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FlatPark: Signiertes Flatpak-Remote für Apps, die auf Flathub fehlen

FlatPark ist ein zusätzliches Flatpak-Remote mit 230 geprüften Apps, darunter KI-Anwendungen und der Browser Helium. Einrichtung und Installation im Test unter CachyOS.

Der Browser Helium zeigt die Startseite von flatpark.org, installiert aus FlatPark.

Auf gut Deutsch ist FlatPark so etwas wie ein Flathub für KI-Apps. Das muss man nicht mögen, ich kann aber verstehen, wenn jemand es mag: Inzwischen sind einige nützliche Anwendungen entstanden, die auf Flathub fehlen. Auf r/linux wurde das Projekt am 5. November vorgestellt, die Kommentare dort zeigen ganz gut, woran sich die Geister scheiden.

Was FlatPark ist

Technisch ist FlatPark ein zusätzliches Flatpak-Remote, das ihr neben Flathub einrichtet. Nach Angaben der Projektseite stecken dort 230 Apps drin, jede einzeln geprüft; bei 80 davon haben die Entwickler zugestimmt. Jede App wird gebaut, gestartet und gegen einen veröffentlichten Maßstab getestet. Das Repository ist per GPG signiert, die Sandbox soll eng gezogen sein.

Ein Unterschied zu Flathub: FlatPark baut die Programme nicht neu, sondern installiert das Original-Release des Herstellers, per Checksumme festgenagelt. Wer dem Hersteller traut, bekommt also dessen Binärdatei, nur eben in der Flatpak-Sandbox und mit Updates über den gewohnten Weg. Der Quellcode des Remotes liegt bei GitHub.

Einrichten

Getestet habe ich unter CachyOS mit KDE Plasma in einer virtuellen Maschine. Flatpak ist dort nicht vorinstalliert, ein sudo pacman -S flatpak holt es nach. Danach genügt laut README ein Befehl, um das Remote hinzuzufügen. Die Option --user installiert in euer Home-Verzeichnis und braucht keine Administratorrechte.

Terminal
flatpak --user remote-add --if-not-exists flatpark https://dl.flatpark.org/flatpark.flatpakrepo

Anschließend installiert ihr Apps mit der App-ID, die ihr im Katalog auf flatpark.org findet. Statt <app-id> setzt ihr also die Kennung der gewünschten App ein, bei Helium zum Beispiel net.imput.helium. Auf Wunsch geht das auch grafisch: KDE Discover zeigt FlatPark als Flatpak-Quelle an und findet Helium in der Suche.

Terminal
flatpak --user install flatpark <app-id>

Die erste Installation bricht ab: Die App braucht die Runtime org.freedesktop.Platform 26.08, und die liefert FlatPark nicht mit. Die Runtimes stammen weiterhin von Flathub, wie auch die Einrichtungsanleitung bestätigt. Wer Flathub ohnehin eingerichtet hat, sieht diesen Fehler gar nicht; er erscheint nur auf frischen Systemen wie meinem Testrechner, wo Flathub noch fehlt.

Auf einem solchen System richtet ihr Flathub zusätzlich ein, mit dem folgenden Befehl. Danach läuft die Installation durch: Die Runtimes kommen von Flathub, die App selbst von FlatPark. Das Beispiel im Screenshot ist Audacity mit knapp 74 MB, dazu kommen auf dem frischen System rund 440 MB Runtimes.

Terminal
flatpak --user remote-add --if-not-exists flathub https://dl.flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo

Beispiel: Helium

Als Testkandidat dient Helium, ein Chromium-Browser, den es bei Flathub nicht gibt. Laut einem Nutzer im Reddit-Thread will der Entwickler erst ein Flatpak veröffentlichen, wenn die Sandbox-Probleme gelöst sind. Über FlatPark sind es knapp 126 MB Download; Helium startet danach ganz normal. Updates laufen dann wie bei jedem anderen Flatpak über flatpak update.

Für einen Browser ist die Liste erwartbar lang, ein Programm wie Audacity kam dagegen mit Dokumenten und Musik als Ordnerzugriff aus. Flatpak zeigt die Berechtigungen vor dem Bestätigen der Installation an, ihr seht also vorher, was die App darf. Wer eine Berechtigung nicht mag, kann sie nachträglich mit Flatseal anpassen.

Grafisch geht es auch mit KDE Discover, das ich unter Plasma nachinstalliert habe. Dort erscheint FlatPark unter Einstellungen als Flatpak-Quelle neben Flathub. Die Suche nach Helium findet den Browser samt Version 0.20.3.1, Größe von 8,2 MiB und Lizenz GPL-3.0. Bei Helium zeigt Discover den Starten-Knopf, weil der Browser schon installiert ist.

Vibe-Coding-Basar?

Die erste Reaktion im Reddit-Thread war erwartbar: „So flathub but for vibe coded apps. No thanks“. Das Argument dahinter ist nicht von der Hand zu weisen, denn viele per KI zusammengeklickte Programme seien kaputt oder nie getestet worden und erzeugten nur Hype. Belege nennt er dafür keine.

Dagegen hält ein anderer Nutzer, FlatPark zeige nicht nur solche Apps, es sei einfach nachsichtiger. Die Liste gibt ihm recht, denn HeidiSQL, Audacity und Visual Studio Code sind keine Wochenend-Experimente. Daneben stehen Sammlungen wie ArtCraft mit 16 und Ely Office mit 7 Apps, darunter PhotoCraft und ElyDoc.

ArtCraft nennt sich ein Anbieter von Open-Source-Werkzeugen für Künstler. Die Craft Apps sind laut Projektseite 16 native Desktop-Apps für Bildbearbeitung, Vektorgrafik, Video, Seitenlayout und Audio, in Rust geschrieben und kostenlos. CraftAnything gehört dazu, ist laut FlatPark aber ein Software-Explorer samt Werkbank für Binäranalyse und damit kein Grafikwerkzeug.

Die KI-Anwendung heißt ArtCraft Studio und erzeugt Bilder und Videos aus selbst zusammengestellten Szenen. Laut Projektseite gibt es sie für macOS, Windows und im Browser, eine Linux-App nennt die Seite nicht. FlatPark bündelt dagegen die 16 Craft Apps. Andere Bildwerkzeuge im Blog: Gradia 1.4 und Shotwell 0.33.

Ein zweites Argument für FlatPark kommt von einem Entwickler, dessen Open-Source-IDE auf Flathub scheitert, weil der Build beim Bauen Code aus dem Netz nachlädt. Die Abhängigkeiten mitzuliefern hieße, die eigenen Forks zu pflegen, und das lehnt er ab. Dass Flathub Netzwerkzugriff beim Bauen nicht mag, hat gute Gründe (Stichwort Supply-Chain-Angriffe).

Für jemanden, der trotzdem ein Flatpak anbieten möchte, ist ein zweites Remote deshalb eine echte Option. Im Thread raten andere dazu, die Abhängigkeiten per Submodul einzubinden, ein weiterer Nutzer meint, auch Flathub-Pakete zögen Abhängigkeiten von GitHub, flatpak-builder habe dafür sogar eigene Funktionen. Geklärt wird das im Thread nicht.

Meine Einschätzung

Ein zweites Remote ist immer auch ein zweiter Ort, dem ihr vertraut. Für FlatPark spricht die Prüfung jeder einzelnen App und dass die Berechtigungen vor der Installation offen auf dem Tisch liegen. Dagegen steht, dass ihr das Binary des Herstellers bekommt, dessen Quelltext womöglich niemand angeschaut hat.

Ich würde das Remote deshalb nur für Programme nutzen, die es anders nicht gibt, etwa Helium, und den Rest weiter von Flathub holen, so wie ich es bei Aurynk getan habe, der grafischen Oberfläche für scrcpy 5.0. Habt ihr FlatPark schon eingerichtet, und welche App hat euch dort gefehlt?

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Linux und Ich — FlatPark: Signiertes Flatpak-Remote für Apps, die auf Flathub fehlen
https://linuxundich.de/flatpark-flatpak-remote-ki-apps-helium/ — gedruckt am 5. November 2026