Linux und Ich

Blog über Ubuntu, Linux, Android und IT

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10. August 2014
von Christoph Langner
7 Kommentare

Video-Streaming von Netflix mit HTML5 und ohne Silverlight bzw. Pipelight

Das Thema Maxdome, Amazon Video, Watchever und Silverlight bzw. Pipelight ist schon seit einiger Zeit eines der meist gelesenen hier im Blog, denn nach wie bereitet der ganze DRM-Heckmeck den Linux-Usern sehr viel Ärger. Nach außen hin sieht es auch nicht so aus, dass sich in der nächsten Zeit daran etwas ändern wird. Microsoft wird das für die meisten Streaming-Dienste benötigte Browser-Plugin Silverlight wohl kaum für Linux bauen und die mächtige Content-Industrie scheint die Video-on-Demand-Dienste so sehr im Griff zu haben, dass diese sich nicht trauen eine Lösung zu suchen, die zuverlässig plattformübergreifend funktioniert.

Netflix unter Linux mit HTML5 und ohne Silverlight (Quelle: Nathan VanCamp)

Allerdings gibt es einen mächtigen Game-Changer in diesem Spiel: Die Implementation von DRM-Mechanismen direkt in HTML5 mittels Encrypted Media Extension (EME). Nicht ohne Grund stecken hinter dieser Initiative Google, Microsoft und Netflix — In dieser Konstellation fehlt eigentlich nur noch Apple. Zusammen haben die drei Unternehmen so viel Einfluss, dass sie wohl auch den Himmel pink färben könnten — oder vielleicht auch Seen? Wer weiß?

Update: Netflix ist seit dem 16.09.2014 in Deutschland ganz offiziell am Start. Wer Netflix mit einem Linux-Browser aufruft, dem sagt der Dienst erst einmal, dass die Systemanforderungen nicht erfüllt werden. Mit den richtigen Einstellungen funktioniert Netflix unter Linux jedoch ganz ohne Silverlight und große Basteleien. Der Beitrag erklärt die Installation eines User-Agent-Switchers Schritt für Schritt.

Nicht ohne Grund gibt es gegen DRM in HTML5 auch kräftig Gegenwind. Nun ist es wohl aber so weit, dass Netflix auch ohne Silverlight funktioniert. Der Videodienst blockiert zwar immer noch Linux-Rechner, doch ein findiger User hat den entsprechenden User-Agent herausgefunden, so funktioniert Netflix im Zusammenspiel mit Chrome auch unter Linux. Hier sind seine Notizen…

  1. Installiere Chrome v38 Beta, wahrscheinlich funktioniert das Ganze aber auch mit Chrome v38. Andere Browser bus auf den Internet Explorer werden aktuell nicht unterstützt.
  2. Um den User-Agent entsprechend umzubiegen braucht ihr nach wie vor den User-Agent Switcher für Chrome.
  3. Fügt von Hand diesen User Agent hinzu Mozilla/5.0 (Windows NT 6.3; Win64; x64) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/37.0.2049.0 Safari/537.36.
  4. Aktiviert den gerade hinzugefügten User-Agent und öffnet Netflix im Browser.

Ich kann das Ganze mangels VPN in die USA und mangels Netflix-Account gerade nicht eigenhändig überprüfen, allerdings verfügt mit Sicherheit einer von euch über die entsprechenden Ressourcen. Für uns Linuxer in Deutschland heißt das nun, dass wir in Zukunft zumindest einen Video-on-Demand-Anbieter haben werden, der auch ohne Silverlight funktioniert — Wenn denn Netflix in Deutschland, endlich mal startet. Die letzte Nachricht lautetete, dass Netflix im Laufe des Jahres in Deutschland, Österreich und der Schweiz loslegt. Hat Netflix mit dem Verzicht auf Silverlight und dem Einsatz von HTML5 Erfolg, dann werden mit Sicherheit auch die anderen Anbieter umschwenken.

axel

7. August 2014
von Christoph Langner
4 Kommentare

Axel als CLI-Download-Manager wie wget mit Multithreading-Funktion

Üblicherweise erledige ich größere Downloads von zum Beispiel ISO-Images über BitTorrent, aber ab und an wird die gewünschte Datei jedoch nur über http oder ftp angeboten. In dem Fall greife ich meist zu wget, so lässt sich der Download bei Problemen auch locker wieder fortsetzen. Ärgerlich wird es jedoch wenn der Server, von dem man seine Datei herunterladen möchte, nicht an der schnellsten Datenleitung hängt bzw. die Downloadgeschwindigkeit begrenzt. In so einer Situation nutzen Windows-User gerne einen Downloadmanager wie FlashGet, der Dateien in mehreren Threads herunterladen kann und so für deutlich mehr Speed sorgen kann. Eine ähnliche Funktion bietet wget nicht an, als Alternative kann man allerdings zu axel greifen.

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Hell Yeah, Rambo-Tux!

7. August 2014 von Christoph Langner | 5 Kommentare

Der von mir in vielen Grafiken und auch im Headerbild genutzte Tux stammt von mdh3ll auf deviantART. Ich finde ihn ein bisschen zeitgemäßer als den klassischen Tux von Larry Ewing, der immerhin bald 20 Jahre auf dem Buckel haben wird. Vorhin habe ich kurz mal mein Impressum durchblättert und bin dem Link zur deviantART-Seite von mdh3ll gefolgt. Und was sehe ich da? Ein Rambo Tux, Hell Yeah! Diesen hat mdh3ll jedoch leider noch nicht unter eine freie Lizenz gestellt.

intel

7. August 2014
von Christoph Langner
4 Kommentare

Mit Inxi und I-Nex Informationen zur Hardware des Rechners ausgeben

Für Computer-Bastler wie du und ich, die ab und an mal fremde Rechner zwischen den Fingern zu haben, ist es wichtig schnell Informationen über den Rechner in Erfahrung bringen zu können. Was für eine CPU steckt im Rechner? Was für ein Motherboard wurde verbaut? Hab ich hier eine Intel-, ATI- oder Nvidia-Grafikkarte vor mir? Wie viel RAM steckt im Rechner und wie groß sind eigentlich die Festplatten. All diese Informationen kann man sich mit lspci, fdisk, free und Co. ausgeben lassen, oder man greift ganz einfach zum Kommandozeilentool Inxi und bekommt zahlreiche Details zur Hardware des Rechners auf dem Silbertablet präsentiert.

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Microsoft FUD, the next generation

6. August 2014
von Christoph Langner
21 Kommentare

Microsoft über Linux als Server-System: “That’s where Linux falls short”

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das cool-old-term einmal zum Illustrieren einer Aussage von Microsoft gebrauchen könnte, doch diese passt so gut in unserer Zeit wie eben ein giftgrüner Monochrom-Röhrenmonitor. Microsoft wagt auf seiner Seite Why Microsoft die steile These “However, sometimes your solution is focused solely on server-side operating systems, and that’s where Linux falls short.” und daher würde “Windows Server gives you the highly manageable, secure, cost-effective, cloud-ready platform you need to support your company’s innovative IT goals.

Hallo McFly? Jemand zu Hause? Ich kann ja verstehen, dass man über das Jahr des Linux-Desktops spottet… wir werden es wohl nie erleben. Doch im Server-Bereich fällt es schwer über solchen FUD von Microsoft hinwegzusehen, wenn man zum Beispiel den mageren Marktanteil von Microsoft Server im Bereich der Webserver von nur 11 Prozent betrachtet. Gewachsen ist dieser Wert schon seit Jahren nicht mehr! Nun besteht die IT-Welt nicht nur aus Webservern, doch auch in anderen Bereichen hat Linux als Serversystem mehr als nur ein Stein im Brett.

Microsoft meint, dass Linux als Server-System versagen würde.

bash-guide

4. August 2014
von Christoph Langner
20 Kommentare

Linktipp: Bash Guide bringt euch die Bash-Shell näher

Ich lese und höre immer wieder den Ärger von Linux-Einsteigern über das Terminal. Viele fühlen sich in DOS-Zeiten zurückgesetzt, fühlen sich von Befehlen überfordert, meinen dass Linux dadurch zu kompliziert sei. Wer jedoch schon länger auf ein Linux setzt, der weiß die Möglichkeiten des Terminals allerdings zu schätzen. Vieles lässt sich im Terminal einfach deutlich effektiver erledigen als mit einer GUI. Nichts desto trotz gibt bei den ersten Schritten im Terminal einige Hürden zu erklimmen, vielleicht helfen dem einen oder anderem ja meine Einsteiger-Tipps und -Tricks für das Linux-Terminal, die ich ich mitsamt einer Reihe von anderen Tipps und Tricks für den Alltag mit Linux vor über 6 Jahren ins Blog gehackt habe.

Etwas aktueller und umfangreicher könnte in Zukunft der The Bash Guide werden. Noch ist die unter der CC-BY-SA lizenzierte und über GitHub koordinierte Bash-Dokumentation lediglich auf Englisch und auch bei weitem noch nicht vollständig, doch die ersten zwei Kapitel machen schon einmal einen sehr guten Eindruck. Weitere neun Kapitel von Shell-Variablen, über das Bash-Prompt, bis hin zu externen Bash-Tools stehen bereits auf der To-Do-Liste. Wenn ihr euch in den nächsten Monaten ein wenig tiefer in die Funktionen der Bash einarbeiten wollt, dann solltest ihr daher dem Bash Guide noch einmal einen Besuch abstatten, eventuell ist die Doku bis dahin ein wenig umfangreicher geworden.

spreadsheet

4. August 2014
von Christoph Langner
1 Kommentar

Mit EtherCalc webbasiert und kollaborativ an Tabellen arbeiten

Vom webbasierten und kollaborativen Editor Etherpad muss ich euch ja nicht wirklich viel erzählen. Nachdem die eins proprietäre Software von Google gekauft und anschließend unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht wurde, tummeln sich inzwischen unzählige Pads im Netz — viele hosten auch ein eigenes Etherpad. Etherpad ist ohne Frage eine geniale Anwendung, doch das kollaborative Arbeiten hört bei einfachen Textdateien nicht auf. Oft möchte man gemeinsam mit Freunden und Kollegen mit Zahlen jonglieren, es braucht daher auch eine kollaborative Tabellenverarbeitung. Die gibt es auch, EtherCalc hat jedoch nicht nicht so eine große Verbreitung wie Etherpad erfahren.

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pydio

3. August 2014
von Christoph Langner
1 Kommentar

Pydio ehemals AjaXplorer unter Debian oder Ubuntu installieren

Nicht nur das beliebte XBMC Mediacenter, beziehungsweise jetzt das Kodi Entertainment Center, hat eine Umbenennung erfahren, auch der gute alte AjaXplorer hat mit Pydio einen neuen Namen bekommen, wenn auch die Namensänderungen schon ein Weilchen her ist. An der Nützlichkeit der praktischen Web-Applikation hat sich mit dem neuen Namen jedoch nichts geändert: Mit Pydio verwandelt ihr euren Server oder auch euren kleinen Raspberry Pi in einen Online-Speicher mit integriertem Bildbetrachter, mit kleinen webbasierten Bildbearbeitung und Online-Texteditor. Alles was es dazu braucht ist ein Webserver mit PHP und Datenbankanbindung.

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kodi-splash-600x336

2. August 2014
von Christoph Langner
8 Kommentare

Aus XBMC wird Kodi, sonst ändert sich nix

Eine der beliebtesten Aufgaben für den Raspberry Pi ist es als kostengünstiges und stromsparendes Mediacenter zu fungieren. Mit OpenELEC oder Raspmbc und somit dem XBMC Mediacenter auf dem RasPi, wird jeder noch so alte Fernseher mit HDMI-Eingang für knapp 40 Euro im Handumdrehen “smart”. In Zukunft müssen wir uns jedoch ein wenig umgewöhnen, den die XBMC Foundation hat beschlossen, dass der schwer auszusprechende und zu merkende Name nicht mehr zum Projekt passt: Aus dem XBMC Mediacenter wird daher das Kodi Entertainment Center. Das Projekt wird die Software jedoch weiterhin unter der GPL veröffentlichen und auch die Versionsgeschichte bleibt erhalten, die nächste XBMC-Ausgabe nennt sich daher Kobi 14.

Die Hauptgründe für den Namenswechsel liegen darin, dass XBMC noch zu sehr an den ursprünglichen Namen “Xbox Mediaplayer” erinnert — Auf aktuellen Xboxen läuft XBMC jedoch schon lange nicht mehr. Auch gibt es rechtliche Probleme, da die Foundation keine Rechte an der Marke angemeldet hatte. Mit Kodi — ob einem nun der Name gefällt, oder nicht — ist das nun anders. Ähnliche wie die Mozilla Foundation hält die XBMC Foundation jetzt ihre Hand über die Marke. Das Logo und der Name darf nicht mehr wild genutzt werden, die XBMC Foundation Trademark Policy FAQ soll aufklären was man in Zukunft darf und was nicht, der Wiki-Artikel ist jedoch noch nicht abgeschlossen.

 

threema

1. August 2014
von Christoph Langner
11 Kommentare

Verschlüsselter Messenger Threema zum heutigen Schweizer Nationalfeiertag für die Hälfte

Den von Ende-zu-Ende verschlüsselten Instant-Messenger Threema gibt es zum heutigen Schweizer Nationalfeiertag am 1. August für die Hälfte des eigentlichen Kaufpreises. Anstatt 1,60 Euro zahlt ihr also über Google Play beziehungsweise den Apple App Store nur 80 Cent. Auch wenn Fefe nicht all zu viel Gutes über Threma zu sagen hat, bietet der Messenger immerhin eine Kommunikationsmöglichkeit, die einmal mal nicht über Google, Facebook oder Amazon-Server läuft. Ich lasse mal die Pressemeldung zur Aktion ohne große Worte stehen.

Threema, die meistverkaufte sichere Alternative zu WhatsApp, hat kürzlich die Schwelle von drei Millionen Nutzern erreicht. Threema verschlüsselt alle Nachrichten und Gruppenchats durchgehend mittels modernster asymmetrischer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dadurch kann nur der Empfänger die Nachricht lesen. Dabei werden keine Chat-Daten oder Kontaktlisten auf den Schweizer Servern des Unternehmens aufbewahrt; nicht einmal die Angabe einer Telefonnummer, wie bei anderen Apps erforderlich, ist nötig. Zum Schweizer Nationalfeiertag am ersten August bietet Threema ihre Applikation vergünstigt an. Die Threema-App für iPhone und Android gibt’s in den App-Stores für einen Tag zum halben Preis.

Als Alternative zu Threema bieten sich nur sehr wenige Apps wie zum Beispiel TextSecure an. Aber auch Jabber-Clients, die Verschlüsselung nach Off-the-Record Messaging anbieten, wären eine Option für sicheres und verschlüsseltes Chatten. Mit Conversations hatte ich schon einmal eine solche einen Jabber-Client für Android schon hier im Blog vorgestellt. Threema habe ich mir nach dem ersten Hype schon länger nicht mehr angesehen, ich bin aber sehr erstaunt wie viele meiner Kontakte schon bei Threema aktiv sind.