Mit Shotwell 0.33 ist eine neue Version der freien Bildverwaltung für GNOME erschienen. Die wichtigste Neuerung steckt dabei unter der Haube: Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit wurde Shotwell jetzt vollständig auf GTK4 portiert. Ich habe mir die neue Version unter Arch Linux angesehen.
Die Umstellung auf GTK4 ist für Shotwell mehr als eine optische Modernisierung. Gerade unter Arch Linux mit aktuellem GNOME und Wayland profitiert die Anwendung von den moderneren Schnittstellen des Toolkits. Auch Funktionen wie Drag-and-drop und Desktop-Portale sollen dadurch zuverlässiger funktionieren.

Für meinen Test habe ich Shotwell unter Arch Linux allerdings nicht aus den Paketquellen, sondern als Flatpak installiert. Das ist gerade bei größeren GNOME-Anwendungen interessant, wenn ihr eine aktuelle Version ausprobieren möchtet, ohne auf den Paketstand der Distribution warten zu müssen. Auch lassen sich die Daten der Anwendung schnell rückstandsfrei löschen.
GTK4 bringt Shotwell nach vorn
Shotwell 0.33 bringt neben der GTK4-Portierung zahlreiche kleinere Verbesserungen mit. Dazu gehören eine Übersicht der Tastaturkürzel, überarbeitete Funktionen zum Exportieren und Drucken sowie Toasts als moderne Alternative zu einfachen Dialogfenstern. Auch das Öffnen von URLs im Viewer wurde ergänzt.
Einige Funktionen, die während der GTK4-Portierung vorübergehend fehlten, sind ebenfalls wieder zurück. Dazu gehört insbesondere Drag-and-drop. Außerdem zeigt der Viewer zusätzliche Systeminformationen an, während sich Kontextmenüs nun auch per Tastatur öffnen lassen. Die Navigation zwischen Bedienelementen wurde ebenfalls verbessert.

Veröffentlichung und Fehlerkorrekturen
Überarbeitet wurde zudem die Veröffentlichung von Bildern an externe Dienste. Das Fenster für die externe Authentifizierung kann nun an verschiedenen Stellen angezeigt werden. Den bisherigen separaten Authentifizierungshelfer ersetzt Shotwell durch einen einfachen Webserver, der lokal auf dem Rechner läuft.
Dazu kommen zahlreiche Fehlerkorrekturen. Unter anderem wurden Probleme mit automatisch ausgeblendeten Werkzeugleisten im Vollbildmodus, der Diashow, dem Setzen von Desktop-Hintergründen und dem Versand vieler Bilder behoben. Auch die Arbeit mit Gesichtern und deren Markierungen wurde weiter verbessert.

Mein Eindruck unter Arch Linux
Für mich ist die GTK4-Portierung die eigentlich interessante Nachricht dieses Releases. Shotwell wirkt damit deutlich besser für aktuelle Linux-Desktops aufgestellt. Gerade unter Arch Linux und GNOME mit Wayland ist es angenehm, wenn eine ältere Anwendung nicht dauerhaft auf ihrem bisherigen GTK-Unterbau festhängt.
Wenn ihr Shotwell unter Arch Linux ausprobieren möchtet, könnt ihr zunächst prüfen, welche Version in euren Paketquellen verfügbar ist. Für meinen Test habe ich stattdessen Flatpak verwendet. Damit lässt sich die aktuelle Shotwell-Version unabhängig vom Paketstand von Arch Linux installieren und wieder entfernen. Aktuell hängt selbst Arch Linux eine Version zurück.
Die neue Version ist damit auch für Nutzer interessant, die Shotwell bisher wegen der technisch überholten GTK3-Basis nicht mehr auf dem Radar hatten. Ob die Anwendung dauerhaft als Bildverwaltung überzeugt, hängt natürlich stark vom eigenen Workflow ab. Für eine schlanke GNOME-Lösung ist sie aber einen Blick wert.
Weitere Beiträge zu GNOME und Bildern
Zum Thema Bildbearbeitung und Fotowerkzeuge findet ihr auch schon einige ältere Beiträge hier im Blog. So habe ich beispielsweise einfache Bildbearbeitung unter Linux und verschiedene Werkzeuge rund um Screenshots und die Arbeit mit Bildern vorgestellt. Auch Gradia setzt inzwischen konsequent auf GTK4.
Die aktuelle Shotwell-Version findet ihr als Flatpak auf Flathub. Wer sich für die neusten technischen Änderungen der Anwendung interessiert und dem weiteren Verlauf der Entwicklung folgen möchte, kann außerdem die offizielle Release-Ankündigung und die Projektseite von Shotwell ansehen.


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