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Flash-Videos unter GNOME3 und Oneiric reparieren

Flash-Videos unter GNOME3 und Oneiric reparieren

| 12 Kommentare

Wie ich ja schon öfters geschrieben habe, bin ich ein GNOME3ler: Ich mag den Desktop einfach und arbeite sehr gerne mit ihm. Leider komme ich nicht derzeit nicht richtig dazu auch mal etwas ausführlicher über den Desktop zu berichten, aber das kommt sicherlich in den nächsten Wochen noch. Wer ein richtig aktuelles GNOME 3.2 unter Ubuntu Oneiric benutzen möchte, der sollte auf das PPA des GNOME3 Teams und das Gnome-Shell Testing PPA von Rico Tzschichholz zurückgreifen und sein System aktualisieren. Allerdings gibt es hier aktuell das Problem, dass bei Flash-Videos der Videoplayer Totem dem Flash-Player in die Quere kommt. Schuld daran ist eine neue Flash-Alternative, die flash-basiertes Video-Streaming auch ohne Adobe Flash möglich machen soll.

Das auf der libquvi Bibliothek basierende Vegas-Plugin für Totem versucht Flash-Video-Streams von einer ganzen Reihe von Webseiten wie natürlich YouTube, Vimeo und Co., aber auch Collegehumor, Clipfish oder gar Golem, die sonst keinen HTML5-Player anbieten, mit Totem anzeigen zu lassen. Die Vorteile liegen auf der Hand, Flash funktioniert schlecht, ist buggy, cpu-hungrig und einfach… den Rest schenke ich mir.

Flash-Videos werden nur als leeres Totem-Fenster angezeigt.

Allerdings sehen Flash-Videos nun aktuell auf meinem System wie oben aus. Anstatt dem Video sehe ich den Totem-Player mit einem Platzhalter-Bild. Dieser wird aufgrund des Vegas-Plugins vor dem eigentlichen Flash-Player geladen, und leider funktioniert dieses Plugin wohl noch nicht richtig.

Um das kleine Problem zu lösen könnt Ihr entweder das Paket “totem-mozilla” deinstallieren, oder das Plugin in euren Browser deaktivieren. So verliert ihr nicht die Möglichkeit andere Formate in eurem Browser abspielen zu lassen; braucht man zwar nicht oft, aber wenn man mal einem Web-Video über den Weg läuft, muss man nichts nachinstallieren.

Google Chrome bzw. Chromium

In Chrome gibts bislang keine direkt auffindbare Plugin-Verwaltung. Öffnet daher von Hand die URL “chrome://plugins” in der Adresszeile, klappt die Details aus und klickt beim  Totem-Vega-Plugin auf “Deaktivieren”. Mehr ist nicht zu tun, Ihr müsst nicht einmal den Browser neu starten. Danach sollten eure Flash-Videos sofort wieder funktionieren.

chrome://plugins/ aufrufen...

...und das Totem-Vega-Plugin deaktivieren.

Firefox

Beim Firefox gibt es zwar eine Plugin-Verwaltung, allerdings kommt einem hier die Bezeichnung des Plugins in die Quere. Firefox zeigt zwei “Shockwave Flash”-Plugins an, doch welches sollt Ihr deaktivieren? Hier hilft ein Blick nach “about:plugins”, gebt die Pseudo-URL in die Adresszeile eures Firefoxes ein, scrollt runter bis zu den Flash-Plugins und schaut nach welche Versionsnummer beim “libtotem-vegas-plugin.so” steht. Das entsprechende Plugin könnt ihr dann in der Pluginverwaltung deaktivieren.

Erstmal unter about:plugins testen, ob das Plugin auch wirklich aktiv ist und welche Versionsnummer es trägt.

Und es dann in den Plugin-Einstellungen deaktivieren.

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

12 Kommentare

  1. Sollten beide Flash-Plugins auftauchen? Bei mir ist dem nicht so, totem-mozilla ist aber installiert.

  2. Wie ich ja schon öfters geschrieben habe, bin ich ein GNOME3ler: Ich mag den Desktop einfach und arbeite sehr gerne mit ihm. Leider komme ich nicht derzeit nicht richtig dazu auch mal etwas ausführlicher über den Desktop zu berichten, aber das kommt sicherlich in den nächsten Wochen noch.

    Das würde mich sehr interessieren, da ich mit Gnome3 einfach nicht warm werde.

    Danke schon mal & Grüße
    Timo

  3. Bin nun seit bald einem Jahr ebenfalls hochzufriedener GNOME3/Shell-User, käme allerdings nicht auf die Idee, diese geniale Oberfläche mit ubuntu’schem Unterbau zu verwenden. Mit einen Grund hierfür hast du mit diesem Artikel gewissermaßen skizziert: Canonical implementiert besagte Desktopumgebung (mit Fokus auf Unity als Alternative aus eigenem Hause) quasi a la carte und verhindert damit, dass der/die Nutzer*in ohne weiteres in den Genuss einer ganzheitlichen “GNOME3 experience” kommt. Nicht nur, dass diverse Komponenten erst gar nicht Einzug in die eigenen Repositorys erhalten. Ein Blick auf die regressive Versionspolitik für 12.04 deutet zudem einen Trend zur diachronen Fragmentierung an – ein ganzer Schwung an gnome’scher Software wird nämlich voraussichtlich nicht in Version 3.4 implementiert werden. Mag diese Entscheidung vornehmlich der angestrebten Stabilität eines LTS-Releases geschuldet sein, zwingt sie die “progressive” Nutzerschaft notwendig dazu, auf PPAs zurückzugreifen; ein Unterfangen, welches mit fortschreitender “Entfremdung” vom “Vanilla GNOME” – quod erat demonstrandum – die virulente Gefahr unerwünschter Nebeneffekte mit sich bringt.

    Daher meine Frage: Warum setzt du als GNOME3-Enthusiast noch auf Ubuntu, wenn andere Distributionen (namentlich Fedora, aber auch Rolling Distros wie Arch Linux) dir eine authentische Konfiguration von Haus aus bieten?

    • Da kann ich eine mögliche Antwort anbieten: Es gibt immer noch gute Gründe für Ubuntu, die nichts mit der Desktop-Oberfläche zu tun haben. Arch ist ein Hobby. Dazu muss man erst mal Lust und Zeit haben. Wenn das nicht der Fall ist, wird grundsätzlich gelten müssen, dass einem die Distribution Arbeit abnehmen sollte.

      Und nach diversen Versuchen (auch mit Fedora) bleibt bei mir Ubuntu die Distribution, die am wenigsten Arbeit verursacht und die Hardware am besten unterstützt.

      Übrigens, was die Oberfläche angeht: GS gefällt mir besser, aber Unity bekommt – für die Gnome-Do-Fraktion – mit seiner umfangreichen Tastatursteuerung gerade ein ziemliches Killerfeature. Deshalb würden mich Christophs grundsätzliche Äußerungen zur Gnome-Shell auch mal interessieren.

  4. Ich habe mir die PPA’s heute einmal installiert. Wurde dabei darauf hingewiesen, die proposed Quellen zu aktivieren. Naja, mit oder ohne proposed – das Gnome-Shell-Testing-PPA hat mir die Gnome-Shell etwas kaputt gemacht. Einige Themes haben garnicht oder nicht richtig funtioniert, Shell-Erweiterungen haben nichtmehr funktioniert, etc. Habe mich daraufhin entschlossen, das PPA samt proposed weder loszuwerden. Das war aber nicht so einfach, da das System zu viel deinstallieren wollte. Also hier einmal ein kleines How-To falls es jemandem ähnlich geht:

    – erst einmal alle “proposed” packete entfernen wie hier beschrieben
    – dann die proposed Quellen deaktivieren, sudo apt-get update ausführen und dann per sudo ppa-purge ppa:ricotz/testing das PPA entfernen (ihr werdet gefragt, ob ihr Pakete deinstallieren wollt, beantwortet das mit Ja)
    sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade ausführen und die Konfigurations-Datei in /etc/apt/ löschen/umbenennen sudo mv /etc/apt/preferences /etc/apt/preferences.bckp
    – danach nocheinmal ein sudo apt-get update durchführen und euer System sollte nach einem Neustart wieder wie vorher laufen

    Kann sein, dass ich etwas doppelt gemoppelt habe hier, aber es funktioniert.

  5. Ich arbeite gerade parallel mit Gnome 3 und Unity. Und ich empfinde das Arbeiten mit Gnome als etwas flüssiger. Allerdings zickt meine Oberfläche, immer wieder startet die Gnome-Shell neu und vergisst dann die Fensterrahmen zu zeigen oder auf die Tastatur zu reagieren …
    Unity mit der Alpha von 1204 precise hingegen läuft sehr stabil.

    • Hier auch. Sobald ich mittels Windowstaste in die Übersicht gehe und nach einem Programm suche, stürzt sie ab. Teilweise reagiert danach gar nichts mehr und ich muss den Rechner neu starten.

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