Ein Blog über Ubuntu, Linux, Android und IT
Zugangskontrolle für Eltern mit Gnome Nanny
Auf ubuntuusers.de schlagen immer wieder Eltern auf, die den “Computer-Konsum” ihrer Kids in Grenzen weisen wollen. Bislang gibt es für Linux kaum benutzerfreundliche Programme über die man Zugangskontrollen zum Rechner wie auch zu Programmen bzw. dem Internet einrichten und Verwalten könnte. Bis auf timeoutd und Dansguardian gibt es wenig Initiativen Eltern mit Software zu unterstützen.
Aktuell gibt es jedoch mit Gnome Nanny und Timekpr zwei Programme, die das Thema neu aufrollen möchten. Während Timekpr nur die Zeit reglementieren kann, die ein Benutzer den Rechner verwenden darf, möchte Gnome Nanny die Thematik umfassend lösen. Mit der Nanny kann man folgendes Regeln…
- Zeiträume (Von X bis Y Uhr)
- Zeitdauern (X Stunden pro Tag)
- Webbrowser (Von X bis Y Uhr, Z Stunden pro Tag)
- Emailprogramme (Von X bis Y Uhr, Z Stunden pro Tag)
- Chatprogramme (Von X bis Y Uhr, Z Stunden pro Tag)
- Zugang zu Internetseiten nach Black und White-Lists
…allerdings – und das ist der Haken an der Sache – sind in der aktuellen Version 2.29.3 wohl noch viele Dinge nicht implementiert. Zwar funktionierte die zeitgesteuerte Zugangslimitierung zum Rechner gut, doch alle anderen Funktionen noch gar nicht.
Ich konnte in einem kurzen Test Firefox starten, obwohl der Benutzer zu diesem Zeitpunkt das gar nicht hätte tun dürfen und ich konnte Webseiten aufrufen, die eigentlich auf der Blacklist standen. “Fiesere” Dinge wie das Starten eines von mozilla.com heruntergeladenen Firefoxes habe ich erst gar nicht probiert.
Wer sich sein eigenes Bild machen möchte, der kann Gnome Nanny unter Ubuntu sehr leicht installieren. Das Projekt betreibt eine Launchpad-Seite inklusive einer PPA-Paketquelle aus der man das Programm für Ubuntu Jaunty, Karmic und Lucid installieren kann. Führt je nach von euch genutzer Ubuntu-Version die folgenden Befehle aus, um die Paketquelle zu eurem System hinzuzufügen…
Ubuntu Karmic Koala 9.10 und Lucid 10.04
$ sudo add-apt-repository ppa:nanny
Ubuntu Jaunty Jackalope 9.04
$ sudo bash -c "echo 'deb http://ppa.launchpad.net/nanny/ppa/ubuntu jaunty main' >> /etc/apt/sources.list" $ sudo apt-key adv --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv-keys 132D48BA
Anschließend könnt ihr Gnome Nanny über…
$ sudo apt-get update && sudo apt-get install nanny
…installieren. Nach der Installation findet Ihr das Programm im Menü unter “System -> Systemverwaltung -> Black Lists” bzw. “System -> Systemverwaltung -> Parental Control”. Die im Hintergrund laufenden Dienste starten automatisch.
In Parental Control könnt Ihr pro Benutzerkonto Zeiträume festlegen, in denen sich der Account am System anmelden kann. Meldet sich ein Benutzer an dessen Konto reglementiert ist, dann bekommt dieser beim Einloggen über ein Hinweisfenster mitgeteilt, wie viel Zeit ihm heute noch verbleibt. Läuft die Zeit ab, so wird der Benutzer nach einer Warnung automatisch abgemeldet.
Wie eingangs gesagt, noch funktionieren die restlichen Features nicht. Auch sehe ich viele Schwachstellen (Browser von Hand installieren, Browser-Binary umbenennen und Rechner notfalls per Live-CD starten, Chats im Browser) Aber vielleicht reicht ja manch einem Elternteil schon die zeitliche Limitierung der Accounts für die Kids.
Aktuell hat das Ikhaya dazu aufgerufen sich an der Diskussion zum Thema Linux bzw. Ubuntu für Kinder zu beteiligen. Vielleicht finden sich ja so Leute, die diese Projekte voran bringen.
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| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Christoph am 8. März 2010 um 12:37 veröffentlicht und unter GNU/Linux abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |





















vor 5 Monaten
Das Problem mit einem neuen Browser kann man entweder über einen Paketfilter (schwieriger für Leute, die sich damit nicht auskennen) oder mit Entfernen von Ausführungsrechten des Benutzers erledigen, das geht z.B. mit bindfs einfach. bindfs –chmod-deny -p -x /bla /bla
vor 5 Monaten
mh für linux ein kinderschutz ich denk eher für windows wäre es geeignet ich kann mir nicht vorstellen das kinder linux benutzen.
vor 5 Monaten
betriebssysteme sind nicht sonderlich schwer zu installieren, doch Kind bis 8 Jahre bekommen das sicherlich nicht selber gebacken, daher installiert (und beaufsichtigt) Papi und Mami.
vor 5 Monaten
ich schon
jedenfalls ist es genauso wahrscheinlich wie die Nutzung von Windows durch Kinder. Kinder interessieren sich so gut wie gar nicht für das Betriebssystem. Es ist also fast immer die Vorliebe der Eltern, die über das OS entscheiden. Ich finde solche Lösungen jedenfalls löblich und werde Sie auch für meine Kinder sicherlich nutzen.
vor 5 Monaten
Die Überschrift liest sich so, als würde man den Zugang der Eltern einschränken wollen
vor 5 Monaten
Also, ich bin mir ja nicht so sicher, ob das so klug ist, die Computernutzung für Kinder zu sperren bzw. einzuschränken. (Wahrscheinlich werden die Menschen in 10 Jahre darüber den Kopf schütteln, weil kleine Computer im Kühlschrank, im Badezimmerspiegel, im Sofakissen und Buchrücken verbaut sind).
Meiner Meinung nach wäre es besser, einfach den sinnvollen (und gemäßigten) Umgang damit den Kindern näher zu bringen und vielleicht die Dragonball-Seiten zu sperren.
Computer sind nichts teuflisches, sondern ein Werkzeug/eine Wissensquelle wie ein Schreibblock, ein Buch, Zeichenbrett oder eine Zeitung.
vor 5 Monaten
Nur, dass Du in einem Buch nicht zufällig auf Hardcore Bestiality und sonstige Sex-Themen stößt … (die Nennung der Begriffe gibt jetzt bestimmt mehr Klicks auf den Blog ;-D)
vor 5 Monaten
Seltsame Philosophie… freie Software zum Sperren für freies WIssen… Ists nicht besser, wenn Mami und Pappi ins Kinderzimmer kommen und die Quadratschädel zum spielen, zum vorlesen, zum spazieren… mitnehmen? Bzw, Kinder, die solche Sperren nicht gegen ihre Eltern verwenden können (;) sollten glaube ich eh noch n PC in einem gemeinsamen Arbeitszimmer nutzen, schon allein wegen dem sozialsein =D
Grüsse
H.B.
vor 5 Monaten
> freie Software zum Sperren für freies WIssen
OK, das Betrachten von Rudelbumsen, BDSM oder schlimmerer Videos ist “freies Wissen”?…
Solche Aussagen lassen sich leicht treffen, wenn man keine Kinder im “entsprechenden” Alter hat. Ich bin auch dafür Kindern entsprechende Medienkompetenz zu vermitteln und die Kinder in ihren ersten Gehversuchen im Internet zu begleiten. Auch meine ich ist nichts böses daran, dass sich Kids auf Lexika-Seiten “fortbilden”.
Doch muss ein 13 Jähriger, der zu Weihnachten seinen ersten eigenen Computer geschenkt bekommen hat, heimlich nachts um 2 Uhr aufstehen um sich dann die krudesten Dinge auf YouPorn und Co. anzusehen? Es sollte verständlich sein, dass hier Eltern regulativ eingreifen wollen.
vor 5 Monaten
Grundsätzlich finde ich es gut das es erste Ansätze gibt um den PC kindgerechter zu gestalten. Jedoch muss ich auch darauf hinweisen das eine rein technische Lösung nicht machbar ist und es in erster Linie darum gehen muss dem Kind eine entsprechende Medienkompetenz zu vermitteln.
Was das Thema heruntergeladene Programme betrifft habe ich das zumindest hier bei mir recht einfach gelöst. Die Partition mit den home-Verzeichnissen ist so eingebunden das von dort keine Programme ausgeführt werden können. Ist wie ich denke für den normalen User und nicht nur für Kinder und Jugendliche eine gute Lösung.