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Mittwald: Webhosting. Einfach intelligent.

Mit Watchever gibt es seit Anfang des Jahres eine Alternative zu Lovefilm, Netflix und Co. Der Dienst mit französischen Wurzeln — der Medienkonzern Vivendi schießt das nötige Risikokapital vor — bietet für 8,99 Euro im Monat (30 Tage kann man Watchever kostenlos testen) eine Film- und Serien-Flatrate. Für Linuxer ist die aufgrund von Silverlight mal wieder kein Thema, allerdings hat Watchever eine Android App in Peto, die sich eigentlich ganz gut sehen lassen kann. Sie ist allerdings bislang nur Android-Tablets (leider nicht für das Nexus 7) freigeschaltet, Handy-User schauen daher derzeit noch in die leere Röhre. Genauso wie User mit gerooteten Tablets, hier streikt der Stream wohl aus rechtlichen Gründen. Allerdings lässt sich diese Sperre aktuell wohl doch umgehen.

Watchever erntet durch die Bank eigentlich recht gute Kritiken. Das Streaming-Angebot ist zwar noch nicht so umfassen, es fehlen zum Beispiel die Bond-Filme, Klassiker wie Indiana Jones oder Star Wars, dafür gibts aber zum Beispiel die ersten zwei Staffeln der wirklich guten Neufassung von Sherlock aus England oder auch diverse amerikanische TV-Serien wie Big Bang Theory oder Breaking Bad, wenn aber auch hier wieder nur die ersten Staffeln vorhanden sind. Aber alleine wegen Sherlock lohnt es sich eigentlich die ersten 30 kostenlosen Tage des Dienstes auszutesten.

Watchever streikt leider auf den meisten gerooteten Androiden.
Watchever streikt leider auf den meisten gerooteten Androiden.

Wahrscheinlich aber um zu verhindern, dass der Videostream aus dem Tablet geleitet und gesichert wird, prüft die App ob ihr euren Androiden gerootet habt. Sehr ärgerlich für viele Android-User, die eben ein gerootetes Gerät nutzen möchten, dementsprechend sehen auch die Kommentare im Play Store aus. Allerdings ist die Prüfung wohl derzeit noch nicht ganz sauber, zumindest auf meinem HP Touchpad (Gebraucht zu bekommen über Amazon oder Ebay) mit CyanogenMod 9 kann ich Watchever durchaus nutzen.

Watchever nur ohne Root

In der Standardkonfiguration setzt CyanogenMod — zumindest noch in der neunten Version — auf das Tool Superuser zur Steuerung des Root-Zugriffs. Auf dieses hat es aber wohl auch der Root-Check von Watchever abgesehen, er fordert kurzzeitig Root-Rechte an und prüft bei Nichterfolg wohl auch ab, ob das Programm vorhanden ist. Bei einer erfolgreichen Suche fängt der Videostream erst gar nicht an zu laufen.

Von Haus aus scheitert auch bei meinem Root-Androiden der Zugriff auf Watchever, allerdings hatte ich zuvor ein günstiges Android-Tablet in der  Mangel, bei dem Watchever trotz Root lief, allerdings regelte hier SuperSU den Zugriff. Interessiert habe ich daher auch auf meinem Touchpad SuperSU gegen Superuser getauscht und siehe da, Watchever läuft nun auch dort. Ich will mich jetzt nicht so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass Watchever immer und überall mit SuperSU-Root-Androiden funktioniert, aber ausprobieren könnt ihr es ja mal.

Auf SuperSU umsteigen

Das Root-Tool ist bei den meisten Custom-ROMs fest in der Firmware integriert, von daher könnt Ihr nicht einfach Superuser aus den Apps kegeln und SuperSU stattdessen installieren, die alte Root-App muss ersteinmal händisch aus dem System gelöscht werden. Bevor ihr damit aber anfängt, achtet bitte drauf dass ihr SuperSU aus dem Play Store installiert habt, nicht dass ihr am Ende ganz ohne Root-App dasteht.

Besorgt euch nun einen Dateimanager wie zum Beispiel den Solid Explorer, der mit Root-Rechten umgehen kann, und wechselt in den Ordner /system/apps unterhalb des Stammverzeichnis. Dort sucht ihr euch die Superuser.apk und löscht (vielleicht reicht auch schon das Verschieben auf die SD-Karte) sie aus dem Verzeichnis. Von da an sollte SuperSU nahtlos die Aufgabe übernehmen die Root-Zugriffe zu steuern.

Sucht euch die Superuser.apk aus /system/app heraus...
Sucht euch die Superuser.apk aus /system/app heraus…
...und löscht die Datei abschließend.
…und löscht die Datei abschließend. Damit sollte der Umstieg auf SuperSU erledigt sein.

Watchever mit Root-Rechten

Startet nun Watchever und sucht euch einen Titel heraus, den ihr dann auch gleich abspielt. Bei mir fordert Watchever nun Root-Rechte an, die ihr der App natürlich verweigert. Daraufhin quittiert Watchever eingeschnappt mit einem Absturz des Streaming-Clients den Dienst, Watchever ist allerdings nicht wirklich nachtragend.

Lehnt die Anfrage nach Root-Rechten bitte auf jeden Fall ab.
Lehnt die Anfrage nach Root-Rechten bitte auf jeden Fall ab.
Bei mir stürzt der Video-Stream danach einmalig ab.
Bei mir stürzt der Video-Stream danach einmalig ab.

Im zweiten Versuch (und auch immer danach) weiß SuperSU jedoch nun aber schon, dass ihr der App keine Root-Rechte geben möchtet. Es erscheint nun keine Abfrage mehr, Watchever stürzt nicht mehr ab und das Video fängt auch auf einem gerooteten Androiden an zu spielen.

Beim Erneuten Anspielen klappt Watchever dann aber auch auf einem gerooteten Android-Gerät.
Beim Erneuten Anspielen klappt Watchever dann aber auch auf einem gerooteten Android-Gerät.

Ich habe wie schon eingangs gesagt keinen Feldtest gemacht, um nun definitiv zu sagen, dass man Watchever generell trotz Root zum Laufen bekommt, von daher bin ich auf eure Erfahrungen gespannt. Der Umstieg auf SuperSU ist auf jeden Fall nicht wirklich ein Nachteil. Allerdings wird die „Lücke“ — wenn es denn nun wirklich eine ist — mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht lange offen sein, es ist ja nicht sonderlich schwierig auf andere Root-Apps zu prüfen.

Allerdings hatte ich schon Kontakt mit der Presse-Abteilung von Watchever, die angedeutet hat, dass es demnächst ein Update geben wird. Was genau nun genau geändert wird, wollte man mir nicht sagen. Watchever weiß aber sehr wohl, dass viele meinungsstarke Root-User genervt sind, die will man wohl nicht weiter enttäuschen. Vielleicht funktioniert Watchever bald generell auf Android-Tablets, ob gerootet oder nicht?

//PS: Falls ihr den Dienst selbst ausprobieren möchtet, könnt ihr die ersten 30 Tage wie gesagt kostenlos testen. Danach wird über eure Bankverbindung — die ihr beim Erzeugen des Accounts angeben müsst — monatlich kündbar 8,99 Euro abgebucht. Ihr könnt allerdings auch über den Kooperationspartner Bild gehen, dann gibt es die ersten zwei Monate Watchever-Abo zum Preis von einem. Watchever lässt sich über die Bild daher drei Monate für 8,99 Euro ausführlich testen.

 

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