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Alternative für top, htop und Co.: System-Monitoring im Terminal mit Glances

Alternative für top, htop und Co.: System-Monitoring im Terminal mit Glances

| 19 Kommentare

Systemüberwachung ist speziell bei Servern eine wichtige Sache. Der Rechner steht weit weg in einem Rechenzentrum, da ist es wichtig schnell einen Überblick über alle wichtigen Parameter des Rechners zu bekommen. Unter Linux geht das ja mit top bzw. htop sehr schön über das Terminal, doch das zeigt nur die laufenden Prozesse und deren CPU-Last an. Wie ist es mit den Netzwerktraffic, den Platten und Speicher? Glances ist ein kleines, praktisches Python-Programm, dass all den Zustand des Rechners in einer komptakten Ncurses-Oberfläche anzeigt.

Aktuell gibt es für das Programm bislang leider nur eine Projektseite bei GitHub. Pakete existieren wohl für Arch, Fedora oder Redhat, Debian und Ubuntu wurden bislang jedoch leider noch nicht mit Paketen versorgt. Von daher muss man sich die Anwendung unter diesen Distributionen von Hand installieren. Auf der GitHub-Seite gibt es dazu im unteren Teil eine Installationsanleitung, die ich mit Ubuntu 11.10 getestet habe. Zudem gibt es in den Kommentaren auch Hinweise zur Installation von Glaces unter Ubuntu 10.04 und 10.10, dort muss zusätzlich auch noch pystatgrab in einer aktuellen Version gebaut werden.

Systemstats fürs Terminal mit Glances

Unter Ubuntu 11.10 ist die Installation recht simpel. Installiert das Paket python-statgrab, holt euch den Tarball, entpackt ihn und führt danach noch den guten alten Dreischritt aus “./configure, make, make install” aus… [UPDATE 15.4.13: Glances hat es inzwischen in die Paketquellen von Ubuntu 13.04 wie auch Debian Sid geschafft. User mit älteren Ubuntu-Version können sich das kleine Tool auch über das PPA von Arnaud Hartmann installieren.]

$ sudo apt-get install python-statgrab
$ cd /tmp
$ wget https://github.com/nicolargo/glances/tarball/master
$ tar zxvf master
$ cd glances-1.3.6
$ ./configure
$ make
$ sudo make install

Danach seid Ihr fertig, die “Reste” vom Kompilieren könnt Ihr ruhig in /tmp lassen, das Verzeichnis wird ja beim Booten komplett geleert, so habt Ihr keinen Müll rumliegen. Die Anwendung ist nach Ende des Dreisatzes komplett installiert, so dass Ihr sie über…

$ glances.py

…starten könnt. Solche Textoberflächen sind natürlich speziell für Server ohne direkten Zugang gedacht. Für Desktops gibts mit Conky und Co. selbstverständlich viel “hübschere” und aufwändigerer Lösungen. Wer aber einfach nur mal schnell auf einen Blick auf seinen Root-Server werfen möchte, der kommt mit Glances war scheinlich ganz gut zurecht.

(Via: nicolargo)

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

19 Kommentare

  1. Sieht ja echt interessant aus :)
    Werde ich mal ausprobieren…

    Arch User finden das Programm im AUR:
    http://aur.archlinux.org/packages.php?ID=54549

  2. Danke für den Tipp. Grade unter Xubuntu 11.10 getestet. Einwandfrei!

  3. Hat nach der vorzüglichen Anleitung problemlos geklappt. Danke für die gute Vorbereitung. MfG, B.

  4. Ich bin zwar an und für sich mit htop sehr zufrieden, aber werde das hier auch mal austesten. Danke für den Tipp!

  5. Bin schwer beeindruckt. Hab gerade nach der Anleitung auf Linux Mint 11 Katya (Ubuntu 11.04) installiert. Läuft einwandfrei – also sowohl die Installation wie auch das Programm selbst.

  6. Das sieht nach einem netten Tool aus, werde ich mir wenn es die Zeit zulässt mal im Produktiveinsatz anschauen, danke :)

  7. Läuft mit der Anleitung auch unter Ubuntu 10.04. Kann ich die Liste der Prozesse auch sortieren?

  8. @Christian mit ‘h’ kommst du in die Hilfe, dann siehst du, was du bspw. sortieren oder ein- bzw. ausblenden kannst

  9. Da ich nicht so Fan bin von Source-Installationen, habe ich mir ein .deb gebastelt und das installiert :-)

    Aber ein cooles Tool. Danke für den Hinweis!

  10. Nicht so viel rumspielen, dann braucht man solche Tools gar nicht ;)

  11. Sehr nettes tool, nun braucht man keine 10 SSH-Sessions aufhaben, um mal eben zu checken ob mit den Server alles in Ordnung ist.

    Anleitung funktioniert perfekt mit Debian Squeeze, Abhängigkeiten sollten trotzdem erfüllt werden.

  12. Grade noch mal unter ArchBang probiert, funktioniert auch dort perfekt!

  13. Sieht gut aus, leider unter Ubuntu 10.04 bekomme ich es nicht wirklich zum laufen. Der Output liefert nur seltsames zurück :(

    http://imageshack.us/photo/my-images/441/remotedesktopmanagerkob.jpg/

    Gruß

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