TEILEN
Mittwald: Webhosting. Einfach intelligent.

Irgendwie finde ich es erstaunlich, da bringt HTC mit dem HTC Desire S einen Nachfolger für das recht erfolgreiche HTC Desire auf den Markt und was ändert sich? Praktisch nichts! Zugegeben, das Gehäuse und die Front-Kamera sind neu und hochwertiger, doch unter der Haube hat sich praktisch rein gar nichts geändert. Ein bisschen mehr Speicher, eine etwas neuere CPU (mit der selben Taktrate) und ein hübscheres Gehäuse macht ein etwas neueres HTC Desire, das mir aber wenig Lust auf einen Wechsel macht. Gerade wenn man bedenkt dass man das Desire ohne großen Aufwand auf Android 2.3.4 aktualisieren kann. Ein Update das sich definitiv lohnt!

Zum Einsteig schnell mal ein Vergleich zwischen HTC Desire und HTC Desire S. Die Unterschiede sind wirklich marginal. Das Desire S ist ein kleines bisschen kleiner, etwas leichter und ein klitzekleines bisschen flotter. Primär sollte sich hauptsächlich der größere Speicher positiv bemerkbar machen, doch mit dem richtigen ROM ist dieser Vorteil schnell dahin.

[-] HTC Desire (Homepage) HTC Desire S (Homepage)
Android-Version 2.1 (Original Firmware) 2.3.x
CPU Qualcomm Snapdragon 1 GHz (QSD 8250) Qualcomm Snapdragon 1 GHz (MSM8255)
GPU Adreno 200 (AMD Z430) Adreno 205
RAM 576 MB 768 MB
ROM 512 MB 1.1 GB
Display 9,4cm bei 480×800, Super LCD (Anfangs AMOLED) 9,4cm bei 480×800, Super LCD
Akku 1400 mAh 1450 mAh
Format H119 x B60 x D11,9 [mm] H115 x B59,8 x D11,6 [mm]
Gewicht 135g 130g
Preis ~170 Euro bei Ebay ~370 Euro bei Amazon

Ursprünglich wurde das HTC Desire mit Android 2.1 ausgeliefert. Anfangs war ich mit dem Stock-ROM relativ zufriede, doch recht schnell hat es mich in den Fingern gejuckt ein anderes ROM zu installieren. CanyogenMod wollte nach der Installation nicht starten, so blieb ich bei LeeDrOiD hängen. LeeDrOiD basiert auf dem CM mit Android 2.2, fügt aber die von HTC entwickelt Sense-Oberfläche zum ROM hinzu, so dass man ein aktuelleres Android mit der von HTC gewohnten Oberfläche hat.

Im Endeffekt war ich mit LeeDrOid ziemlich zufrieden. Es ist spürbar schneller als das „Original“ ROM von HTC, hat dank A2SD deutlich mehr Platz für Anwendungen und ist trotzdem stabil. Allerdings habe ich bei Caschy mal wieder gelesen, dass die Android 2.3.x Rom für das Desire wieder schneller seien, was mich – zum Glück – mal wieder neugierig auf ein anderes Rom gemacht hat.

HTC Desire und Desire S im Vergleich

(Bildquelle und ausführlicher Test zum Desire S auf TeamAndroid.de)

Im Gegensatz zu Caschy habe ich mich für Oxygen entschieden, und was soll ich sagen? Ein Unterschied wie Tag und Nacht! Ungelogen! Wer ein HTC Desire besitzt und noch kein ROM ausprobiert hat, der sollte sich wirklich Gedanken über einen Umstieg machen. Dazu muss das Desire gerootet und dann mit dem ROM-Manager das zuvor runtergeladene Image installiert werden. Dauert nur ~15 Minuten und ist dank der integrierten Backup-Funktion des ROM-Managers auch recht ungefährlich. Hier mal meine „Bauchgefühl“-Pro/Contras…

Pro:

  • Spürbare Verbesserung der Performance
  • Applikationen aus dem Market installieren sich in wenigen Momenten
  • Webseiten werden deutlich schneller aufgebaut
  • Akkulaufzeit von fast zwei Tagen (bei meiner Nutzung)
  • Mehr Platz für Bookmarks im Browser (3×4 Icons)

Contra:

  • Die HTC Sense Oberfläche ist nicht schlecht, vieles lässt sich aber aus dem Market nachrüsten
  • Entsperren mit Doppelklick auf den optischen Cursor nicht mehr möglich (Lässt sich mit dem TBWake Mod verbessern, dann geht bei einemKlick auf den opt. Cursor wenigstens das Display an)
  • Aufnahmen von Videos mit 720p sind nicht mehr möglich

Erstaunt war ich, als ich vorhin Nils Bericht zum Desire S angesehen habe. Nils ließ auf seinem Desire S den Quadrant Benachmark laufen und konnte einen Wert von 1146 erzielen. Mit 1054 Punkten schafft mein „Oxygen-Desire“ nicht einmal 10% weniger! Bedenkt man, dass das Desire S sozusagen zur nächsten Generation gehört, ist das für das Desire ein toller Wert.

Als Demo ein kleines Video, das Oxygen auf meinem Desire zeigt. Ich will ich da gar nicht Oxygen groß vorstellen. Es ist ein „blankes“ Android, ihr könnt das Video aber mal dazu nutzen die Geschwindigkeit mit eurem ROM zu vergleichen. Besonders deutlich wird diese beim Installieren der App.

Wer noch weiter basteln möchte, der kann sich ja auch mal das RCMixS ROM ansehen. Dies enthält aktuell Android 2.3.4, plus Sense 2.1 vom Desire S sowie ein bisschen Sense 3. Ich bin jedoch mit meinem „nackten“ Android erst einmal zufrieden.

//PS: Der Artikel war praktisch schon fertig, so dass ich die Meldung von HTC nur noch unter den Artikel setzen mag. HTC hat heute über Facebook angekündigt, dass es – entgegen der vor Monaten gemachten Versprechungen – Android Gingerbread offiziell NICHT für das Desire geben wird…

Unser Entwicklerteam hat die letzten Monate hart daran gearbeitet, Gingerbread auf das HTC Desire zu bringen. Leider müssen wir euch heute mitteilen, dass nicht genug Speicher zur Verfügung steht, um Gingerbread auf dem HTC Desire zum Laufen zu bringen und dabei das HTC Sense Erlebnis aufrecht zu halten. Es tut uns sehr leid für die Enttäuschung, die diese Nachricht sicher für manche von euch mit sich bringt.

Wundert mich das? Definitiv nein, nach wie vor verstehen sich die Smartphone-Hersteller als Handy-Produzenten und ein Handy ist nunmal ein Wegwerfprodukt, schließlich muss das nächste Modell wieder für neue Umsätze sorgen. Ob Googles Forderung, dass die Hersteller ihre Modelle mindestens zwei Jahre mit Updates versorgen müssen jemals greift? Nichts desto trotz bin ich froh, dass es die großartige Android-Community gibt. Was juckt mich der Hersteller, wenn es unabhängige Entwickler gibt, die aus meinem „veralteten“ Gerät mehr herausholen, als die Produzenten erlauben wollen.

(Bildquelle: Martino! auf Flickr, lizenziert unter CC-BY.)

65 KOMMENTARE