KDE: The Documentary startet am 14. Oktober – pünktlich zum 30. Geburtstag

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Die Doku-Schmiede CultRepo (vormals Honeypot) widmet KDE einen abendfüllenden Film. Der Trailer ist seit Samstag online, die Premiere fällt exakt auf den 30. Jahrestag von Matthias Ettrichs Usenet-Posting.

Screenshot einer YouTube-Seite mit fünf Männern im oberen Bereich und dem Text 'KDE THE DOCUMENTARY TRAILER' in der Mitte.

Meine ersten Schritte auf dem Linux-Desktop habe ich mit FVWM gemacht, später dann mit Enlightenment. KDE konnte mich dagegen nie so richtig binden, von daher bin ich schon ewig mit Gnome unterwegs. Trotzdem schaue ich jedes Mal interessiert hin, wenn aus Richtung Plasma wieder ein Release mit ellenlangem Changelog kommt. Und jetzt bekommt dieser Desktop seinen eigenen Film.

Seit Samstag steht der Trailer zu „KDE: The Documentary“ auf YouTube, gut 43.000 Aufrufe hat er in den ersten Tagen gesammelt. Der komplette Film folgt am 14. Oktober. Erzählt wird die Geschichte des Projekts von Matthias Ettrichs Aufruf im Usenet über den Qt-Lizenzstreit, der die freie Desktop-Welt gespalten hat, bis hin zu KDE 4 – jenem Release, an dem die Community fast zerbrochen wäre – und dem Comeback danach.

Die Besetzungsliste liest sich wie ein Klassentreffen der freien Desktops: Gründer Matthias Ettrich, dazu Martin Konold, Matthias Kalle Dalheimer, Eva Brucherseifer und Cornelius Schumacher aus den frühen Jahren. Von Trolltech- und Qt-Seite kommen Eirik Chambe-Eng und Lars Knoll, für die Plasma-Ära stehen Aaron Seigo, Sebastian Kügler, Eike Hein, Albert Astals Cid und Nate Graham. Und mittendrin: Miguel de Icaza, der Gnome 1997 als Antwort auf genau dieses Lizenzproblem mitgegründet hat. Dass der in einer KDE-Doku zu Wort kommt, ist für sich genommen schon eine kleine Sensation.

Warum ausgerechnet der 14. Oktober?

Das Datum ist kein Zufall, sondern der Geburtstag. Am 14. Oktober 1996 schrieb Matthias Ettrich sein legendäres Posting in die Newsgroup de.comp.os.linux.misc und rief dazu auf, gemeinsam eine grafische Oberfläche für Unix zu bauen – gedacht für Endanwender, nicht für Admins. Der Name Kool Desktop Environment war ein Seitenhieb auf das damals proprietäre CDE. Nebenbei ein hübsches Detail für uns: Der Startschuss für den wohl bekanntesten Linux-Desktop fiel in einer deutschsprachigen Newsgroup, Betreff „New Project: Kool Desktop Environment. Programmers wanted!“.

KDE wird also an diesem Tag 30 Jahre alt, und das Projekt nutzt die Gelegenheit für eine Spendenkampagne. Das Ziel sind 1.500 unterstützende Mitglieder, als Stretch Goal stehen bis zur Akademy 1.996 in den Büchern – die Jahreszahl als Zielmarke, das muss man erst mal hinbekommen. Rund 70 Prozent der Mittel kommen laut KDE von privaten Nutzern, nicht von Konzernen. Wer etwas beisteuern möchte, findet die Details auf der Jubiläumsseite.

CultRepo: die Leute hinter der Kamera

Produziert hat den Film CultRepo, und der Name dürfte vielen erst einmal nichts sagen. Hinter dem Team steckt der YouTube-Kanal, der früher unter Honeypot lief – dem Berliner Jobportal für Entwickler, dessen aufwendig gedrehte Open-Source-Dokus dem Kanal den Ruf als „Netflix für Entwickler“ eingebracht haben. Seit 2025 ist die Truppe eigenständig unterwegs, finanziert über Sponsoren und direkte Unterstützung der Zuschauer. Geführt wird sie von Emma Tracey, die Filme machen Josiah McGarvie und Ida Bechtle.

Die Liste der bisherigen Filme ist ordentlich: Elixir (2018), Ember.js und GraphQL (2019), Vue.js (2020), Kubernetes und Prometheus (2022), Ruby on Rails und React.js (2023), Node.js (2024), Angular, Vite und Python (2025). Zuletzt kam im Juni 2026 C++: The Documentary mit Bjarne Stroustrup heraus. Bisher ging es also praktisch immer um Sprachen und Frameworks – KDE ist der erste Desktop im Programm. Und im Gegensatz zu einem Framework hat dieses Projekt tatsächlich Drama zu bieten: Lizenzkrieg, Abspaltung, ein Release, das Nutzer reihenweise vertrieben hat, und trotzdem 30 Jahre auf dem Buckel.

Auch als Gnome-User freue ich mich jedes Mal, wenn aus Richtung KDE wieder ein Update mit dickem Funktionspaket kommt. Ein zweiter großer, quicklebendiger Desktop tut der Linux-Welt gut – und dass dieses Projekt seit 30 Jahren durchhält, ist alles andere als selbstverständlich. Ein Großteil der Geschichte dahinter steht bislang verstreut in Mailinglisten-Archiven und alten Planet-KDE-Beiträgen, und die Leute, die dabei waren, werden auch nicht jünger. Am 14. Oktober wissen wir mehr. Und ihr? Womit habt ihr damals angefangen – KDE, Gnome oder doch einem der alten Window-Manager?

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