Viele Nachrichten-Seiten oder Blogs bieten News-Feeds im RSS oder Atom-Format an, doch nicht alle liefern einen vollständigen Feed aus. Oft enthält der Feed nur einen Teaser mit den ersten paar Zeilen des Beitrages. Um den kompletten Inhalt des Beitrages zu lesen, muss man seinen News-Reader verlassen und die Seite im Webbrowser öffnen. Die Logik dahinter: Mehr User auf der Webseite, mehr Klicks auf die Werbung. Für Leute, die sehr viele News-Feeds lesen (müssen), sind solche verstümmelten Feeds leider meist recht nervend, da sie mehr Arbeit kosten.
Content-Only ist ein unter der GPL lizenziertes Projekt, das kastrierte Feeds vervollständigen und wieder als Feed ausliefern kann. Diesen Feed kann man dann mit einem beliebigen RSS-Aggregator wie Liferea, Google Reader und Co. abrufen. Man bedient sich dabei PHP, Readability, SimplePie und FeedWriter. Readability spielt hier den essentiellen Part, da es den Inhalt aus den verlinkten Webseiten extrahiert. Content-Only ist dabei nur ein Part des Five Filters-Projekts, schaut euch ruhig mal die restlichen Projekte an.
Five Filters hostet den Dienst auf der Projektseite, dort kann man URLs zu Newsfeeds eintragen und sich auch die Feed-URLs erzeugen lassen. Allerdings enthalten die auf Five Filters generierten Feeds zur Schonung der Ressourcen nur die letzten vier Beiträge. Für Nachrichten-Seiten mit hoher Schlagzahl ist das leider zu wenig. Daher bieten die Macher gegen 10$/Monat an die Feeds auf die letzten zehn Beiträge aufzubohren.

Alternativ – und das ist die interessante Option – kann man Content-Only auf seinem eigenen Webspace hosten. Für den eigenen Gebrauch braucht Content-Only nicht viele Ressourcen. Man benötigt weniger als 1MB Webspace und PHP 5.2, eine Datenbank kommt nicht zum Einsatz. Den Quellcode bekommt Ihr via Bazaar von launchpad.net heruntergeladen. Auf einem Ubuntu-System bspw. via…
$ sudo apt-get install bzr
$ bzr branch lp:~keyvan/fivefilters/content-only
Danach muss man den Inhalt des Verzeichnisses content-only nur noch auf seinen Webspace hochladen. Optional kann man die config-sample.php noch in config.php umbenennen und an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Im Feed-Reader sieht dann ein nachträglich komplettierter Feed etwa so aus.

Links sieht man den herkömmlichen Feed, rechts den mittels Content-Only erweiterten. Ich habe zum Spaß ein paar populäre Feeds getestet und konnte durchweg gute Ergebnisse erzielen. Ach ja, das Projekt ist auf der Suche nach Spenden, schaut also mal auf die Homepage.




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