Bei den Themen File Sharing oder P2P läuten mittlerweile bei vielen unbedarften Internetbenutzern die Warnglocken. Die Medien und die Politik haben die Öffentlichkeit so sehr verunsichert, dass sie denkt „Filesharing ist böse, illegal und ein Verbrechen, mit dem man am besten nichts zu tun hat“. Doch dem ist nicht so. File Sharing ist genauso legal oder auch illegal wie Auto fahren. Hält man sich an bestehende Gesetze und Regelungen, so ist an File Sharing sowie Auto Fahren nichts auszusetzen. Verteilt man jedoch Daten (kommerzielle Spielfilme, Musik usw.), die man nicht verbreiten darf, weil man selber nicht das Recht besitzt sie zu verteilen, so macht man sich strafbar. Ebenso wie mit dem Auto, wenn man bei Rot über die Ampel fährt.

Warum braucht man überhaupt File Sharing? Daten in das Internet zu transferieren kostet Geld. Möchte man als Betreiber eines kleinen Projektes größere Datenmengen verteilen, so muss man einen Weg finden, der finanzierbar ist. Hier kommt File Sharing als effektiver und kostengünstiger Weg in Betracht. Die Interessenten verteilen die Daten untereinander, so dass sich die Kosten am Ende in Grenzen halten. Dadurch ist es z.B. dem Open-Source Film Elephants Dream möglich die hochauflösenden Versionen des Filmes ohne hohe Kosten zu verteilen.

Das hat mittlerweile sogar die „Content“-Industrie (also Hollywood, Plattenlabels usw.) verstanden. Diese kooperieren oder fördern immer öfters bekannte File Sharing Projekte, um ihre – mit DRM kopiergeschützen – Inhalte zu verteilen. In den letzten Jahren hat sich BitTorrent als dominierendes File Sharing System durchgesetzt. Dezentrale Server (im BitTorrent Jargon Tracker genannt) koordinieren hier den Download von bereitgestellten Dateien. Um eine bestimmte Datei herunterladen zu können, benötigt die Client-Anwendung eine Torrent-Datei (meist .torrent). In dieser befindet sich die Adresse des Tracker-Servers sowie Dateiname, Größe und Prüfsummen der herunterzuladenden Datei.

Solche .torrent Dateien findet man üblicherweise auf den Downloadseiten der Projektbetreiber. So wird z.B. auch Ubuntu über BitTorrent verteilt. Torrent-Dateien für Ubuntu findet man unter Anderen auf http://releases.ubuntu.com/6.10. Dort bekommt man Torrents wie ubuntu-6.10-alternate-i386.iso.torrent. Diese Datei öffnet man anschließend im bevorzugten BitTorrent Client.

Die Client-Anwendungen bekommen vom Tracker mitgeteilt, wer sonst noch die Datei herunterlädt. Wobei sich für jede Datei ein kleines dynamisches „Netzwerk“ entwickelt. Lädt man also z.B. eine .iso Imagedatei einer Linux-Distribution herunter, so kann man sicher sein, dass man nur die Daten dieser Datei verteilt. Kein Bit einer „schwarz“ gebrannten Audio-CD kommt über die eigene Leitung. Man bewegt sich in einem absolut legalem Rahmen. Ubuntu sowie Kubuntu bringen von Haus aus BitTorrent Client Programme mit. Diese beiden Programme sind sicherlich nicht die besten BitTorrent Client Programme, sie reichen jedoch absolut dafür aus, um hin und wieder eine Datei über BitTorrent herunterzuladen.

GNOME

Bei Ubuntu ist die Anwendung selber versteckt. Sie startet automatisch, wenn man eine .torrent Datei mit einem Doppelclick öffnet. Man muss nur noch den Ort angeben, an dem die Datei abgespeichert werden soll und nach einer kurzen Wartezeit sollten die ersten Daten eintreffen. Alternativ kann man die Anwendung auch in das Anwendungsmenü einfügen. Über System | Einstellungen | Menustrüktur öffnet man den Menüeditor. Dort aktiviert man in der Rubrik „Internet“ den Eintrag „BitTorrent“.

Danach findet man unter Anwendungen | Internet | BitTorrent den BitTorrent Client wieder. Die Möglichkeiten der Bedienung des Programmes sind auf das nötigste reduziert. Ein Download kann mit Stopp unterbrechen und mit Fortsetzen an der selben Stelle wieder fortgesetzt werden. Sollte man die Anwendung komplett schließen, so wird ein Download nach dem erneutem Start ebenso wieder aufgenommen, ohne dass Daten verloren gingen.

KDE

Auch bei Kubuntu wird von Haus aus ein BitTorrent installiert. Dieser findet sich im Menü unter K-Menü | Internet | KTorrent BitTorrent Client und ist ebenfalls mit .torrent Dateien verknüpft, so dass sich beim Klick auf eine solche Datei KTorrent öffnet und den Download beginnt. KDE-typisch ist die Anwendung deutlich aufwändiger aufgebaut. Trotzdem wird man sich relativ schnell darin zurecht finden.

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