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Mit Wuaki.tv gibt es seit Ende November einen weitere Alternative zu Video-on-Demand-Diensten wie Amazon-Prime-Video, Netflix oder Watchever. Im Gegensatz zu den anderen Anbietern hat Wuaki.tv allerdings bisher keine Video-Flatrate im Programm, die Filme müssen jeweils einzeln geliehen oder gekauft werden. Nun funktioniert der Dienst im Zusammenspiel mit Smart-TVs oder Smartphones- und Tablets recht einfach. Die Wuaki-Android-App unterstützt zum Beispiel auch den Chromecast von Google. Auf dem PC braucht es eigentlich nur einen aktuellen Browser und Adobe Flash, somit müsste Wuaki eigentlich auch unter Linux problemlos zu gebrauchen zu sein.

Offiziell unterstützt Wuaki.tv neben den obligatorischen Smart-TVs verschiedener Hersteller und mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets mit Android oder iOS auch das Video-Streaming zu Computern mit MacOS X und Windows. Linux wird in den deutschsprachigen Systemanforderungen nicht per se ausgeschlossen, allerdings auch erwartungsgemäß nicht von Haus aus unterstützt. Das englischsprachige Help-Center wird hingegen ein wenig deutlicher, Wuaki bräuchte dieser Seite nach zwingend ein Windows-System oder einen Mac.

I don’t use Windows or MAC. How can I use Wuaki.tv?
Unfortunately, Wuaki.tv only works with Windows or MAC operating systems that have Adobe Flash Player (version 10 or higher). At this time, we are not compatible with Linux operating systems.

Da der Dienst allerdings Mit Hilfe von Adobe Flash das Videobild streamt, müsste er eigentlich auch unter Linux nutzbar sein — schließlich ist die benötigte Software auch unter Linux verfügbar. Wer dies probiert, der steht allerdings ohne einen modifizierten Browser erst einmal vor verschlossenen Türen. Beim Anspielen eines der Gratis-Videos unter Linux quittiert die Wiedergabe ihren Dienst und meldet Wuaki.tv „Die Webvideo-Abspielfunktion unserer DRM-Inhalte ist nur mit Windows und OSX kompatibel“.

Mit Wuaki steigt der japanische Internet-Händler Rakuten in den Video-on-Demand-Markt ein.
Mit Wuaki steigt der japanische Internet-Händler Rakuten in den Video-on-Demand-Markt ein.
Unter Linux verweigert Wuaki in den Grundeinstellung komplett den Dienst.
Unter Linux verweigert Wuaki in den Grundeinstellung komplett den Dienst.

Wie bei den Pipelight-Basteleien für Silverlight-basierte Anbieter wie Amazon-Prime-Video, kommt man also auch bei Wuaki unter Linux nur mit einem geänderten User-Agent ein wenig weiter. Installiert ihr unter Firefox den User Agent Overrider oder unter Chrome den User-Agent Switcher, dann könnt ihr Wuaki erfolgreich vorgaukeln mit einem Windows-Rechner die Webseite aufzurufen. In meinen Tests unter Ubuntu und Arch Linux habe ich die folgenden User-Agents probiert.

### Windows-User-Agent für Chrome...
Mozilla/5.0 (Windows NT 6.3; Win64; x64) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/39.0.2171.71 Safari/537.36
### Windows-User-Agent für Firefox...
Mozilla/5.0 (Windows NT 6.3; rv:36.0) Gecko/20100101 Firefox/36.0

Mit aktiviertem Windows-User-Agent blockiert Wuaki das Playback nun nicht mehr von Haus aus per Browserweiche, sondern beginnt tatsächlich mit dem Buffern des Video-Streams — zumindest das ist schon mal ein kleiner Erfolg. Nach maximal fünf Sekunden ist danach aber auch schon wieder Schluss. Die Wiedergabe des Wuaki-Streams bleibt kommentarlos mit einem schwarzen Bildschirm hängen und geht nicht mehr weiter.

Mit einem auf Chrome für Windows umgebogenen User-Agent geht es einen Schritt weiter.
Mit einem auf Chrome für Windows umgebogenen User-Agent geht es einen Schritt weiter.
Die Wiedergabe eines Wuaki-Videos stoppt allerdings trotz Windows-User-Agent nach wenigen Sekunden.
Die Wiedergabe eines Wuaki-Videos stoppt allerdings trotz Windows-User-Agent nach wenigen Sekunden.

Weitere Versuche von mir Wuaki unter Linux zur Mitarbeit zu bewegen scheiterten, von daher bleibt wohl aktuell als Fazit zu sagen: Wuaki und Linux? Aktuell wohl eher nicht! Auch auf einem kleinen Raspberry Pi mit XBMC aka Kodi dürfte Wuaki nicht ohne weiteres möglich lauffähig sein, wobei es inzwischen dank Chrome OS auch eine ARM-Version von Flash gäbe, die sich unter Linux — und damit auch auf einem Raspbmc oder OpenELEC — betreiben ließe.

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2 KOMMENTARE

  1. Wer so seine (potentielle) Kunden schikaniert wird einfach nicht mehr angesurft und gut ist. Was sich manche Unternehmen meinen rausnehmen zu können…

    • Oder extra mal ansurfen mit Linux als User-Agent. Sie werden sicher ihre Webstatistiken untersuchen und je öfter Linux auftaucht und abbricht, desto wahrscheinlicher ein Umdenken. Es ist ein Unternehmen und _muss_ Geld verdienen. Aber das schafft man nicht wenn man für einen User mehr ausgibt als man einnimmt. 😉

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