Wer im Homelab ein paar Docker-Container betreibt, braucht früher oder später eine Startseite, die alle Dienste bündelt. Bei mir erledigt das aktuell Homepage, weil es sich so einfach einrichten lässt und viele fertige Widgets mitbringt. Mit Homarr 2.0 schielt nun allerdings ein Konkurrent deutlich in meine Richtung.
Bevor Fragen aufkommen: Nein, Homarr hat nichts mit dem *arr-Stack zu tun, mit dem so mancher Homelab’er auf hoher See segelt. Kleine Ironie am Rande: Ausgerechnet Sonarr und Radarr dienen in den Release Notes immer wieder als Paradebeispiele für die Integrationen des Dashboards.
Die Entwickler sprechen selbst vom „ultimativen Homarr-Update“. Wer keine Lust auf die ziemlich ausführlichen Release Notes hat, bekommt – O-Ton des Projekts – ein Video für die kurze Aufmerksamkeitsspanne. Es zeigt die wichtigsten Neuerungen von Homarr 2.0 in knapp zwei Minuten im Schnelldurchlauf.
Widgets nach Maß und ein Workshop zum Teilen
Das Herzstück der neuen Version sind die Custom Widgets v2. Eigene Widgets entstehen aus JSX, API-Anfragen, Aktionen und typisierten Einstellungen. Wer nicht selbst programmieren mag, beschreibt dem eingebauten Assistant einfach, was er braucht, und testet das Ergebnis anschließend in einer Art Werkbank.
Genau das macht für mich den Reiz aus: Das Widget-System sieht wesentlich umfangreicher und variabler aus als das von Homepage. Laut den Entwicklern lässt sich damit fast jedes Widget bauen – auch das, welches nur drei Leute brauchen. Die müssen jetzt nicht mehr warten.

Die zweite Hälfte des Konzepts heißt Workshop. Dort veröffentlichen, bewerten und installieren User fertige Widgets und eigenes CSS. Ungetesteter KI-Slop hat dort laut den Entwicklern nichts verloren, der Workshop wird moderiert. Zugangsdaten und Adressen der eigenen Instanz bleiben dabei auf dem eigenen Server.
Ebenfalls neu ist eine Schnittstelle, über die Widgets, Skripte oder KI-Agenten per MCP die gespeicherten Integrationen nutzen. Homarr kennt die Adressen und API-Schlüssel der Dienste ja ohnehin. Es prüft die Rechte, hängt die Zugangsdaten an und reicht die Anfrage weiter, ohne die Schlüssel jemals herauszugeben.
Neuer Board-Editor und viel Kleinkram
Den Board-Editor haben die Entwickler außerdem von Grund auf neu aufgebaut. Das alte Drag-and-Drop flog raus, Verschieben und Skalieren laufen jetzt über dnd-kit und prüfen Kollisionen vor dem Speichern. Gruppen und dynamische Abschnitte weichen sogenannten Containern, und feste Seitenleisten kehren zurück.

Dazu kommen eine neue Ersteinrichtung in sechs Schritten, ein frei konfigurierbarer Header und 31 neue Integrationen, etwa für Linkwarden und Karakeep, Frigate oder Mealie. Docker und Podman lassen sich mit mehreren Hosts anbinden. Für Umsteiger wie mich praktisch: Homarr versteht auch die Docker-Labels von Homepage.
Wichtig für bestehende Installationen: Homarr 2.0 unterstützt nur noch SQLite und PostgreSQL, hier laufen die Migrationen beim Start automatisch. Wer bisher MySQL nutzt, muss seine Daten vor dem Update mit einem separaten Skript nach SQLite überführen. Die nötigen Schritte beschreibt eine Anleitung des Projekts.
Ob ich mein Homepage-Setup tatsächlich in Rente schicke, weiß ich noch nicht. Interessant wird Homarr 2.0 für mich aber ganz sicher. Die Live-Demo zum Reinschnuppern hilft euch gerade allerdings nicht weiter: Sie wird aktuell förmlich überrannt und ist daher offline. Welches Dashboard nutzt ihr in eurem Homelab?






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