Linux und Ich

Blog über Ubuntu, Linux, Android und IT

Privates File-Sync und Collab-Tool AeroFS geht an den Start

Privates File-Sync und Collab-Tool AeroFS geht an den Start

| 8 Kommentare

Dropbox, Box, Google Drive und Co. sind ohne Zweifel praktische Tools. Ohne großen Aufwand gleicht man Daten zwischen seinen Rechnern ab, schiebt Daten vom Handy ins Netz oder arbeitet mit Freunden oder Kollegen gemeinsam an Dateien. Allerdings hat die Sache einen Haken: Man gibt die Kontrolle über seine Daten auf. Der Anbieter kann auf die in der Cloud gespeicherten Daten zugreifen, Abhilfe schafft da nur ein verschlüsselter Container oder eine selbst gehostete OwnCloud, doch nicht jeder hat das Wissen und die Ressourcen sowas aufzusetzen. Mit AeroFS steht nun eine Alternative bereit, die Dropbox-Bequemlichkeit mit dem Vorteil einer “eigenen” Cloud kombinieren möchte, seit heute ist der Dienst öffentlich zugänglich.

AeroFS ist im Gegensatz zu OwnCloud keine freie Software, allerdings verzichtet der Dienst auf einen gehosteten Service. Stattdessen synchronisieren die an den eigenen Account gebundenen Clients ihre Daten verschlüsselt direkt von Peer-to-Peer. Es gibt also in der Grundkonfiguration keinen zentralen Server in der allgegenwärtigen Datencloud. Die Arbeit übernimmt ein Client, den es für Windows, MacOS X und Linux gibt. Später soll auch noch eine Android-App folgen.

Syncronisierung von Peer-to-Peer

Der Abgleich funktioniert im LAN auch ohne Internetzugang, wie bei Dropbox packt man einfach seine Daten in  sein “AeroFS-Verzeichnis” und schon werden die dort enthaltenen Daten im eigenen Netz rasend schnell verteilt. Hängt ein Rechner im Internet, dann braucht der Abgleich natürlich ein wenig länger. Neben dem Standard-Ordner lassen sich auch zusätzliche Ordner zum Synchronisieren auswählen.

AeroFS unter Crunchbang Linux (auf Basis von Debian).

AeroFS unter Crunchbang Linux (auf Basis von Debian).

Wie auch bei Dropbox versioniert AeroFS Änderungen am Dateisystem. Wer also aus Versehen Dateien löscht oder Änderungen macht, die er eigentlich wieder rückgängig machen möchte, der kann alte Versionen der per AeroFS geteilten Daten wiederherstellen. Da AeroFS selber kein Hosting anbietet, gibt es auch keine Größenbeschränkungen. Wer will kann per AeroFS Terrabytes zwischen seinen Rechnern abgleichen.

Das Sync-Tool speichert keine Daten in der Cloud.

Das Sync-Tool speichert keine Daten in der Cloud.

Im P2P-Betrieb funktioniert der Abgleich natürlich nur, wenn die Rechner laufen. Arbeitet man mit einem Kollegen auf der anderen Seite der Erdkugel zusammen, dann wartet man eventuell vergeblich darauf, dass die letzten Änderungen via AeroFS auf dem eigenen Rechner landen, wenn dieser schon seinen Rechner für den Feierabend abgeschaltet hat.

AeroFS Team Server

Für diesen Fall bietet AeroFS einen eigenen AeroFS Team Server (ebenfalls für Windows, MacOS X und Linux) an. Diesen kann man auf seinem eigenen Rechner zuhause, oder aber auch auf einem Root-Server im Internet installieren und so praktisch sein eigenes Dropbox schaffen. Unter Linux unterstützt der Server offiziell Ubuntu 8.04+ mit einem DEB-Paket, das sich einfach über die Paketverwaltung installieren lässt.

Die eigenen Rechner gleichen über den AeroFS-Account automatisch Ihre Daten mit dem Server ab, wo sie wieder mit einem 2048-bit starken RSA-Schlüssel abgelegt werden. Braucht man mehr Rechenpower lassen sich mehrere Aero-FS “Server” einfach durch die Installation des Serverdienstes auf weiteren Rechnern unter dem selben Account-Namen zusammenschalten.

Das Geschäftsmodell von AeroFS

AeroFS ist nun leider keine freie Software. Auch wenn man die Server-Struktur selber hosten kann, bzw. nicht zwingend irgendwelche Server braucht, bleibt der Dienst an sich kommerziell. Wobei auch manche Teile des Dienstes via GitHub als freie Software veröffentlicht wurden.

Kostenlos nutzbar ist AeroFS für Gruppen von bis zu drei Mitgliedern und einem externen Mitarbeiter (der auch Daten abgleichen kann, aber nicht auf die Benutzerverwaltung zugreifen darf). Für Gruppen von bis zum 50 Mitgliedern werden 10 US-Dollar pro Monat fällig. Wer noch mehr User braucht, kann sich mit AeroFS direkt in Kontakt setzen.

(Quelle: AeroFS Blog, Via: Sascha Lutz)

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

8 Kommentare

  1. AeroFS ist eine feine Sache. Was mir allerdings immer noch fehlt ist die Verschlüsselung der Daten auf dem Team Server.

  2. Danke für den Artikel , bis jetzt reichen mir noch meine Sticks aus

  3. Hallo Christoph, danke für die ausführlichen Informationen!
    Weißt Du zufällig auch noch, wo die Server stehen und nach welchem Recht die Daten geschützt sind?

    • Hi bostaurus,

      Air Computing Inc — das Unternehmen hinter AeroFS — arbeitet von den USA aus, von daher gehe ich mal davon aus, dass deren Infrastruktur auch dort steht. Allerdings lagern deine Daten nie bei AeroFS, die Synchronisierung erfolgt P2P, oder über einen von dir eingerichteten Server.

      Grüße
      Christoph

  4. Wenn schon Private Storage Cloud, dann mit git-annex assistant: http://git-annex.branchable.com/assistant/

    Da bleiben es wirklich meine Daten und es ist Opensource.

    • Definitiv nicht uninteressant, aber auch einfach genug für Einsteiger?

      • Ich denke http://www.teamdrive.com/de/ ist für Einsteiger bestens geeignet.
        - Server in Deutschland
        - Die Schlüssel bleiben lokal, somit gibt es keine unverschlüsselten Dateien auf dem Server
        - Man bekommt 2GB kostenlos
        - Clients für Win/Mac/Linux sowie iOS und Android.

        Am Besten finde ich aber, dass man als Server auch einen eigenen WebDAV Server wählen kann.

        • Das Problem ist nur, das es eine Clientseitige Beschränkung des syncronisierten Dateivolumens auf 2 GB auch bei eigenem Server gibt.

          Ab 2 GB muss jede Datei einzeln hochgeladen werden und das schränkt die Nutzung ganz schön ein.

Hinterlasse eine Antwort

Auf Linux und Ich darf anonym kommentiert werden. Die Felder für Name und E-Mail-Adresse dürfen beim Eintragen eures Kommentars leer bleiben. Ich freue mich aber über jeden Kommentar, zu dem der Autor mit seinem Namen steht.