Linux und Ich

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SkypeKit, Skype ohne Frontend

| 23 Kommentare

Anfang November 2009 wurde von Skype bekannt gegeben, dass man das Frontend des Linux-Clients als Open Source veröffentlichen möchte. Jetzt, nach mehr als einem halben Jahr, wurde die Basis dafür geschaffen. Damit “x-beliebige” Anwendungen oder Geräte auf Skype als Dienst zurückgreifen können, braucht es eine einheitliche und öffentliche Programmierschnittstelle (aka API) sowie Bibliotheken. Diese gab es bislang nicht (bzw. wurde nur einer zahlenden Kunden zur Verfügung gestellt).

Heute hat Skype jedoch die neue “kopflose” Variante SkypeKit vorgestellt. SkypeKit ist praktisch Skype, jedoch ohne eine Oberfläche. Entwickler können somit eigene Skype-Clients und Frontends bauen. Laut eigenen Angaben gibt es SkypeKit für zahlreiche Chipsätze und Betriebssysteme. Ich vermute mal stark, dass man Linux hier nicht vergessen hat, immerhin gibt es ja mit Android und den immer populäreren Web-Tabletts mit Linux zahlreiche potentielle Kunden.

Die Beta steht ausgewählten Kunden wohl schon länger zur Verfügung. Ab 23.6. kann jeder Entwickler sich für einen Zugang zum SkypeKit Beta Programm bewerben. Ich wage mal die kühne Prognose, ab Ende des Jahres können wir mit einen brauchbaren Skype-Client für Linux rechnen.

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

23 Kommentare

  1. Gute Sache, bin weniger an einem Client als an der “ordentlichen” Integration in die DE interessiert.

    • Ja, folgt man dem Linux-Skype-Blog, dann sieht es auch so danach aus, dass von Skype selber nix mehr in Richtung Linux-Client unternommen wird. Nativer Skype-Support in Empathy, Pidgin und Co. würde mir ja reichen ;)

      • Ein Nativer Skype-Support in den jeweiligen Linux-Clients wär ja mal eine wirklich gute Sache.
        Viele meiner Freunde verwenden Skype und so brauch dann nur noch ein Client für alles…

  2. Sehr schön!

    Mal schauen wie langs dauert, bis es erste Frontends dafür gibt.

  3. Ich warte dann mal auf die Umsetzung in Pidgin. Fehlt ja dann nur noch TS3, oder?

    killermoehre

  4. Toll :D
    Ich würde mich über sowas in Pidgin freuen – unter Linux gibt es schließlich bereits Support für Video und Audio mit Jabber.
    Mit dem Skypekit kann man Skype auch ohne X auf einem Server laufen lassen…

    • Wobei Video- und Audio-Chat mit Pidgin bei mir absolut nicht funktionieren. Eine Anfrage an mich bringt Pidgin z.B. zum Einfrieren. Jemand kann also aus der Ferne einfach so mein Pidgin abstürzen lassen. :-)

      • Das ganze wird bei Linux leider immer wieder Probleme mit Audio- und Video Treibern geben, schon beim jetzigen Skype Linux-Client wohl das Hauptproblem, daran würde ein neues Frontend in Empathy, Pidgin auch nicht viel Ändern.
        Wer die “richtige” Grafikkarte und Soundchip besitzt hat schon heute weniger Probleme.
        Im Nokia N900 ist das halt einfacher zu Realisieren da nur eine Hardware Konfiguration auf dem Desktop hingegen hundert Verschiedene.

        • basic, das muss nicht sein. Ich hoffe mal dass die Skype-Jungs Gstreamer oder/und Phonon implementiert haben, dann hat Skype rein gar nichts mehr mit der Kommunikation mit der Hardware zu tun.

          • ja Gstreamer wäre wohl besser, zur Zeit gibt es mit der letzten Beta teilweise noch Arge Probleme mit Pulse Audio Implementierung und einiger Hardware und auch im Video Bereich mit einigen Karten / Treibern.

  5. Hi,
    im Nokia N900 auf Basis von Maemo Fremantle ist bereits in Skype Client integriert worden. Informationen kann man dazu zwar auf der Page von Skype finden, jedoch nicht wirklich, welches Basis es ist. Trotzdem nett gemacht :)

  6. Heißt das jetzt das Entwickler (Bsp.: Pidgin) auf das Skype Protokoll zugreifen bzw. es implementieren können und man keine externe Anwendung/Clients braucht? Bin mit dem Frontend ein wenig verwirrt.

    Wenn dem so wäre wäre das natürlich eine super Sache, auch wenn das Protokoll natürlich proprietär ist. Besser als zwei verschiedene Clients laufen zu lassen.

    • Ja so wär es dann. Zumindest habe ich das so verstanden…
      Ich finde es einfach Spitze. Proprietär hin oder her. Ich möchte mit all meinen Freunden Reden, Chatten usw. ohne gleich zig verschiedene Programme laufen zu lassen. So haben wir, wenn alles klappt, nur noch eins für die wichtigsten Protokolle.

  7. Wobei ich auf Golem.de gelesen habe das bevor Entwickler ihre Programme mit der Implementierung veröffentlichen können, sie eine obligatorische Qualitätsprüfung durchführen müssen seitens Skype, was wieder Geld kosten soll. Eventuell kann man das über Spenden realisieren, was bestimmt machbar wäre.

    http://www.golem.de/1006/75951.html

  8. also, ich finde, man sollte die benutzung von skype boykottieren und nur offenen protokollen seine kommunikation anvertrauen. eine freie und offene welt im informationszeitalter kann nur mit freier software realisiert werden.

    • Boykottieren hilft da leider gar nichts, da Skype nun einmal das am weitesten Verbreitete Protokoll ist.
      Die Programmierer von Quell Offenen VOIP Programmen sollten sich lieber fragen warum dies so ist und vielleicht ihre Software einmal Attraktiver machen und vor allen für alle Plattformen bereitstellen.
      Der Nutzer hat die Wahl auch zwischen freier oder proprietärer Software, das sollte nicht “vorgeschrieben” werden sondern der Wettbewerb Regeln.

    • Yep, ich (bzw. meine bessere Hälfte) telefoniere recht oft nach Südamerika. Dort sind schnelle Internetzugänge noch sehr teuer, so dass viele Leute in Internet-Cafes gehen, um telefonieren (bzw. Skypen) zu können. Ich kann den Leuten recht schlecht sagen, dass sie sich doch bitte einen Computer und DSL zulegen sollen, weil ich es ethisch/moralisch nicht für vertretbar halte über ein geschlossenes Protokoll zu kommunizieren.

  9. Ist noch niemanden aufgefallen, dass in der offiziellen Ankündigung der 23. Juni, also der 23.06. genannt wird? Das ist heute, wo man sich bewerben kann.

    killermoehre

  10. Ahhhh, sehr gut! Skype ist zwar weiterhin doof, weil unfrei, aber oft bleibt einem nunmal nichts anderes übrig.

    Ich hoffe das Pidgin das ganze bald aufnimmt und ich dann nicht mehr Pidgin + Skype nebenbei laufen lass sondern alles in einem Fenster habe :)

  11. Gibt es diese ganze Sache jetzt mittlerweile? Ich will Skype in Pidgin einbinden, aber das nebenbei der originale Client laufen muss ist ja mal total hirnlos.

    Liebe Grüße
    Malte

    • Hallo Malte, leider nein. Ich hab diesbezüglich leider noch keine einzige Neuigkeit zu Gesicht bekommen. Verwendest du Ubuntu Natty mit Unity als Shell? In dem Fall könntest du Skype von der Whitliste der Traybar streichen. So läuft zwar immer noch Skype im Hintergrund, du bekommst jedoch von Skype praktisch rein gar nichts mehr mit.

      //PS: Schaut man sich die Kommentare in http://blogs.skype.com/developer/2010/06/skypekit_beta.html an, so sieht SkypeKit ziemlich tot aus. Zahlreiche Entwickeler/Firmen melden, dass sie sich erfolgreich bei dem SkypeKit Beta-Programm angemeldet haben, aber dann keinerlei Infos – geschweige denn Zugang zu den Betas – erhalten. Ich glaube SkypeKit kann man kompostieren. Mal sehen ob Facebook oder Google Skype kaufen. Rein technisch wäre es doch interessant, wenn Google Skype kaufen würde. Gäbe es eine Schnittstelle zwischen GTalk und Skype, dann wäre ja auch die Kommunikation mit beliebigen XMPP-Accounts und Clients nicht mehr weit.

  12. Pingback: SkypeTab überholt die Skype-GUI | Linux und Ich

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