Linux und Ich

Blog über Ubuntu, Linux, Android und IT

flixtor-icon

Flixtor, wie Popcorn Time aber mit Android-App und Chromecast-Support

| Keine Kommentare

Das was der P2P-Filesharingclient mit integriertem Videoplayer Popcorn Time macht, ist eigentlich keine große Magie. Basierend auf Peerflix und einem Torrent-Verzeichnis streamt die Anwendung Filme und Serien nahtlos auf den Desktop. So einfach Popcorn Time für den User zu benutzen ist — die rechtliche Lage ist eindeutig: Mit Popcorn Time wird das Urheberrecht verletzt, da die heruntergeladenen Daten wie bei P2P und BitTorrent üblich auch umgehend wieder weiterverteilt werden. Abmahnungen und Gerichtsverfahren sind für Popcorn-Time-Fans aus Deutschland sehr wahrscheinlich, da die Tracker mit Sicherheit gut überwacht werden. Das verhindert jedoch nicht, dass diese Art von Programm viele Fans findet… und auch Nachahmer. Flixtor ist wie Popcorn Time, die App gibt es jedoch auf für mitsamt Chromecast-Unterstützung auch für Android.

Wie auch Popcorn Time baut auch Flixtor auf Peerflix und den von Popcorn Time bekannten Trackern auf, allerdings findet Flixtor in meinen Augen mehr. So sind auch Animes und freie Filme wie Big Buck Bunny oder Tears of Steel im Index vorhanden. Im Endeffekt unterscheiden sich beide Anwendungen auf dem Rechner eigentlich aber nur in wenigen Details — die Player-Komponente erscheint mir sogar identisch. So lassen sich auch bei Flixtor Trailer zu den Filmen abrufen und im Player ebenfalls Untertitel in diversen Sprachen einblenden. Genauso wie bei Popcorn Time liegt auch der Flixtor-Code bei Github offen, das ermöglicht Ports auf andere Architekturen, so gibt es zum Beispiel eine Version für den Raspberry Pi.

Flixtor ist eine Alternative zu Popcorn Time

Flixtor bietet statisch kompilierte Binaries für 32- und 64-Bit Linuxe auf der Download-Seite zum herunterladen an. Dort finden sich natürlich auch die Versionen für Mac und Windows. Die heruntergeladenen Archive müssen unter Linux einfach nur entpackt und dann das “Flixtor”-Binary aufgerufen werden. DEB- oder RPM-Pakete zur Installation über die Paketverwaltung gibt es noch nicht. Wer mit Arch Linux unterwegs ist, der kann sich die Anwendung jedoch auch bequem aus dem AUR installieren, dort ist mittlerweile die aktuelle Version 0.1.5 eingetroffen — die Arch-Version will bei mir jedoch rein gar nichts abspielen.

Was Flixtor jedoch deutlich von Popcorn Time unterscheidet ist, dass die PC-Anwendung wohl nur die die erste Fingerübung war. Im Gegensatz zum Vorbild Popcorn Time, gibt es Flixtor nämlich nicht nur für ausgewachsene Computer sondern auch als ansprechend gestaltete App für Android. Im Google Play Store finden sich zwei Varianten der Anwendung. Flixtor lässt sich generell kostenlos installieren,  für Flixtor Pro muss dagegen für 2,62 Euro gekauft werden.

Die kostenpflichtige Pro-Version verzichtet jedoch auf Anzeigen und unterstützt zudem den Chromecast-Dongle von Google, so lassen sich Videos direkt auf einen mit einem Chromecast ausgestatteten Fernseher streamen. Dafür braucht es allerdings ein wenig mehr Rechenpower als üblich, mein Samsung Galaxy Nexus mit Dual-Core-CPU war mit dem Streamen von Big Buck Bunny ein wenig überfordert, das Bild auf dem Fernseher ruckelte doch sehr häufig.

Um Videos aus der Flixtor-App auf den Chromecast-Dongle zu streamen, müsst ihr euren Film in der Anwendungen heraussuchen und unten links auf das Chromecast-Icon tippen. Daraufhin bekommt ihr wie gewohnt die im Netz gefundenen Dongel zur Auswahl gestellt. Habt ihr das Ziel ausgesucht, drückt ihr in der App auf Play und wählt “Stream on Chromecast” aus. Daraufhin startet das Abspielen des Films auf dem Fernseher — wenn schon genügen Material gepuffert wurde.

Am Ende nochmal der Hinweis: Egal ob Popcorn Time, Flixtor oder auch simples BitTorrent. Wer die Anwendungen in Deutschland nutzt, läuft Gefahr eine teure Abmahnung ins Haus geschickt zu bekommen. In zwischen gibt es mit Watchever, Maxdome oder Amazon Instant Video zahlreiche VoD-Dienste am Markt, die für unter 10 Euro im Monat eine “Film- und Serienflatrate” anbieten. Linuxer müssen sich zwar mit Silverlight bzw. Pipelight herumplagen, doch Watchever bietet auch eine solide App mit Chromecast-Support. Es gibt also kaum einen Grund noch zu den Tauschbörsen zu greifen — wenn auch Apps wie Popcorn Time oder eben Flixtor von der zugrunde liegenden Technik her sehr spannend sind.

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

Hinterlasse eine Antwort

Auf Linux und Ich darf anonym kommentiert werden. Die Felder für Name und E-Mail-Adresse dürfen beim Eintragen eures Kommentars leer bleiben. Ich freue mich aber über jeden Kommentar, zu dem der Autor mit seinem Namen steht.