Vor drei Wochen habe ich euch mit Pulsgeber meine kleine Erweiterung vorgestellt, die die Profile des TUXEDO Control Centers in die Schnelleinstellungen von GNOME holt. Am 21. Oktober sind die Versionen 3.1 und 3.1.1 des Control Centers erschienen. Laut Changelog hat TUXEDO dabei vor allem die Paketstruktur umgebaut. Für Pulsgeber ist das mehr als Kosmetik, deshalb gibt es jetzt die Version 0.5.2.
Das Wichtigste vorweg: Das Umschalten der Profile hat nie gehakt, denn der Systemdienst tccd spricht weiterhin über dieselbe Schnittstelle mit Pulsgeber. Gestolpert ist die Erweiterung über Dinge drumherum. So heißt die Desktop-Datei des Control Centers jetzt com.tuxedocomputers.tcc.desktop. Pulsgeber hat die App deshalb nicht mehr gefunden, und der Eintrag TUXEDO Control Center fehlte im Menü der Pille.

Aus demselben Grund griff eine zweite Funktion nicht mehr: Ist das Tray abgeschaltet, beendet Pulsgeber das Control Center, sobald ihr sein Fenster schließt. Sonst liefe die App unsichtbar im Hintergrund weiter. Dazu kommt, dass das TCC seit 3.1 in einem anders benannten systemd-Scope läuft. Pulsgeber hat dort nur noch ein paar Hilfsprozesse erwischt, aber nicht den Hauptprozess. Beides ist jetzt behoben.
Kurioser ist die Sache mit dem Autostart. Bisher startete das Tray, wenn die Datei tuxedo-control-center-tray.desktop in ~/.config/autostart lag. Seit 3.1 bringt das Paket den Eintrag systemweit in /etc/xdg/autostart mit, und eine Datei im Home-Verzeichnis schaltet ihn ab, statt ihn einzuschalten. Pulsgeber hat also genau das Gegenteil von dem gemacht, was der Schalter Tray des TCC nicht starten verspricht.
Ganz rund läuft es aber auch beim TCC selbst nicht. Zum Abschalten legt das TCC eine leere Datei an, mit der gnome-session unter GNOME 51 nichts anfangen kann. Das Journal meldet, die Datei lasse sich nicht lesen, und das Tray startet trotzdem. Pulsgeber schreibt stattdessen eine Kopie des Eintrags mit Hidden=true, wie es die Spezifikation vorsieht. Das TCC zeigt den Autostart dann ebenfalls als abgeschaltet an.

Beim Test in meiner eigenen Sitzung kam dann noch ein älterer Fehler ans Licht: Seit Version 0.5.0 hat der Schalter überhaupt nichts bewirkt. Die Einstellungen brachen ab, bevor sie die Autostart-Datei schreiben konnten. Das Beenden des Trays übernimmt deshalb jetzt die Erweiterung selbst, sobald sich die Datei ändert. Mit 0.5.2 verschwindet das Tray sofort und startet auch nach dem nächsten Anmelden nicht mehr.
Wer noch ein älteres Control Center nutzt, merkt von alldem nichts. Pulsgeber erkennt am systemweiten Autostart-Eintrag, welches Verfahren gilt, und verhält sich mit TCC 3.0 und älter wie gehabt. Getestet ist die neue Version mit GNOME 51.1 und TCC 3.1.1 auf meinem InfinityBook S 17 Gen6. GNOME 51 selbst brauchte übrigens keine Anpassung, die Erweiterung lief dort schon vorher ohne Fehlermeldungen.
Bis die Aufnahme in den Katalog der Gnome-Exentsions klappt, gibt es das Update wie gehabt als ZIP-Paket auf der Release-Seite bei GitHub. Habt ihr Pulsgeber schon installiert, spielt ihr die neue Version einfach über die alte, dafür sorgt der Parameter --force:
gnome-extensions install --force pulsgeber@linuxundich.de.shell-extension.zipUnter Wayland lädt GNOME die neue Version erst nach dem nächsten Ab- und Anmelden. Alle Änderungen im Detail stehen im Changelog, Screenshots und Antworten auf häufige Fragen auf der Projektseite von Pulsgeber. Hakt bei euch nach dem Update des Control Centers noch etwas, dann meldet euch gerne hier in den Kommentaren oder als Issue auf GitHub.
Transparenzhinweis: Ich arbeite für TUXEDO Computers. Pulsgeber ist allerdings ein privates Projekt, das KI-unterstützt in meiner Freizeit entstanden ist. Es ist kein Produkt von TUXEDO und erhält keinen offiziellen Support von TUXEDO.




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