Auf meinen Desktops und Notebooks habe ich jahrelang Ubuntu eingesetzt. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich bereits mit Warty (Ubuntu 4.10) experimentiert hatte, mit Ubuntu „Hoary Hedgehog“ 5.04 folgte dann der Umstieg von Debian auf Ubuntu. Über sieben lange Jahre war mir Ubuntu ein treuer Begleiter, doch langsam bröckelt die Beziehung. Nicht, dass ich böse wäre dass Canonical auf Unity setzt, das ist mir ziemlich schnuppe — ich habe mir eh immer „mein“ Ubuntu gestrickt — Ubuntu verliert jedoch langsam das, was es lange Zeit ausgezeichnet hat: Sehr stabiler Betrieb, bei aktueller Software.

Ich mag die GNOME Shell, ich will GNOME 3.8 auf meinem Arbeitsrechner haben, doch auch in Ubuntu 13.04 und auch mit den zusätzlichen GNOME-PPAs ist ein aktuelles GNOME unter Ubuntu einfach unbenutzbar. Zig Funktionen, die in GNOME an sich nicht kaputt sind, machen unter Ubuntu Ärger. Zahlreiche Abstürze von Apps oder auch der kompletten Shell trüben auf meinen Rechnern das Bild „meines“ GNOME-Ubuntus. Schreibe ich im Blog darüber, kommt oft die Antwort „Unter Arch keine Probleme“.

Liebe Arch-Freunde: Wie recht ihr doch habt! Arch läuft seit zwei Tagen auf meinem Desktop und ich bin angefixt. Die GNOME Shell schnurrt unter Arch wie ein Kätzchen. Sie arbeitet flüssig, alles was tun soll tut! Arch hat keinen graphischen Installer, kein buntes Software Center, ich würde Arch daher keinem absoluten Linux-Anfänger Arch empfehlen. Zu oft würde man für einem Berg stehen und sich fragen „und nun?“. Wer aber die Begrifflichkeiten kennt, wer weiß dass PulseAudio für Sound verantwortlich ist, wer schon einmal apt-get bedient hat, wer sich mit PPAs zurecht gefunden hat. Der kann auch mit pacman/yaourt/pacaur zurecht. Und dank dem Arch User Repository (AUR) — praktisch das zentrale PPA der Arch-Community — ist jede fast jede Linux-Software in aktueller Version auf dem PC.
Für euch als Leser von Linux und Ich ändert sich dadurch nicht viel. Ich werde nach wie vor die Artikel auch für Ubuntu recherchieren, allerdings nur nicht mehr immer auf einem Ubuntu-System auch testen. Zudem wird es natürlich auch den einen oder anderen „Nur-Arch-Artikel“ geben, so dass ihr auch einmal ein bisschen über den Tellerrand schauen könnt, ohne gleich auf Arch umzusatteln. Starten wird das mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer kleinen Screencast-Reihe, doch davor geht es erst mal ein bisschen in den Urlaub. Do it the Arch Way!





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