Linux und Ich

Blog über Ubuntu, Linux, Android und IT

YaWOS, ein alternatives auf Ubuntu basierendes Betriebssystem für das WeTab mit KDE als Desktopumgebung

YaWOS, ein alternatives auf Ubuntu basierendes Betriebssystem für das WeTab mit KDE als Desktopumgebung

| 8 Kommentare

Vor einiger Zeit wurde das famose, aber irgendwie doch gefloppte WeTab ja recht günstig abverkauft. Damals konnte man das Gerät für 333 Euro kaufen, vielleicht hat ja einer von euch beim Abverkauf zugeschlagen und sucht nun einen Weg “mehr” aus dem WeTab herauszukitzeln. Die Community rund um das WebTab arbeitet aktuell daran Ubuntu in Form einer angepassten Distribution namens YaWOS (Yet another WeTab OS) zu bringen.

YaWOS basiert auf Kubuntu 11.04 und wurde speziell für das Touch-Display des WeTabs angepasst. So gibt es z.B. links und rechts große Panels oder die Fensterleisten sowie Icons in Anwendungsprogrammen wurden vergrößert, damit man diese leichter mit den eigenen Wurstfingern erwischen kann. So lässt sich Kubuntu leichter auf dem Touchscreen des WeTabs nutzen.

Die Installation von YaWOS kann von einem USB-Stick erfolgen, weitere Informationen zur Installation findet ihr im Wiki des Projekts. Die Hardware des WeTabs wird wohl größtenteils unterstützt, allerdings wurde die Funktion deaktiviert den Schirm zu drehen, da für diese proprietäre Treiber benötigt würden. Da ich leider kein WeTab besitze, kann ich euch für eine Demo nur an YouTube verweisen, im folgenden Video könnt ihr YaWOS in Aktion sehen.

Das Wiki der WeTab-Community listet ein paar Vor- und Nachteile im Vergleich YaWOS/WetabOS. Neben der im Video doch etwas trägen Bedienung vermittelt die Liste vielleicht am besten, was YaWOS ausmacht und ob sich ein Blick zu diesem OS für das WeTab lohnt.

Vorteile (gegenüber WetabOS)

  1. Die onscreen Tastatur ist um Klassen besser.
  2. Beim Arbeiten mit externer Tastatur poppt nicht immer die onscreen Tastatur auf, wenn man einen Text schreiben will.
  3. Die Software kann viel leichter angepasst werden.
  4. Jede Software aus den Repositories von Kubuntu kann verwendet werden.
  5. Die Bedienung / die Eintellungsmöglichkeiten muss ein Ubuntu Nutzer nicht neu erlernen.
  6. Die Multitouch-Steuerung funktioniert in wesentlich mehr Programmen, als unter WetabOS.

Nachteile (gegenüber WetabOS)

  1. YaWOS startet langsamer als WetabOS.
  2. YaWOS hat wesentlich mehr Software installiert, die man teilweise wieder entfernen sollte. So sind z.B. vier Browser installiert.
  3. Die einzelnen Programme sind noch nicht alle touchoptimiert. Dies kann man aber zum Teil (z.B. beim Chrome) schnell selber machen.
  4. YaWOS hat noch Probleme bei der Bedienung des Softwarecenters und Dolphins. Alternativ kann man Synaptic und Nautilus verwenden.Die Probleme scheinen von der Multitouch-Steuerung zu kommen.

Bis YaWOS die Beta-Phase verlässt, wird es noch ein bisschen dauern. Aktuell ist man z.B. dabei die Homepage noch auf “richtige” Beine zu stellen, so dass sich das gesamte Projekt besser präsentieren kann. Solltet Ihr weitere Fragen haben, so könnt ihr über das Forum der WeTab-Community oder die YaWOS Facebook-Gruppe Kontakt zum Projekt aufnehmen. Dort findet ihr auch Informationen zu Features, die es bislang noch nicht in das Beta-Image geschafft haben.

YaWOS für das WeTab

Das WeTab selber gibt es nach wie vor im Handel zu kaufen, Amazon listet das WeTab 3G 32GB mit UMTS, Bluetooth, Wi-Fi und GPS (Partnerlink) gerade für stolze ~360 Euro, wobei zurückgesendete aber neuwertige Geräte wohl auch für ~290 Euro zu haben sind.

(Via Klaus über die Kommentare im Beitrag zum Ausverkauf der WeTabs, danke für den Hinweis!)

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

8 Kommentare

  1. Sehr interessant. Werde ich mir mal in der VirtualBox angucken. Mit “Plasma Active” gibt es einen sehr viel. versprechenden Absatz KDE selbst an Tablets anzupassen. Es gibt sogar spezielle WeTab -Images.

  2. Nie wieder schreibe ich einen längeren Kommentar mit dem Handy…

  3. Ansich ganz nett gemacht, aber ich finde das System zu überladen, wie du selbst schon gesagt hast. (z.B. Gimp, auf einem Tablet, klar wenn man über USB Maus und Tastatur anschliesst ist das schon gut, aber ich fände sollte man eher bei Bedarf übers Softwarecenter installieren)

    Ich verwende auf meinem WeTab immernoch Win7, weil das nach meinem Empfinden den besten Touchsupport besitzt. (Beste wäre jedoch ein gut laufendes Android3 oder WebOS)

  4. Man sollte sich nicht auf Amazon fixieren. Es geht auch noch günstiger. ;)

    http://gh.de/530336

    • Achtung, das ist die Variante mit 16GB Speicher anstatt 32GB. Außerdem hat sie kein UMTS und kein GPS. Das WeTab 3G ist IMMER teurer http://gh.de/530338 ;) Ausserdem sollte man drauf achten, dass man die “Rev 2″ bekommt, wo eine Macken der ersten Generation ausgebügelt wurden.

      Grüße
      Christoph

      • Also ich nutze es selbst seit drei tagen auf meinem 3G und finde es echt spitze, ich hatte vor wetab os drauf und win 7 aber so richtig konnte mich keins überzeugen nur YAWOS das find ich echt klasse!
        PS: das mit Rev.2 ist soweit wie ich das in der community gelesen hab nur eine Marketing sache und beinhaltet nur software updates die sowieso über die updates eingespielt werden. So konnte man eben die amazon bewertungen positiv beeinflussen oder besser man musste sich nicht mehr für die schlechten rechtfertigen.

        • Echt? Ist das eine reine Marketing-Aktion. OK, bei WeTan (der Firma) kann ich mir alles vorstellen :D So kann man dann vielleicht ein Gerät der “ersten Generation” vielleicht günstiger bekommen, ist ja auch gut zu wissen.

Hinterlasse eine Antwort

Auf Linux und Ich darf anonym kommentiert werden. Die Felder für Name und E-Mail-Adresse dürfen beim Eintragen eures Kommentars leer bleiben. Ich freue mich aber über jeden Kommentar, zu dem der Autor mit seinem Namen steht.