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Das ist falsch an Ubuntus neuer Amazon-Shopping-Lense für Unity!

Unity-Shopping-Lens bleibt, wird aber deaktivierbar

| 4 Kommentare

Die Entscheidung Canonicals Amazon-Suchergebnisse direkt in der Home-Lens des Dash einzubauen, hat in unzähligen Blogs und Foren Kritik ausgelöst. Ich hatte mir die Unity-Shopping-Lense ja auch genauer angesehen und einen ausführlichen Beitrag geschrieben. Das Feature war in der damals vorliegenden Version nicht deaktivierbar, überträgt alle Eingaben in die Home-Lense des Dashes unverschlüsselt zu Canonical, Bilder werden direkt von Amazon geladen und es wird spürbar Traffic erzeugt, der eigentlich nicht sein müsste. Die Kritik der Ubuntu-Community ist bei Canonical angekommen und man versucht das Feature bis zum Release zu verbesser, doch zahlreiche Punkte wird man nicht ändern können.

Die wichtigste Änderung wird sein, dass sich die Amazon-Suche deaktivieren lassen wird. Entweder wird dies über die Privatsphären-Einstellungen geschehen wie es Ubuntu-Entwickler Didier Roche auf Google+ gepostet hat. Laut dem Bug # 1054746 soll es der User bei jeder Lens die Möglichkeit haben, Abfragen ins Internet zu unterdrücken. Das letztendliche Ziel ist es wohl jede Lens konfigurierbar zu machen, dort wird an dann zu jeder Linse Konfigurationen vornehmen können. Diese Dash-Settings kommen allerdings meines Wissens erst mit Ubuntu 13.04.

Die Anzeige von Amazon-Empfehlungen wird sich in Ubuntu 12.10 deaktivieren lassen.

Alternativ wird es Einstellungsmöglichkeiten in einem Konfigurationstool der Dash geben.

Kritik an der jetzigen Änderung kommt übrigens — wie ich es schon im Beitrag zuvor angedeutet hatte — vom Doku-Team: “This is why we shouldn’t approve very late major Feature Freeze Exceptions/User Interface Freeze Exceptions. These features *will* need tweaking.” Die Amazon-Ergebnisse wurden in Quantal eingebaut, als die Deadlines des Feature- und UserInterface-Freeze abgelaufen waren, zu der Zeit wurde schon lange an der neuen Dokumentation zu arbeiten.

Auch die weiteren Bugs wurden mittlerweile angegangen: Die Shopping-Lense übermittelt nun ihre Daten nicht mehr unverschlüsselt übers Netz, stattdessen kommt jetzt https zum Einsatz. Fraglich ist allerdings, ob Canonical jemals Gummi-Muschis aus den Suchtreffern der Shopping-Lens entfernen können wird. Hier liegt der Ball eigentlich eher bei Amazon und nicht unbedingt bei Canonical.

Amazon filtert seine Ergebnisse bislang in keinster Weise. Weder für das Web-Frontend, noch für die APIs, gibt es einen Filter um zum Beispiel Sex-Artikel von den Suche-Ergebnissen auszuklammern. Sucht man auf Amazon nach “Pussy” (Link ist nicht NSFW), dann kommen eben entsprechende Ergebnisse, daran kann auch Canonical nicht viel ändern. Hier müsste Amazon eigentlich mal nachlegen und entsprechende Artikel nur über einen Deeplink einsehbar machen. Suchen sollten diese erst dann präsentieren, wenn man angemeldet und sich somit auch als Ü18 ausgewiesen hat.

(Via: OMG!Ubuntu, Softwareperlen)

Autor: Christoph Langner

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4 Kommentare

  1. Einfach ein Opt-in, meinetwegen auch mit Abfrage beim ersten Start, und gut ist, dann gibts da einfach keine Diskussion.

  2. “Link ist nicht NSFW” -> “Link ist nicht not safe for work”
    Das war so wohl nicht gemeint.

    Optional einstellbarer Filter wäre ok, aber wenn Amazon die Suchergebnisse standardmäßig zensiert wäre das traurig. Hier werden schließlich keine nicht jugendfreien Inhalte präsentiert, das darf jeder 16 Jährige bestellen.

    Und übrigens: Diese Dinge die bei der Amazon Suche gefunden werden gibt es in jeder 2. Herrentoilette auch zu sehen …

  3. Ein Erfolg, der zuvor viel Aufregung erzeugte. Man muss auch mal die Ruhe aufbringen können und dem Anderen Zeit geben zu reagieren. Für Mängel bei Amazon kann Canonical nichts, höchstens für die Wahl des Partners.

  4. Als regelmässiger Amazon-Käufer finde ich das Feature eigentlich interessant, wenn ich auch nicht verstehe, warum das ins System selber eingebaut werden muss (von User-Seite, von der kommerziellen Canonical-Seite her schon). Wenn ich was bestellen möchte, gehe ich auf die Amazon-Seite, mehr ist definitiv nicht nötig. Und einfach aufgedrückt möchte ich dieses Feature nicht bekommen, auch wenn man es entfernen kann.

    Mit den Bildern hab ich keine Probleme, da ich auch schon Sexspielzeug über Amazon bestellt habe ;-). Bloss möchte ich sowas nicht sehen, wenn ich nach meinen lokalen Dateien suche, ausser ich möchte es so. Daher muss eine strickte Trennung zwischen off- und online vorhanden sein und selbst jedem DAU verständlich angezeigt und kontrollierbar gemacht werden.

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