Wahrscheinlich wird so gut wie jeder Linux-User, der jemals etwas mit Debian oder Ubuntu zu tun gehabt habt, mit Kommandos wie apt-cache search foo oder apt-get install bar zur Suche in den Paketquellen, beziehungsweise zur Installation von Paketen aus dem Terminal heraus, in Berührung gekommen sein. Da werde ich kaum jemandem etwas Neues erzählen. Doch diese Kommandos sind eigentlich gar nicht mehr aktuell, zumindest seit Debian 8 „Jessie“ beziehungsweise Ubuntu 14.04 „Trusty Tahr“ (und natürlich auch bei von dieses Distributionen abgeleiteten Derivaten wie etwa Linux Mint), da es seit der Version 1.0 von apt ein eigenes Binary namens apt gibt, das viele apt-Kommandos in einem einzigen Programm vereint. Aber keine Angst, apt-get und Co. werden uns vermutlich noch lange begleiten.
Aus apt-get, apt-cache und Co. wird apt
Die Änderung erscheint im Changelog von apt bei der Version 1.0 recht unscheinbar mit dem Text „install apt binary“. Diese Version des Programms hat es dann auch in die Paketquellen von Debian 8 und Ubuntu 14.04 geschafft, seitdem könnt ihr beim Paketmanagement im Terminal ein bisschen Tipparbeit sparen, zudem von einer ein wenig aufpolierten Optik profitieren. Großartig umgewöhnen müsst ihr euch zudem auch nicht, die Syntax der Kommandos blieb mehr oder weniger komplett erhalten. Zum Einstieg solltet ihr euch daher am besten einmal schnell die Hilfe von apt ansehen, diese ruft ihr logischerweise mit der Option --help auf.
$ apt --help
apt 1.0.10.2ubuntu1 für amd64, kompiliert am Oct 5 2015 15:55:05
Aufruf: apt [Optionen] Befehl
Befehlszeilen-Schnittstelle (CLI) für apt.
Basis-Befehle:
list - Pakete basierend auf dem Paketnamen auflisten
search - Paketbeschreibungen durchsuchen
show - Paketdetails anzeigen
update - Liste verfügbarer Pakete aktualisieren
install - Pakete installieren
remove - Pakete entfernen
upgrade - das System durch Installation/Aktualisierung der Pakete hochrüsten
full-upgrade - das System durch Entfernung/Installation/Aktualisierung der Pakete
vollständig hochrüsten
edit-sources - die Datei für die Paketquellen bearbeitenDas Kommando apt kennt also die Basis-Befehle list, search, show, update, install, remove, upgrade, full-upgrade und edit-sources. Fast alle dieser Kommandos sollten den Kommandozeilenjokeys unter euch eigentlich bekannt vorkommen. Einzig full-upgrade und edit-sources unterscheiden sich von den bisher gewohnten Kommandos — die Namensgebung lässt allerdings wohl kaum eine Überraschung erwarten. Daher sollte es eigentlich klar sein, wie der Hase in Zukunft läuft: Mit apt update aktualisiert ihr die Paketquellen, mit apt install foo installiert ihr Pakete, mit apt search foo durchsucht ihr die Paketquellen und mit apt upgrade spielt ihr die anstehenden Updates ein. Natürlich funktioniert vieles davon nur mit Root-Rechten, also setzt bei zum Beispiel apt install noch ein sudo vor das Kommando — oder wechselt zuvor in den Root-Account.
Nur noch apt für die Paketverwaltung




Alles in allem lassen sich die Kommandos in meinen Augen ein wenig besser erfassen. Besonders der Schritt von apt-get dist-upgrade zu apt full-upgrade macht in meinen Augen Sinn, da Einsteiger bei dist-upgrade oft an ein „Distributions-Upgrade“ dachten und meinten, dass dabei ein Umstieg auf die nächste Version der Distribution erfolgt. Jetzt wird eher klar, dass lediglich neue Abhängigkeiten aufgelöst und diese installiert werden. Zudem gibt es jetzt bei Operationen wie apt install foo oder apt remove bar ein wenig Farbe sowie einen Fortschrittsbalken bei Operationen auf der Festplatte zu sehen. Deutlich besser gelöst ist in meinen Augen auch die Suche mit apt search foo bar und die Anzeige von apt list --upgradable mit einer Übersicht über die aktualisierbaren Paketen. Praktisch ist auch mit apt edit-sources die /etc/apt/sources.list in einen Editor zu öffnen und direkt zu bearbeiten.
Wundert euch also nicht, wenn euch immer mal wieder ein apt ohne ein -get oder -cache über den Weg läuft. Der Autor dieses Beitrags ist dann nur auf einem aktuellen Stand und nicht vergesslich. Selbstverständlich könnt ihr auf euren Systemen weiterhin zu apt-get und Co. greifen, ähnlich wie es vor der Systemd-Umstellung auch bei der Diensteverwaltung mit den Kommandos sudo /etc/init.d/foobar restart und sudo service foobar restart möglich war. Die folgende Tabelle zeigt euch noch einmal die wichtigsten Apt-Befehle vor und nach der Änderung im Vergleich. Wie schon angesprochen, sind die Unterschiede nicht wirklich riesig.
Vergleich zwischen apt-get und Co. und apt
| Ab Debian 8/Ubuntu 14.04 | Bis Debian 7/Ubuntu 13.10 | |
| Paketquellen aktualisieren | apt update |
apt-get update |
| Paketquellen durchsuchen | apt search foo bar |
apt-cache search foo bar |
| Pakete installieren | apt install foo bar |
apt-get install foo bar |
| Pakete deinstallieren | apt remove foo bar |
apt-get remove foo bar |
| System aktualisieren | apt upgrade |
apt-get upgrade |
| System aktualisieren und neue Abhängigkeiten auflösen | apt full-upgrade |
apt-get dist-upgrade |
| Details zu einem Paket ansehen | apt show foo |
apt-cache show foo |
| Paketquellen bearbeiten | apt edit-sources |
nano /etc/apt/sources.list |





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