Wer oft Dateien hin und her schieben muss, der vermisst unter GNOME einen Dateimanager mit zwei Ansichten wie man es beispielsweise vom guten alten Norton Commander her kennt. Zwarg ibt es mit dem Midnight Commander oder GNOME Commander Möglichkeiten zweispaltige Dateimanager nachzurüsten, doch der mc richtet sich eher an Konsolenritter und der GNOME Commander ist in manchen Dingen recht eigenartig aufgebaut.
Doch man kann auch den guten alten Nautilus zu einer zweispaltigen Anzeige überreden. Der GNOME-Entwickler Holger Berndt betreibt schon länger einen Zweig von Nautilus, in dem sich ein zweites Panel einblenden lässt. Pakete waren bislang nur für Ubuntu Jaunty erhältlich, nun gibt es auch für Ubuntu Karmic Koala 9.10 die Möglichkeit den “Zwei-Spalten-Nautilus” über ein PPA zu installieren.
In Ubuntu Karmic könnt ihr die Paketquelle sehr bequem über ein Kommando zu Eurer Paketverwaltung hinzufügen. Führt einfach nacheinander die Befehle…
$ sudo add-apt-repository ppa:berndth/ppa $ sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade $ nautilus -q && nautilus & $ exit
… aus, um die Quelle einzubinden, die neuen Pakete zu installieren und Nautilus abschließend neu zu starten. Danach könnt Ihr über “Ansicht -> Extra Pane” oder über “F3″ die zweite Ansicht in Nautilus öffnen und dann Dateien von einer Spalte zur nächsten Verschieben bzw Kopieren.


22. Februar 2010 um 21:40 Uhr
Super, das macht Nautilus perfekt. Leider ist beim Start immer das rechte Fenster das aktive, kann ich das irgendwie ändern?
23. Februar 2010 um 12:15 Uhr
Ron, weiß ich leider nicht. Die zweispaltige Ansicht von Nautilus zieht in Ubuntu Lucid Lynx 10.04 ein. Ich persönlich würde mir daher mal die aktuelle Alpha von Ludid holen und in einer virtuellen Maschine installieren. So kannst du sehen, wie das “am Ende” aussieht und gegebenenfalls einen Bug auf Launchpad gegen Nautilus melden.
23. Februar 2010 um 12:19 Uhr
In Lucid wird Nautilus aber die Tableiste unten haben. Das finde Ich nich so toll. Ich tausche auch immer die Panels in Gnome. Der Standard/t in Gnome gefällt mir nicht.
Linu74
23. Februar 2010 um 12:40 Uhr
Yep, ist gewöhnungsbedürftig, aber imho sinnvoll. So wird die GUI etwas entzerrt. Die Sache ist halt. Über das PPA wird einfach nur eine krude gepatchte Version dieses zweispaltigen Nautilus installiert und nicht die “richtige, finale” Version. Es macht nicht groß Sinn Verbesserungsvorschläge oder Ideen zu dieser PPA-Version zu melden.
23. Februar 2010 um 13:33 Uhr
Also, “krude gepatcht” will ich mir doch verbitten!
Aber klar, die PPA Version ist der ursprüngliche Code, der nach einem Review in Upstream zu großen Teilen übernommen wurde.
23. Februar 2010 um 20:27 Uhr
Was ist sagen wollte ist, dass die PPA-Version noch nicht die finale Version des nächsten offiziellen Nautilus ist
23. Februar 2010 um 20:42 Uhr
In der Tat. Der Hauptgrund dafür ist, dass die finale Version auch neuere Versionen von anderen Basispaketen benötigt (z.B. gnome-desktop), und ich will das PPA möglichst wenig invasiv halten..
23. Februar 2010 um 12:44 Uhr
Na dann warten wir mal auf Lucid, ist ja nicht mehr soo lang hin
28. Februar 2010 um 15:34 Uhr
Ein MUST-READ – …und die Großbuchstaben sind hier wirklich angebracht! – für jeden, den dieses Thema interessiert:
http://www.omgubuntu.co.uk/2010/02/future-of-nautilus.html
28. Februar 2010 um 16:17 Uhr
Hi MB! Ja OMG!Ubuntu hat die Infos gut zusammengetragen. Bin sowieso gespannt auf GNOME Shell, Activity Journal und Co.
1. März 2010 um 01:39 Uhr
Meine Meinung dazu:
http://berndth.blogspot.com/2010/02/nautilus-in-stress-field-between-design.html
1. März 2010 um 17:47 Uhr
Danke, Holger, ich habe meine Meinung gerade anonym unter Deinem Blog-Eintrag gepostet. Zusammenfassung: Wünschenswert fände ich vor allem mehr UI-Konfigurationsmöglichkeiten für erfahrene Nutzer sowie eine 3rd-Party-Plugin-Schnittstelle. Den perfekten Dateimanager für alle Benutzergruppen gibt es nicht. Man kann aber allen Benutzern soviele Möglichkeiten an die Hand geben, dass sie sich den für Ihre Wünsche und Bedürfnisse perfekten Dateimanager selber schneidern können – Firefox hat dies für die Browserwelt unerreicht erfolgreich vorgemacht.
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