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Firefox 57 mit Client Side Decorations unter Gnome

Firefox 57 beherrscht Client Side Decorations. Der Schlüssel dazu fehlt jedoch in vielen Distributionen – als Alternative hilft ein Nightly-Build als Flatpak.

Mit Firefox 57 ist Mozilla in meinen Augen mal wieder ein wirklich großer Wurf gelungen. Es erinnert irgendwie an die guten alten Zeiten, zu denen Firefox (damals noch unter dem Namen Phoenix) aus der Mozilla Suite aka Netscape Communicator abgespalten wurde. Auf einmal funktioniert das Surfen durchs Netz wieder wieselflink. Nach Jahren mit Chrome als Standardbrowser ist Firefox bei mir wieder der Browser der Wahl. Endlich mal wieder ein freier Browser, der richtig Spaß macht und nicht durch mangelnde Geschwindigkeit oder fehlende Funktionen stört.

Besonders gut finde ich, dass der Browser endlich das GTK-Theme der Desktopumgebung aufgreift. Schalter, Menüs oder Tabs sehen so aus, wie beispielsweise bei Gedit oder Nautilus. So ergibt sich ein schön stimmiges Bild auf dem Desktop — Chrome schafft das nicht. Das Erscheinungsbild lässt sich allerdings noch weiter verbessern: Gnome unterstützt „Client Side Decorations“ oder kurz CSD. Der Desktop kombiniert also Fenster- und Menüleiste zu einem Element. Bei einem aktuellen Gnome-Desktop sieht man das am besten bei aktuellen Gnome-Anwendungen wie beispielsweise Files (aka Nautilus) oder Gedit.

Client Side Decorations für Firefox

Firefox 57 unterstützt CSD ebenfalls, eventuell muss man die Funktion jedoch erstmal aktivieren. Dazu öffnet man about:config und sucht dann nach dem Schlüssel widget.allow-client-side-decoration, den man auf True ändert. Danach muss man den Browser einmal schließen und wieder neu starten. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Nicht jede Linux-Distribution baut Firefox so, dass es diesen Schlüssel in der Firefox-Konfiguration gibt. Laut diesem Reddit-Thread funktioniert es nur unter Fedora oder OpenSUSE. Auf meinem System mit einem aktuellen Arch Linux taucht der Schlüssel nicht in der Firefox-Konfiguration auf.

Das wird sich in Zukunft mit Sicherheit ändern. Wer unbedingt jetzt schon Client Side Decorations bei Firefox sehen möchte und eine Distribution nutzt, deren Firefox die Funktion nicht unterstützt, kann sich alternativ das Firefox Nightly Build als Flatpak auf den Rechner holen. Am Beispiel von Arch Linux demonstriere ich das mal: Dazu installiert man den Flatpak-Paketmanager und spielt aus diesem das Firefox-Build ein. Beim ersten Mal muss Flatpak wahrscheinlich noch eine Reihe von Abhängigkeiten installieren.

Terminal12 Zeilen
Firefox Nightly als Flatpak installieren 
sudo pacman  -S flatpak
flatpak install --from https://firefox-flatpak.mojefedora.cz/org.mozilla.FirefoxNightlyCSD.flatpakref
Firefox Nightly als Flatpak aktualisieren
flatpak update
Flatpak-Pakete wieder deinstallieren
flatpak list
Ref Options 
org.mozilla.FirefoxNightlyCSD/x86_64/master system,current
org.gnome.Platform/x86_64/3.24 system,runtime
org.gtk.Gtk3theme.Adapta/x86_64/3.22 system,runtime
flatpack uninstall org.mozilla.FirefoxNightlyCSD/x86_64/master [...]

Anschließend erscheint Firefox im Anwendungsmenü doppelt: Einmal als klassischer Firefox und einmal als Firefox Nightly-Build — Gleichzeitig starten lassen sich die beiden Browser jedoch nicht. Allerdings ist es damit noch nicht ganz getan. Die Flatpak-Anwendungen greifen nicht das im System eingestellte Theme auf — da sie ja aufgrund der Sandbox nicht direkt auf das System zugreifen dürfen. Man muss sich daher erst einmal das passende Theme auch noch via Flathub organisieren. Eine Reihe von Gnome-Themes sind dort schon fertig paketiert. Für das Adapta-Theme lasse ich das mal im folgenden Beispiel durchlaufen. Das Theme steht nicht nur Firefox, sondern allen per Flatpak installierten Anwendungen zur Verfügung.

Terminal9 Zeilen
Themes für Flatpak-Anwendungen installieren
flatpak remote-add flathub https://flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo
flatpak remote-ls flathub | grep org.gtk.Gtk3theme
org.gtk.Gtk3theme.Adapta                    
org.gtk.Gtk3theme.Adapta-Eta                
[...]
org.gtk.Gtk3theme.Pop                       
org.gtk.Gtk3theme.Pop-light                 
flatpak install flathub org.gtk.Gtk3theme.Adapta

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Anonym „und FF60 ist raus“

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  1. Avatar von andreas

    Danke, Christoph für deinen Beitrag zum Firefox:) Eine eventuelle kritische Anmerkung zur „Verquickung“ mit Burda (Cliqz addon) war vermutlich für dich nicht relevant?!

  2. Avatar von Derda
    Derda

    Guter Beitrag. Einzige Kritik von mir, ist dass ’sudo‘ immer wieder verwendet wird. root kann man auch anders werden.

    1. Avatar von Christoph Langner

      Das Problem: Wie macht man es dem Leser… jedem Leser… klar? Einmal…

      $ foo

      …für ein „normales“ Kommando und einmal…

      # bar

      …für Kommandos, die Root-Rechte brauchen? Finde ich optisch schön, braucht aber immer eine extra Erklärung, sonst kommen Rückfragen. Zudem sieht es im Fließtext $ foo in meinem # bar Augen nicht wirklich gut aus.

      Besser wäre daher gleich den kompletten Prompt zu nennen, also beispielsweise…

      [19:57:26 toff ~]$ foo
      [root@ontario toff]# bar

      So sieht man gleich, dass es sich um Anweisungen im Root- oder User-Kontext handelt. Aber auch hier: Im Fließtext [root@ontario toff]# bar sieht das dann auch wieder suboptimal aus.

      Ich habe mir daher angewöhnt sudo bar zu verwenden. Funktioniert im Listing, funktioniert im Fließtext und macht dem Leser klar, dass er hier Root-Rechte benötigt. Es steht ja jedem frei sich anders Root-Rechte zu holen 🙂

  3. Avatar von Lars

    Ich nutze das Feature schon etwas länger unter Debian mit dem Firefox Nightly.
    Seit gestern funktioniert es aber nicht mehr. Schlüssel in about:config ist gesetzt und die Titelleiste unter Anpassungen abgeschaltet.
    Sie erscheint aber trotzdem.

      1. Avatar von
        Anonym

        Hat sich erledigt. Gerade wurde der Nightly aktualisiert, jetzt geht es wieder. 🙂

  4. Avatar von Bernd
    Bernd

    Vielen dank für diesen Beitrag! Bis zum Quantum-Update habe ich auf Extensions wie HTitle für Firefox gesetzt, danach wusste ich mir nicht anders zu helfen als die Gnome Extension „No Title Bar“ zu installieren – von dem about:config-Schalter wusste ich nichts. Der ist auf jeden Fall eleganter.

    Vor ein paar Jahren bin ich ebenfalls einmal kurz zu Chromium abgewandert gewesen, bin dann aber recht schnell aus rein politischen Gründen wieder zu Firefox zurück gekehrt – auch auf Kosten von Leistung und Akku-Zeit. Einen Tod muss man ja immer sterben 🙂

  5. Avatar von
    Anonym

    Es wird Teil von FF60 sein, welches irgendwann im Mai raus kommt.
    In der Beta Version funktioniert es bereits, Gnome ist damit 1000 mal besser.

    Der Wert in der config wurde zu widget.allow-client-side-decoration umbenannt.

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