr PA noch einmal selber neu laden müsst. Das dafür nötige Kommando findet ihr im nachfolgenden Abschnitt.

$ pulseaudio -k
# Sollte Pulseaudio nicht automatisch neu starten...
$ pulseaudio -D

Startet nun abschließend bitte auch am besten Skype noch einmal neu. Schon beim ersten Neustart des Programms solltet ihr merken, dass der Sound der Anwendung nun ohne Zerhacker aus den Boxen kommt.

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

7 Kommentare

  1. Ich finde es immer wieder interessant, dass Du genau zu dem Zeitpunkt über Themen schreibst, wenn sie auch auf webupd8.org thematisiert werden. Zufall?

    • Tach Peter, keine Sorge, ich kenne Andrew und wir tauschen uns auch ab und an aus. Gewisse Themen gehen halt in der Blogosphäre immer mal wieder um und auch wenn ein anderer ein Thema “als Erster” gebracht hat, schreibt ein Zweiter nicht unbedingt ab. Auch Andrew schaut ab und an bei mir vorbei… Darf er und andere auch und ich habe kein Problem damit. Gute Information gehören geteilt, damit sie sich so weit wie möglich verbreiten.

      Seine Erkenntnisse findet man zum Beispiel bereits im Arch-Wiki unter https://wiki.archlinux.de/title/Skype#Skype_verwendet_das_GTK.2B-Theme_nicht.2C_obwohl_andere_Qt-Anwendungen_es_tun und dieser Eintrag steht bei mir auch schon länger auf der ToDo-Liste. Sein Artikel war nur der Anlass meinen mal endlich wieder aus den Entwürfen auszugraben… Da stehen noch 200 weitere angebrochene Artikel drinnen.

      Grüße, Christoph

      • Mir wäre sogar egal wenn hier ganze Textpassagen von anderen Webseiten übernommen würden, wegen mir auch auf englisch. Wichtig finde ich dass ich am Ende etwas neues mitnehme, wie dem verhindern des Rauschens durch Pulseaudio. Insbesondere Skype-relevante Verbesserungen sind für mich sehr hilfreich, da meine Frau sich seit längerer Zeit im Ausland aufhält und ich alles dankbar annehme, was den wenigen Kontakt reibungsloser gestaltet! Mal davon abgesehen, dass genügend andere Themen dieser Seite nicht auf Webupd8 behandelt wurden.

  2. Leider hat bei mir (ArchLinux/x86_64) Skype die Mikrofonverstärkung in ALSA immer auf 100 % gedreht, was bei meinem Headset in einem totalen Rauschen resultierte. Wenn ich es manuell wieder herunter geregelt habe, hat Skype sie spätestens 5 Sekunden später wieder hochgedreht; deshalb nutze ich Skype nurnoch über Android (Tablet oder manchmal auch Handy), oder aber am MacBook.

    Vielleicht sollte ich es mal mit Pulseaudio versuchen… (Habe keine Desktopumgebung installiert die das automatisch mitinstalliert hätte)

  3. dieser Artikel ist sehr interessant aber eigentlich schlage ich mich schon länger mit einer anderen Frage rum und hoffe es wird mir nicht übel genommen wenn ich diese Frage hier mal kurz in den Raum stelle. Und zwar Frage ich mich wie man unter Linux die Skypeinstalation so konfigurieren kann, dass Skype beim Systemneustart automatisch startet, oder geht das generell nicht? Bei Skype unter Windows konnte man das mit einem Hacken bei den Optionen einstellen. Vielleicht kann mir hier jemand einen Tipp geben?

    • Für den Autostart einer Anwendung zeichnet unter Linux nicht das Programm, sondern die Desktopumgeung verantwortlich. Daher die Frage: Welche kommt denn bei dir zum Einsatz? Grüße, Christoph.

  4. Hallo Christoph,

    leider führt die Pulsaudio Konfigurationsänderung unter Ubuntu 14.04 bei mir zu einem Zeitversatz von Bild und Ton im Zusammenhang mit MagineTV.
    Hat noch jemand so etwas beobachten können?

    Grüße Ren

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