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Download.com schaltet Crapware-Installer vor eigentliches Setup

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Könnt ihr euch noch an Download.com erinnern? Diese Seite war für mich einmal genauso wie bspw. Tucows.com ein wahrer Segen. Damals – ich denke das war so Mitte der 90er Jahre – waren mir Worte wie OpenSource oder freie Software noch völlig unbekannt. Ich kannte nur kostenpflichtige Programme, Warez und kostenlose Programme. Und die Programme aus der letzten Gruppe habe ich so gut wie immer über diese zwei Seiten gefunden. Ich kann mich noch ziemlich gut erinnern, dass Tucows eigentlich immer meine erste Anlaufstellstelle für kostenlose Programme für mich war (Bis ich irgendwann mal das wunderbare Essential Freebies Board fand). Nun aber dreht download.com ziemlich ab, und versucht seine Position durch einen unseriösen Crapware-Installer auszunutzen.

Damals waren diese Seiten eigentlich ganz OK. Sie haben die Programme katalogisiert und auch gleich direkt zum Download angeboten. Das war zum einen für die Entwickler von beliebten Free- oder Shareware-Programmen praktisch, da sie sich den Download-Traffic sparten und die Benutzer haben bequem eine Vielzahl von Programmen im Überblick gehabt.

Doch was aktuell bei Download.com passiert, schlägt für mich mal wieder einem weiteren Faß dem Boden aus. CNet schaltet nun allen Setups eine eigene Installationsroutine vor, die eine schrottige Browser-Erweiterung mit Affiliate-Links und Scareware-Bullshit installiert. Mir ist sie in bei den Hits auf mein Blog schon ein paar mal aufgefallen, jetzt weiß ich auch woher diese Referer stammen.

Der vorgeschaltete Installer

Die Installation dieser Babylon-Toolbar kann man zwar abwählen, doch ich kenne genügend Leute, die bei einem Setup alles abnicken, was sie vorgelegt bekommen. Klar, das ist ein “Selberschuld, wenn du das nicht liest”-Problem, doch wenn jetzt neben den Machern von zwielichten Programmen, nun auch auch die bislang eher soliden Distributoren so einen Schrott mitinstallieren lassen?

Die Babylon Toolbar mit reichlich Scareware und sonstigem Müll

Download.com und Cnet verlieren mit dieser Aktion das letzte bisschen Anstand, wie kann man seine eigenen Kunden bewusst und mutwillig Schrott unterschieben? Ich würde mir wünschen, dass diese Download-Seiten in den Google-Rankings im Nirvana verschwinden würden. Suche ich bspw. nach “workrave download”, so ist der erste Treffer zwar die Homepage des Open-Source Programms, doch download.com steht ebenfalls auf der ersten Seite und der Download führt zum besagten Installer der Crapware.

Ich bin auf jeden Fall schonmal auf die Reaktionen der Entwickler gespannt, wenn diese von verärgerten “Kunden” angesprochen was sie sich für einen Schrott eingefangen haben, als sie Programm XYZ installiert haben. Als Entwickler eines quelloffenen Programmes würde ich auf jeden Fall versuchen Cnet zu untersagen das Programm auf diese Weise zu verteilen, gäbe es eine rechtliche Handhabe?

(Via ExtremTech)

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

10 Kommentare

  1. Das war auch ein Grund warum ich ich zu Linux gewechselt bin. Man musste sich halt immer öfters durch den Wald aus Schrott und DAU-Fallen kämpfen, wenn man neue Software, Infos, Tipps oder gar Hilfe wollte. Wie gesagt: _auch_ ein Grund.

  2. Wenigstens kann man ja noch scheinbar auswählen, ob man den Crap installiert haben will ^^

  3. Wie ich diese Crap scheiße hasse. Wie oft ich von Leuten gefragt werde ob ich mal schauen kann. Auf einmal ist da eine Toolbar, ich weiß nicht warum bla bla, will die weg haben.
    Selbst der Windows Installer von ClamAV hat so einen Mist dabei und das von der Offiziellen Webseite. Versteh wer will…

  4. Wenn auf diesen Rechner mal nur eine Toolbar installiert wäre..

    Der Laptop meiner Mutter war so übel zugemüllt, da ging fast nichts mehr :/

  5. gäbe es eine rechtliche Handhabe?

    Man könnte es wie Google mit Chrome machen. Google Chrome unterliegt einer proprietären Lizenz, während es Chromium unter BSD-Lizenz gibt. Es wäre möglich, Chromium zu nehmen und dort Crapware hinzuzufügen, aber man dürfte das dann nicht Google Chrome nennen, denn die Rechte dieses Namens liegen (vermute ich mal) bei Google und sind nicht Teil der BSD-Lizenz.

  6. Download.com ist nicht der einzige Anbieter, der das macht, das machen viele. Softonic z.B. macht das auch (oder hat es gemacht, war lange nicht mehr da).

  7. Du könntest die Lizenz CC-NC verwenden. Damit untersagst Du kommerzielle Nutzung, worunter auch dieses Verhalten fiele.

    Mit seriösen DL-Seiten kann man immer noch andere Agreements schließen.

    Gruß
    D

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    “Das Programm ist sehr klein und prüft das System schnell, jedoch hat es bei mir nicht alle anstehenden Updates gefunden, es reicht jedoch aus, um die Standart-Programme (Firefox, Adobe Flash Player, Apple QuickTime…) zu überprüfen.” – http://suckup.de/2010/02/15/software-updates/

  9. Im Artikel wird “workrave” kurz erwähnt ;) Wie wäre es mit einem eigenen Artikel dazu?

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