/de/feed/: Euer altes Feed-Abo liefert wieder Artikel

Avatar von Christoph Langner

5 Min. Lesezeit

32 Aufrufe

Wer den Feed von Linux und Ich noch unter der alten Adresse /de/feed/ abonniert hat, bekam von mir seit geraumer Zeit keine Beiträge mehr zu sehen. Das ist seit gestern repariert – und ich hätte gerne eine kurze Rückmeldung, ob bei euch wieder etwas ankommt.

Ein Computermonitor mit Webcam zeigt einen RSS-Reader im dunklen Design.

Eigentlich wollte ich nur herausfinden, warum mein Server ab und zu ins Stocken gerät. Also habe ich zwei Tage lang jeden Aufruf mitgeschrieben, der bei mir PHP startet, und mir die Liste danach in Ruhe angesehen. Herausgekommen sind gut 70.000 Zeilen.

Dabei bin ich über etwas gestolpert, das mir deutlich weniger gefallen hat als ein paar lahme Datenbankabfragen: 204 verschiedene Rechner, die brav weiter meinen Feed abfragen – manche im Viertelstundentakt – und von mir trotzdem seit Jahren keine einzige Zeile mehr bekommen haben.

Was da schiefgelaufen ist

Linux und Ich war vor vielen Jahren einmal zweisprachig angelegt, deshalb gab es damals /de/ vor jeder Adresse. Die Struktur ist längst weg, euer Abo in FreshRSS, Tiny Tiny RSS oder Newsboat aber natürlich nicht. Die fragen treu weiter die alte Adresse ab.

Ein guter Teil dieser Abos dürfte noch aus dem Frühjahr 2013 stammen, als Google seinem Reader den Stecker zog und wir alle unsere Feeds händisch in neue Programme geschoben haben – mit der Adresse, die damals eben aktuell war.

Und WordPress geht mit unbekannten Adressen erstaunlich großzügig um. Statt schlicht zuzugeben, dass es die Route nicht mehr kennt, sucht es sich anhand des Namensfragments den ähnlichsten Beitrag heraus und leitet kurzerhand dorthin weiter. Gut gemeint, nur eben falsch.

Bei /de/feed/ war das ausgerechnet mein alter Artikel Feedly, Theme und kleines Fazit zu Tiny Tiny RSS als Ersatz für den Google Reader. Ein Feedreader fragt nach dem Feed und bekommt einen Artikel über Feedreader – die Pointe hätte ich mir nicht besser ausdenken können.

Nur kam das eben als HTML statt als RSS an. Für jedes Leseprogramm ist das schlicht Datenmüll: Es fragt nach einer Feed-Datei, bekommt eine Webseite und zeigt im besten Fall einen Fehler an. Im schlechtesten schweigt es einfach.

Die Atom-Variante /de/feed/atom/ war noch schöner: sauberes 200 OK, gültiges XML, 529 Byte – ein komplett leerer Kommentar-Feed. Technisch tadellos, inhaltlich nichts. Wer die abonniert hatte, sah über Jahre hinweg eine Quelle, die einfach nie etwas Neues brachte.

Was ich geändert habe

Zwei Weiterleitungsregeln in der .htaccess schieben /de/feed/ und /de/feed/atom/ jetzt dauerhaft auf /feed/ beziehungsweise /feed/atom/. Kein Raten mehr, keine Sackgasse – ein Sprung, und euer Reader hat den echten Feed. Wer abonniert hat, bekommt ab sofort wieder, was er bestellt hat.

### /de/feed, /de/feed/ -> /feed/
RewriteRule ^de/feed/?$ /feed/ [R=301,L]

### /de/feed/atom, /de/feed/atom/ (auch rss, rss2, rdf) -> /feed/atom/
RewriteRule ^de/feed/(atom|rss|rss2|rdf)/?$ /feed/$1/ [R=301,L]

Falls ihr das nachbaut, eine Warnung, die mich selbst Zeit gekostet hat: Die Zeilen müssen vor den Block # BEGIN WordPress. Dahinter laufen sie ins Leere, und zwar vollkommen lautlos. Keine Fehlermeldung, kein Hinweis im Log, einfach keine Wirkung.

WordPress schreibt die Anfrage dort auf index.php um, mod_rewrite startet den kompletten Regelsatz daraufhin neu – und bricht im zweiten Durchlauf sofort bei RewriteRule ^index\.php$ - [L] ab. Was hinter # END WordPress steht, sieht bei sprechenden Permalinks also nie jemand.

Nebenbei habe ich den Feeds noch etwas Gutes getan. Sie machten über die Hälfte aller Anfragen aus, die bei mir überhaupt PHP starten. WP Fastest Cache legte die fertigen Feeds zwar längst als Datei ab, lieferte sie dann aber trotzdem über den kompletten WordPress-Start aus.

Also Datenbank hochfahren, Plugins laden, Theme laden – um am Ende eine Datei einzulesen, die Apache genauso gut direkt hätte herausgeben können. Genau das tut Apache jetzt. Aus gut einer Sekunde sind rund 90 Millisekunden geworden. Das merkt ihr kaum, mein Server dafür umso mehr.

Und jetzt seid ihr dran

Hier ist meine Bitte: Wenn dieser Artikel bei euch im Reader auftaucht, schreibt mir bitte kurz einen Kommentar. Ein „angekommen“ plus der Name eures Readers reicht völlig, mehr brauche ich gar nicht. Wer mag, nennt auch die Adresse, unter der er abonniert hat.

In meinen Logs sehe ich nämlich nur, dass jemand den Feed abruft. Ob der Inhalt am anderen Ende auch wirklich lesbar ankommt, sehe ich nicht – dafür brauche ich euch. Zahlen in einer Logdatei sind eben noch kein gelesener Artikel.

Und noch ein praktischer Tipp: Tragt in eurem Reader am besten gleich https://linuxundich.de/feed/ direkt ein. Die meisten Programme übernehmen eine dauerhafte Weiterleitung zwar von selbst, aber verlassen würde ich mich darauf nicht. Einmal kurz die Adresse tauschen, dann ist die Sache endgültig erledigt.

Bleibt mir nur, mich zu entschuldigen. Ihr hattet den Feed abonniert, ich habe beim Umbau nicht aufgepasst, und gemerkt hat es keiner von uns. Wer weiß, wie viele von euch gar nicht mitbekommen haben, dass hier Ende 2021 überhaupt wieder Leben eingekehrt ist.

Passt ja fast zu den BlogWochen, bei denen es gerade darum geht, die alte Blogkultur wiederzubeleben. Die fängt nämlich nicht bei schönen Themes an, sondern damit, dass die Leitungen zwischen Blog und Leser überhaupt funktionieren. Bei mir taten sie das eine ganze Weile nicht.

Was mich zur ehrlichen Frage bringt: Wie viele Feed-Abos schleppt ihr eigentlich mit, die still gestorben sind, ohne dass ihr es je bemerkt habt? Vielleicht lohnt sich bei euch heute Abend auch mal ein Blick in die eigene Abo-Liste.

Ähnliche Beiträge

10 Kommentare zu „/de/feed/: Euer altes Feed-Abo liefert wieder Artikel“

  1. Avatar von Tobias

    Ich bin schon lange dabei, wie lange das ist, weiß ich aber nicht. Dein Blog war aber einer der ersten Blogs, denen ich per RSS-Feedreader gefolgt bin!
    Ich bin jetzt über Feedly gekommen und die Adresse ist (https://linuxundich.de/feed/). Ich habe aber vor ein paar Monaten aufgräumt und habe den Blog, meiner dunklen Erinnerung nach, dabei auf diese Adresse umgestellt.
    Ich habe aktuell 11 unerreichbare Feeds und 65 Feeds, die länger als drei Monate nichts veröffentlicht haben. Insgesamt habe ich 182 Feeds.
    Es freut mich, dass es hier wieder mehr Beiträge gibt! 🙂

  2. Avatar von onli

    Find ich super. Grad geschaut, bei mir war schon der reguläre Feed ohne /de/ abonniert.

    1. Avatar von Christoph Langner

      Hehe, hab auch schon eine Antwort eines Leser bekommen, der hatte noch xxx://christoph-langner.de/de/feed/atom abonniert. Ein Leser, der absolut ersten Stunde 😀

  3. Avatar von Andreas

    Angekommen, Akregator. Bei mir war linuxundich.de/feed aboniert.

    1. Avatar von Christoph Langner

      Dann warst du zum Glück nicht betroffen. Es hat vor allem die Leser erwischt, die den Feed vor Jahren – ach, Jahrzehnten – mal in ihren Feedreader eingetragen und seitdem tapfer mit sich herumgetragen haben. Quasi die Stammleser der ersten Stunde. 🙂

  4. Avatar von Bernardo

    angekommen 🙂
    via tt-rss

  5. Avatar von Thomas

    Angekommen. Ich lese mit der iOS App Newsify. Ich freue mich wenn es wieder Beiträge von dir zu lesen gibt. Ich halte an RSS Feeds genau aus den von dir genannten Gründen fest. Als Adresse hatte ich schon https://linuxundich.de/feed/ eingetragen.
    Bei der Gelegenheit sag ich einfach mal Danke für deine Arbeit und Artikel.

    1. Avatar von Christoph Langner

      Danke dir – und ebenfalls danke fürs Dabeibleiben! RSS-Feeds haben einfach nach wie vor ihren Sinn: Neue Beiträge landen direkt im eigenen Feedreader, ohne Algorithmus, Werbung oder dass man irgendeiner Plattform hinterherlaufen muss. Genau deshalb hat es mich auch ziemlich gewurmt, dass in den Feeds der Wurm drin war. Umso schöner, dass jetzt wieder alles läuft und du dabei bist!

  6. Avatar von Mirco

    Ist angekommen
    TT-RSS…und ich hatte sowieso schon korrekt https://linuxundich.de/feed/ abonniert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Markdown wird unterstützt: **fett**, _kursiv_, [Linktext](URL), `Code`, Zeilen mit - für Listen, 1. für nummerierte Listen, dreifache Backticks für Codeblöcke.

Über den Blog

Seit 2006 probiere ich hier aus, was Linux, freie Software und die passende Hardware so hergeben – von Distributions-Tests bis zum Raspberry-Pi-Projekt. Praxisnah statt bloßem Nachrichtenticker.

Zuletzt auf Mastodon

Ich finde Screenshots als Aufmacher oft langweilig. In der Vergangenheit habe ich daher oft den Bildschirm im wahrsten Sinne des Wortes abfotografiert. Das bringt etwas Leben in die Artikel –…

Kategorien

Blog unterstützen

Gefällt dir, was du hier liest? Mit einer kleinen Spende hilfst du, Hosting und neue Testgeräte zu finanzieren – und sorgst nebenbei für den nötigen Kaffee.

Linux und Ich — /de/feed/: Euer altes Feed-Abo liefert wieder Artikel
https://linuxundich.de/allgemein/de-feed-euer-altes-feed-abo-liefert-wieder-artikel/ — gedruckt am 23. September 2026