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Wer bei Vodafone (ehemals Kabel Deutschland) einen Internet- und Kabelanschluss gebucht hat, der wird vermutlich auch einen Fernseher besitzen. Doch nicht überall, wo man in die Röhre schauen möchte, steht auch eine. Als Lösung dafür bieten sich IPTV-Adapter wie etwa der AVM FritzWLAN Repeater DVB-C an, den ich vor einiger Zeit schon einmal im Test hatte. Das Gerät muss einfach an ein TV-Kabel angeschlossen werden und streamt dann bis zu zwei TV-Sender gleichzeitig ins Netz. Als Empfänger dienen Smartphones oder Tablets mit den entsprechenden Apps oder auch ein PC mit einem beliebigen Betriebssystem, da als „Empfänger“ der plattformübergreifend funktionierende VLC-Media-Player ausreicht. Vodafone-Kunden können sich nun aber diese Investition eventuell sparen, der Anbieter streamt das TV-Programm im eigenen Netz auch auf mobile Geräte.

Fernsehen via App im Vodafone-Netz

Die Vodafone TV App bietet der TV- und Internet-Anbieter kostenlos für Android und iOS an. Ganz neu ist die Funktion nicht, die iOS-Version der App gibt es schon eine ganze Weile. Die Android-Version fand wohl aber erst Anfang des Jahres ohne großes Tam Tam in den Google Play Store — ich bin nur über einen Beitrag bei MyDealz auf die App aufmerksam geworden. Voraussetzung für die Nutzung der App ist ein (selbstverständlich kostenpflichtiger) Internet- und Kabelanschluss bei Vodafone (beziehungsweise Kabel Deutschland, das Unternehmen wurde im September 2015 geschluckt). Eine extra Option muss man für den IPTV-Zugang nicht hinzubuchen, man benötigt aber zwingend sowohl seinen TV- wie auch Internetzugang bei Vodafone und muss mit seinem Handy (oder Tablet) auch im Vodafone-Netz (damit meine ich jetzt nicht das Mobilfunk-Netz) eingeloggt sein.

Die App verlangt die Zugangsdaten, mit denen ihr euch auch im Vodafone-Portal anmelden würdet. Anschließend initialisiert sie die verfügbaren Sender und zeigt diese als gekachelte Liste mit einer kleinen Vorschau an — in meinem Test fehlten bei Sendern wie Sat.1 oder ProSieben die Vorschaubildchen, wie auch die Senderbezeichnung. Trotz dieses kleinen Bugs ließen sich die Sender aufrufen und das TV-Bild erfolgreich streamen. Das Angebot an Sender umfasst die öffentlich-rechtlichen Programme wie ARD, ZDF, die Dritten sowie Arte und 3sat und die Spartensender wie zdf_neo oder einsplus. Dazu kommen eine Reihe Sender wie die Programme aus der ProSiebenSat.1-Gruppe, Disney, Eurosport, diverse Nachrichtensender und vieles, bei dem ich eigentlich nie reinschaue. Sämtliche Sender stehen nur in der SD-Variante, auf hochauflösenden Displays wirkt das Bild daher ein wenig matschig. Was fehlt sind definitiv sämtliche Sender aus der RTL-Gruppe. Soweit ich weiß wird die Auswahl auch nicht um Pay-TV-Sender ergänzt, falls man diese bei Vodafone hinzugebucht haben sollte.

Vodafone TV-App für Android

Das Ganze funktioniert nun, wie ich eingangs erwähnt hatte, nur in eurem WLAN-Netzwerk zuhause. Sobald man sein eigenes drahtloses Netz verlässt und mit dem Handy im Mobilfunknetz hängt, meldet die App beim Starten eines TV-Streams lediglich, dass man doch bitte seinen Netzwerkzugang überprüfen sollte. Diese Einschränlung lässt sich umgehen, wenn man in seinem Haus einen VPN-Server aufsetzt (beispielsweise auf seiner Fritzbox oder einem NAS-Gerät) und sich so rein vom Netzwerk her betrachtet nach Hause beamt. Zum Test habe mich spaßeshalber in das VPN meiner Synology Diskstation eingeloggt und konnte ohne Probleme über eine LTE-Verbindung von O2 das IPTV-Angebot von Vodafone abrufen. Dazu muss natürlich euer Mobilfunktarif ausreichend Bandbreite und Übertragungvolumen hergeben, die App benötigt in den Spitzen etwa 5-6 MBit/s.

KabelDeutschland Streaming Proxy

Das Ganze lässt sich nun nicht nur per App nutzen, sondern –zumindest in der Theorie — auch vom PC aus (allerdings nicht ganz offiziell). Im Netz gibt es einen KabelDeutschland Streaming Proxy, den man unter Linux, MacOS X und Windows sowie ARM-Rechnern wie dem Raspberry Pi oder NAS-Geräten wie etwa einer Synology Diskstation installieren kann. Wobei sich die Installation auf das Herunterladen eines passenden Binarys sowie der Konfigurationsdatei und dem Eintragen der Vodafone-Zugangsdaten in diese beschränkt.

Als Empfänger funktioniert dann jeder Rechner mit VLC, sodass man bequem am Schreibtisch fernsehen kann — ohne ein weiteres Gerät bemühen zu müssen. Ein schneller Test zeigt allerdings gerade, dass sich der Proxy zwar derzeit ausführen lässt, allerdings renne ich dann beim Start von VLC mit dem Proxy als Adresse in ein Problem, das auch andere User im Blog des Projekts berichten. Eine Lösung für dieses konnte ich bisher noch nicht finden.

$ ./kd_proxy_64 
== Checking credentials
done
== Listening ...
http://192.168.111.167:8787
http://10.8.0.6:8787
== Get channellist
could not fetch: json: cannot unmarshal object into Go value of type config.ChannelList
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4 KOMMENTARE

  1. Danke, gerade ausprobiert. Klappte einwandfrei. Hatte da mal ne Mail dazu bekommen, die aber ohne groß zu lesen aussortiert.

  2. Sehr praktische Sache für mich als Kabel-D/Vodafone-Kunde. Irgendwie bekommt es Vodafone in der letzten Zeit nicht hin mir ein ordentliches TV-Signal zu schicken. Ich hab ewig Aussetzer. Bin schon mal auf die App ausgewichen, weil TV-Empfang einfach nicht möglich war.

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