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Total Commander für Linux gesucht? Wie wäre es mit dem Sunflower Dateimanager!

| 17 Kommentare

Gut Ding will Weile haben, manchmal sogar auch ein paar Weilchen mehr. Dies gilt nicht nur für guten Wein, sondern auch für gute Dateimanager. Weil der Nautilus- bzw. inzwischen Files-Dateimanager aus Gnome immer weiter Funktionen abbaut, kann man sich in der freien Software-Welt einmal nach Alternativen umsehen. Thunar aus der XFCE-Desktopumgebung macht auf jeden Fall schon einmal keine so schlechte Figur, für Norton-Commander-Fans gibt es mit dem Sunflower-File-Manager jedoch eine weitere interessante Alternative. Ich hatte mir Sunflower schon einmal 2011 angesehen, inzwischen lohnt sich ein zweiter Blick auf die Total-Commander-Variation für Linux.

Im Vergleich zum alten Beitrag zu Sunflower von vor knapp drei Jahren, hat sich bezüglich der Installation von Sunflower nur wenig geändert. Nach wie vor hat es der Dateimanager nicht in die Paketquellen der großen Distributionen geschafft, allerdings gibt es inzwischen eine offizielle PPA-Paketquelle für Ubuntu und auch im Arch-Linux-AUR ist das Programm nach wie vor zu finden. Unter Arch würde ich mit vte und mutagen gleich zwei Abhängigkeiten mitinstallieren, so dass sich sämtliche Funktionen der Anwendung nutzen lassen unter Ubuntu sollte die Installation die Abhängigkeiten eigentlich automatisch mitziehen.

Sunflower unter Arch installieren

$ pacaur -S sunflower vte mutagen

Sunflower unter Ubuntu installieren

$ sudo add-apt-repository ppa:atareao/sunflower
$ sudo apt-get update && sudo apt-get install sunflower

Nach der Installation findet ihr den Sunflower-Dateimanager wie gewohnt unter euren installierten Anwendungen. Startet ihr das Programm, empfängt euch Sunflower mit einer vom Norton Commander und seinen Commander-Clonen wie Midnight Commander, Gnome Commander oder Total Commander zweigeteilten Ansicht. Im Gegensatz zum Vorbild, kann man jedoch nicht nur mit den zwei Panels arbeiten, sondern auch noch Tabs öffnen. Die Tabs lassen sich beliebig anordnen und auch zwischen den beiden Ansichten verschieben.

Sunflower ist eine Alternative für Linuxer, die den Total Commander vermissen.

In den zwei Panelen lassen sich auch Terminalfenster mit dem aktuellen Verzeichnis öffnen.

Praktisch ist auch, dass sich Dateien per Rechtsklick für Dateioperationen wie Kopieren, Verschieben oder Löschen auswählen lassen, das bin ich etwa vom Total Commander oder auch schon vom Norton Commander so gewohnt. Allerdings muss man die Funktion erst über Bearbeiten -> Einstellungen -> Dateiliste -> Bedienung und der Option Rechtsklick markiert Eintrag aktivieren. Dadurch wird aber auch das Kontextmenü der rechten Maustaste beeinflusst, dieses erscheint nun erst wenn man ein wenig länger auf der Maustaste bleibt. Wie beim Total Commander lassen sich auch Verzeichnisinhalte miteinander vergleichen und fehlende Dateien schnell von einer Seite zur Anderen schieben — allerdings bietet der Total Commander doch ein paar Vergleichsmöglichkeiten mehr an.

Wie schon beim ersten Beitrag lässt sich auch heute noch ein Terminalfenster in den Tabs öffnen, dazu tippt ihr entweder auf das Terminal-Icon in der Kopfleiste über der Dateileiste oder man hakt schnell auf Strg+Z, schon springt ein Terminal mit dem aktuell geöffneten Fenster auf. Mit der Tastenkombination Strg+W schließt man das Terminal — oder auch jedes andere Tab wieder. Einzelne Kommandos lassen sich auch in der Kommandozeile unterhalb der Dateilisten ausführen. Gut finde ich auch das Werkzeug zum automatisierten Umbenennen markierter Dateien. Ist der Python-Tool Mutagen zum Ändern von ID3-Tags installiert, dann lassen sich an dieser Stelle auch gleich die Metadaten von MP3- oder OGG-Audio-Dateien ändern.

Der Sunflower-Dateimanager lässt sich bis ins kleinste Detail konfigurieren.

Mit einer Reihe von Plugins lassen sich zusätzliche Funktionen nachrüsten.

Im Werkzeug-Menü finden sich zudem Tools zum Einbinden von externen Datenträgern, Netzwerkfreigaben oder auch Netzwerkservern via FTP, SFTP oder Webdav, die Zugangsdaten dafür sichert Sunflower in einem eigenen Keyring-Manager. Dank der Integration der Nautilus-Bookmarks und Support für GVFS übernimmt Sunflower bereits in Nautilus gesicherte Lesezeichen und bindet auch automatisch in Nautilus geladenen Netzwerkshares automatisch an. Das macht Sunflower auch im Netzwerker-Alltag zu einem praktischen — und vor allen Dingen auch flexiblen — Werkzeug.

Für das Einbinden von externen Laufwerken und Netzwerkfreigaben gibt es einen Mount-Manager.

Wie Thunar aus der Xfce-Desktopumgebung gibt es auch bei Sunflower ein Mass-Rename-Tool.

Autor: Christoph Langner

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

17 Kommentare

  1. Danke für den Tipp, kannte ich noch nicht und sieht gut aus. Ist allerdings noch an einigen Stellen nicht übersetzt. Wenn ich mal Zeit hab… ;)

  2. Hi,

    was ist mit dem Midnight Commander?

    MfG ich

  3. Danke für den Tipp.
    Werd’ ich mir mal ansehen, wobei ich unter KDE meistens Krusader verwende.

  4. Die einzig wirklich ernst zu nehmende Alternative zum Total Commander für Linux ist der Double Commander. Alles andere ist leider noch viel weiter weg vom Original. Deshalb ist bei mir neben dem Double Commander noch immer der Total Commander per Wine am laufen.

  5. Total Commander über Wine laufen zu lassen geht allerdings auch recht gut :)

  6. Als Ersatz für den TotalCommander verwende ich seit Jahren den Gnome Commander. Er kommt vom Funktionsumfang dem Original schon sehr nah, hatte aber auch manchmal so einige Macken.

    Gerade bei der MIME-Typ Zuordnung, wenn Wine installiert war, wurden Textdateien immer mit Notepad geöffnet, anstatt mit dem richtig zugeordneten Programm.

    In der v1.2.8.15 springt hingegen die Ansichtsbreite hin und her bis man die Funktion “Ansichtsbreite ausgleichen” verwendet, kann aber auch an einer übernommenden alten Config liegen.

  7. Es gibt wohl keinen hässlicheren und umständlicher zu bedienenden Windows-Dateimanager als den Total Commander. Unter Windows setze ich seit Jahren auf den xplorer2, der verhält sich wenigstens so, wie man es erwartet, und sieht nicht aus als wäre er seit 1995 nicht mehr weiterentwickelt worden.

    Gute Alternativen für *ix? Midnight Commander, klar. (Windows-Äquivalent: FAR Manager.) Muss es klickibunti sein? Dolphin. Trotz KDE-Abhängigkeiten leider unschlagbar. Wenn ich mal unbedingt einen Dateimanager brauche, um zum Beispiel Bildergalerien auf dem BSD-Desktop zu durchforsten, dann den.

    (Leute, die Wine nutzen, aber auf Linux schwören. Ich glaube, ihr merkt es selbst.)

    Auf meinem Arbeitslaptop bin ich aber mit dired (in Emacs enthalten) sehr zufrieden. :-D

  8. Wenn schon Win, testet doch mal Q-Dir an :-)
    Frühere Versionen liefen auch prima unter Wine, nur die aktuelle Version zickt unter Wine etwas herum. Aber zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich’s nur mit Wine 1.4 probiert habe, Möglich also, dass Q-Dir unter einer aktuelleren Wine-Version wieder besser läuft.

  9. Q-Dir hat ein paar Usabilityprobleme, finde ich. Ich teste den auf einem meiner Rechner, erkenne zwar die Vorteile, aber die Integration ins System ist noch nicht besonders gelungen.

  10. Schöner Beitrag,
    ist vor allen für größere kopier und verschiebe-Arbeiten ideal, hab ich mir mal zu den Quellen hinzugefügt und installiert.

  11. Sunflower scheint ja ganz gut zu sein, werde ihn mal ne Weile probieren.
    Da ich aber meistens mit KDE unterwegs bin, nutze ich Dolphin, mittlerweile einfach besser als Krusader, wobei Krusader ganz sicher die viel bessere Wahl ist, als unter Wine der Totalcommander (am besten noch mit root). Warum nicht den Windows Explorer unter Wine, da fühlt man sich dann ja sooo zuhause ;)

  12. Da ich Nautilus prinzipiell mag, aber mich über die verschwindenden Funktionen ärgere, finde ich Nemo (Nautilus Fork) interessant.

  13. Nach Nutzung von Sunflower muss ich Matthias recht geben, dass sich Double Commander m. E. noch näher an den Funktionen und dem Layout von Total Commander orientiert, als das [bisher] Sunflower tut. Mit Double Commander fühlte ich mich direkt “zuhause”, mit Sunflower leider nicht so.

  14. Danke fuer den Artikel! Benutze Gnome-Commander, da ich keine Lust auf die KDE-libs fuer Krusader unter Unity, Wine fuer TotalCommander habe und mir MC zu archaisch ist. Bin dankbar fuer Alternativen!

  15. Hallo!
    Eine Funktion die ich schon lange bei Total Commander Klonen vermisse ist das Anordnen von Kopier/Verschiebe Operationen in einer Queue. (Ich glaube bei Total Commander ging das via F2).
    Krusader bietet zwar diese Funktion, hat aber für meinen Geschmack zu viele Abhängigkeiten.
    Wie sieht es in der Hinsicht bei Sunflower aus?

  16. Lange habe ich nach einem Total Commander pendant gesucht. Habe Gnome-Commander, Wal Commander und natürlich auch den Midnight Commander ausprobiert. Doch alle reichten sie nicht an den Total Commander heran. Bis jetzt. Ich habe mir Sunflower installiert und micht gleich heimisch gefühlt :-) .

    Danke für den Tipp !

  17. Hallo,

    versuche grade eine Installation unter Kubutun 14.04 läßt sich zwar wie beschrieben Installieren beim starten jedoch hüpft die Sonnenblume kruz
    mal rauf und runter und dan verschwindet das Icon und nix passiert :(

    Hat jemand eine Ide ??

    Danke schonmal

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