Dropbox, Box, Google Drive und Co. sind ohne Zweifel praktische Tools. Ohne großen Aufwand gleicht man Daten zwischen seinen Rechnern ab, schiebt Daten vom Handy ins Netz oder arbeitet mit Freunden oder Kollegen gemeinsam an Dateien. Allerdings hat die Sache einen Haken: Man gibt die Kontrolle über seine Daten auf. Der Anbieter kann auf die in der Cloud gespeicherten Daten zugreifen, Abhilfe schafft da nur ein verschlüsselter Container oder eine selbst gehostete OwnCloud, doch nicht jeder hat das Wissen und die Ressourcen sowas aufzusetzen. Mit AeroFS steht nun eine Alternative bereit, die Dropbox-Bequemlichkeit mit dem Vorteil einer „eigenen“ Cloud kombinieren möchte, seit heute ist der Dienst öffentlich zugänglich.
AeroFS ist im Gegensatz zu OwnCloud keine freie Software, allerdings verzichtet der Dienst auf einen gehosteten Service. Stattdessen synchronisieren die an den eigenen Account gebundenen Clients ihre Daten verschlüsselt direkt von Peer-to-Peer. Es gibt also in der Grundkonfiguration keinen zentralen Server in der allgegenwärtigen Datencloud. Die Arbeit übernimmt ein Client, den es für Windows, MacOS X und Linux gibt. Später soll auch noch eine Android-App folgen.
Syncronisierung von Peer-to-Peer
Der Abgleich funktioniert im LAN auch ohne Internetzugang, wie bei Dropbox packt man einfach seine Daten in sein „AeroFS-Verzeichnis“ und schon werden die dort enthaltenen Daten im eigenen Netz rasend schnell verteilt. Hängt ein Rechner im Internet, dann braucht der Abgleich natürlich ein wenig länger. Neben dem Standard-Ordner lassen sich auch zusätzliche Ordner zum Synchronisieren auswählen.

Wie auch bei Dropbox versioniert AeroFS Änderungen am Dateisystem. Wer also aus Versehen Dateien löscht oder Änderungen macht, die er eigentlich wieder rückgängig machen möchte, der kann alte Versionen der per AeroFS geteilten Daten wiederherstellen. Da AeroFS selber kein Hosting anbietet, gibt es auch keine Größenbeschränkungen. Wer will kann per AeroFS Terrabytes zwischen seinen Rechnern abgleichen.

Im P2P-Betrieb funktioniert der Abgleich natürlich nur, wenn die Rechner laufen. Arbeitet man mit einem Kollegen auf der anderen Seite der Erdkugel zusammen, dann wartet man eventuell vergeblich darauf, dass die letzten Änderungen via AeroFS auf dem eigenen Rechner landen, wenn dieser schon seinen Rechner für den Feierabend abgeschaltet hat.
AeroFS Team Server
Für diesen Fall bietet AeroFS einen eigenen AeroFS Team Server (ebenfalls für Windows, MacOS X und Linux) an. Diesen kann man auf seinem eigenen Rechner zuhause, oder aber auch auf einem Root-Server im Internet installieren und so praktisch sein eigenes Dropbox schaffen. Unter Linux unterstützt der Server offiziell Ubuntu 8.04+ mit einem DEB-Paket, das sich einfach über die Paketverwaltung installieren lässt.
Die eigenen Rechner gleichen über den AeroFS-Account automatisch Ihre Daten mit dem Server ab, wo sie wieder mit einem 2048-bit starken RSA-Schlüssel abgelegt werden. Braucht man mehr Rechenpower lassen sich mehrere Aero-FS „Server“ einfach durch die Installation des Serverdienstes auf weiteren Rechnern unter dem selben Account-Namen zusammenschalten.
Das Geschäftsmodell von AeroFS
AeroFS ist nun leider keine freie Software. Auch wenn man die Server-Struktur selber hosten kann, bzw. nicht zwingend irgendwelche Server braucht, bleibt der Dienst an sich kommerziell. Wobei auch manche Teile des Dienstes via GitHub als freie Software veröffentlicht wurden.
Kostenlos nutzbar ist AeroFS für Gruppen von bis zu drei Mitgliedern und einem externen Mitarbeiter (der auch Daten abgleichen kann, aber nicht auf die Benutzerverwaltung zugreifen darf). Für Gruppen von bis zum 50 Mitgliedern werden 10 US-Dollar pro Monat fällig. Wer noch mehr User braucht, kann sich mit AeroFS direkt in Kontakt setzen.





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