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CaseTinker: Gehäuse für den Raspberry Pi direkt im Browser anpassen

CaseTinker erzeugt druckfertige Gehäuse für Raspberry Pi, Arduino und ESP32 sowie Boxen und Gridfinity-Behälter im Browser. Maße und Öffnungen stellt ihr per Schalter ein, heraus kommt eine STL- oder 3MF-Datei für den Slicer.

Monitor zeigt CaseTinker-Website mit transparenter 3D-Vorschau eines Raspberry-Pi-5-Gehäuses und Maßeinstellungen.

Wer einen Raspberry Pi für ein neues Projekt aufsetzt, der steht früher oder später vor der Frage nach dem passenden Gehäuse. Auf Printables und Thingiverse liegen zwar zig Modelle, doch eines passt nie ganz: Mal fehlt die Öffnung für die Kamera, mal stört der Lüfter, mal soll der GPIO-Header frei bleiben. Dann heißt es, das Modell im CAD-Programm nachzubearbeiten, und das ist nicht jedermanns Sache.

Von genau diesem Gefrickel hatte der Reddit-User aic5_ genug. Ende September stellte aic5_ im Subreddit r/raspberry_pi CaseTinker vor, ein kleines Werkzeug für den Browser. Ihr wählt eine Vorlage, stellt Maße und Optionen ein, prüft das Ergebnis in der 3D-Vorschau und ladet anschließend eine STL- oder 3MF-Datei für euren Slicer herunter. Ein CAD-Programm oder ein Benutzerkonto braucht ihr dafür nicht.

Vorlagen gibt es für die Pico-Familie, den Pi Zero und Zero 2 W sowie den Pi 3B, 4B und 5. Bei den Gehäusen schaltet ihr jede Öffnung einzeln an oder ab, vom USB-C-Anschluss über die beiden Micro-HDMI-Buchsen bis zum microSD-Slot. Dazu kommen Spielraum um die Stecker, Lüftung, Deckel und auf Wunsch Platz für einen HAT. Kurze Texte lassen sich in den Deckel gravieren.

Aus den Kommentaren unter dem Reddit-Posting ist schon einiges in die Seite eingeflossen. So gibt es inzwischen Vorlagen für den Arduino UNO R3, den klassischen Nano und den Mega 2560, dazu zwei ESP32-Boards. Auf Wunsch eines Users kam eine Halterung für die Hutschiene als zusätzliches Teil hinzu. Den Schiebedeckel, der laut einem anderen Kommentar ständig ins Gehäuse fiel, hat aic5_ ebenfalls korrigiert.

Praktisch finde ich die Hinweise rund um den Druck. CaseTinker zeigt unter dem Modell die Abmessungen, den Platzbedarf auf dem Druckbett und empfohlene Einstellungen für den Slicer. Neben der 3D-Vorschau gibt es eine Ansicht Print layout und eine 2D drawing mit Bemaßung. Ein Testplättchen für Schraubenlöcher und ein Probestreifen für Scharniere helfen, Drucker und Filament vor dem eigentlichen Druck abzustimmen.

Nicht nur Elektronik bekommt bei CaseTinker ein Zuhause. Die Seite baut auch einfache Boxen mit Deckel zum Aufstecken, Einschnappen, Schrauben oder Aufklappen, Sortierkästen mit Fächern und Behälter für das Gridfinity-System. Letztere haben laut aic5_ noch keine Magnetlöcher und keinen Stapelrand, das soll später kommen. Etwas aus der Reihe fällt eine Gießform für Kerzengläser und Vasen aus Beton oder Harz.

Eure Entwürfe speichert CaseTinker lokal im Browser, als Backup lässt sich eine Datei herunterladen. Über Share erzeugt ihr einen Link, mit dem andere eine Kopie des Modells mit euren Einstellungen öffnen. Die Nutzung ist kostenlos, hinter der Seite steht die Blue Hill Foundry, LLC. Wer möchte, unterstützt den Betrieb der Server mit einer kleinen Spende. Für Entwickler gibt es zudem eine eigene Schnittstelle.

In meinen Augen ist CaseTinker ein schönes Helferlein für alle, die öfter mal einen Pi in ein Projekt stecken und keine Lust auf CAD haben. Mir kommt das Konzept sogar doppelt entgegen: Einen eigenen 3D-Drucker habe ich nicht, ich kann aber bei Freunden drucken lassen. Statt dort lange an einem fremden Modell herumzubasteln, kann ich mit CaseTinker gleich eine passende 3MF-Datei mitbringen.

Die Maße der Boards sollte man vor dem Druck trotzdem nachmessen, darauf weist die Seite selbst hin. Gerade bei geliehenen Druckern lohnt sich vorab das Testplättchen für die Schraubenlöcher. Rückmeldungen zu den Toleranzen auf anderen Druckern als dem Bambu Lab P2S von aic5_ sind ausdrücklich erwünscht. Habt ihr CaseTinker schon ausprobiert, oder druckt ihr eure Gehäuse lieber nach eigenem CAD-Modell?

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https://linuxundich.de/casetinker-raspberry-pi-gehaeuse-3d-druck-browser/ — gedruckt am 29. Oktober 2026