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Mir ist ja durchaus bewusst, dass die Halbwertszeit von einigen EDV-Komponenten nicht viel höher ist, als die von Eintagsfliegen, doch manchmal überrascht mich die schnelle Obsolescence schon. Habt ihr etwa einen USB-Adapter für SATA-Festplatten und wollt eine 3 Terabyte große (oder noch größere) Platte anschließen, dann müsst ihr euch eventuell damit abfinden, dass ihr einen neuen Adapter anschaffen müsst. Die ganze Thematik ist nicht gerade neu, da aber die beim Anschluss einer Kombination aus ungeeignetem Adapter/zu großer Festplatte auftretenden Fehlermeldungen nicht wirklich auf die Fehlerquelle hinweisen, dokumentiere ich an dieser Stelle einmal die Problematik, sodass ihr vielleicht etwas schneller auf des Rätsels Lösung kommt. Ich hatte nämlich zuerst die Befürchtung, dass die Festplatte (von der ich eigentlich Daten retten wollte) ein Totalausfall ist.

Ob der Chip im USB-Adapter große Festplatten unterstützt, sieht man ihm von außen nicht an.
Ob der Chip im USB-Adapter große Festplatten unterstützt, sieht man ihm von außen nicht an.

Für Datenrettungen von alten Rechnern und bei Systemumzügen habe ich mir vor einigen Jahren mal eine SATA auf USB2.0-Dockingstation gekauft. Sie erledigte ihre Aufgaben bisher eigentlich recht zuverlässig… bis ich neulich erstmals Daten von einer 3 TByte großen Festplatte sichern wollte. Sämtliche Versuche die Festplatte (deren Vorhandensein das System durchaus erkannte) in mein Linux-System einzubinden scheiterten jedoch. Kommandos wie lsblk melden lediglich eine Kapazität von 746,5 Gigabyte, ebenso liefern grafische Tools wie die Laufwerksverwaltung von Gnome Größen von 802 Gigibyte (wer es selbst umrechnen möchte). Irgendwas stimmt also nicht: Wer sich bisher nicht informiert hat und nicht die passenden Seiten im Netz findet, meint die Festplatte sei defekt.

Lsblk zeigt beim Anschluss einer 3-TByte-Festplatte an einen ungeeigneten USB-Adapter nur 746,5 Gigabyte Kapazität an.
Die Laufwerksverwaltung von Gnome meldet in diesem Fall ebenso eine Kapazität von 800 Gigibyte.

Das Problem liegt nun darin, dass die in solchen USB-Festplattenadaptern und -Gehäusen integrierte Firmware und Treiber mit 32-Bit langen Sektornummern rechnen, wodurch sie maximal 232 Sektoren mit 512 Byte adressieren können. Lange rede, kurzer Sinn: An einer Festplattenkapazität von über 2 TByte durchbrechen Festplatten eine Grenze, die vielen älteren Geräten Probleme bereitet — nicht umsonst braucht es ja mit der GPT (aka GUID Partition Table) eine neuartige Partitionstabelle bei solchen Festplattengrößen. Von dem Problem sind übrigens nicht nur USB-Adapter und Rechner mit älteren BIOS-Bausteinen betroffen, das Einbinden einer großen Festplatte wird beispielsweise auch an älteren Fernsehern mit USB-Anschluss zum Problem. Wer sich das Alles einmal im Detail ansehen möchte, der wird zum Beispiel in der Heise-FAQ fündig, auch zum Thema Festplatten am TV-Gerät.

Besitzt der Adapter eine USB-3.0-Schnittstelle, dann stehen die Chancen jedoch nicht schlecht.
Besitzt der Adapter eine USB-3.0-Schnittstelle, dann stehen die Chancen jedoch nicht schlecht.

Eine Software-Lösung für das Problem gibt es nun leider nicht. Die einzige Möglichkeit solche Festplatte ans System zu bekommen ist die Investition in einen neuen USB-Adapter. Die Chancen, dass dieser mit großen Festplatten zurecht kommt, ist bei neu gekauften Artikel eigentlich recht hoch. Ich für meinen Teil habe einfach einen simplen SATA auf USB3.0-Adapter ohne extra Netzteil gewählt, da ich aufgrund der alten Dockingstation schon eine passende Stromquelle besaß. Wer lieber einen gebrauchten USB-Adapter ersteigern möchte, der sollte unbedingt auf eine USB3.0-Schnittstelle achten. Diese Geräte sollten dann eigentlich neu genug sein, um auch mit großen Festplatten zurecht zu kommen. Schließt man mit diesem dann alles korrekt an, erkennt das System brav die Festplatte und man kann mit dem Backup der Daten beginnen.

Mit dem richtigen USB-Adapter erkennt das Linux-System sofort die 3 TByte große Festplatte.
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2 KOMMENTARE

  1. Da meine groesste HD bisher 1,5 TB hat, werde ich das mal auf meinen (vermutlich sehr alten) Adapter draufschreiben.
    Sehr wertvoller Beitrag!
    Danke!

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