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Google macht sich VIELE Freunde, keine Ad-Blocker mehr im Android Play Store

Google macht sich VIELE Freunde, keine Ad-Blocker für Android mehr auf Google Play

| 10 Kommentare

Google macht sich gerade viele Millionen Android User als neue Freunde, denn seit heute gibt es im Play Store keine Adblocker für Android mehr. Kein Ad Blocker, kein Adblock Plus, kein AdAway. Mehr als eine Fehlerseite bekommt man nicht mehr zur Gesicht. Eine Suche direkt im Play Store bringt auch nichts, die Apps sind weg. Schuld daran ist Google, die erstmals ihre Vertriebsvereinbarungen für den Play Store gegen Werbeblocker-Apps durchsetzen.

Dominik Schürmann, der Entwickler des Open-Source-Ad-Blockers AdAway schreibt auf der Google-Code-Seite des Projekts recht nüchtern den Grund für die Verbannung aus dem Play Store: Ein Verstoß gegen die Vereinbarung für den Entwicklervertrieb ist das Ende für alle Werbeblocker im Play Store.

I received an email from Google Play that AdAway was removed due to “Violation of section 4.4 of the Developer Distribution Agreement.” Thus, it will never be available on Google Play again.

Diese Vertriebsvereinbarung ist in diesem Punkt leider ziemlich klar, und steht auch nicht erst seit heute in diesem Dokument. Apps dürfen anderen Anwendungen nicht in die Quere kommen und diese nicht beeinträchtigen — Ein Werbeblocker macht nunmal dies, daran lässt sich wenig rütteln.

4.4 Verbotene Handlungen. Sie dürfen im Hinblick auf Android Market keine Handlungen einschließlich der Entwicklung und des Vertriebs von Produkten vornehmen, durch welche Geräte, Server, Netzwerke oder sonstiges Eigentum oder sonstige Dienstleistungen von Dritten beeinträchtigt, gestört oder beschädigt werden oder auf sie in unerlaubter Weise zugegriffen wird. Solche Dritten können u. a. Android-Nutzer, Google oder Betreiber von Mobilfunknetzen sein. Sie dürfen keine Kundeninformationen, die Sie über Android Market erhalten haben, dazu verwenden, Produkte außerhalb von Android Market zu verkaufen oder zu vertreiben.

Mich wundert nur, warum Google so lange nichts gegen Werbeblocker für Android im Play Store unternommen hat. Ich vermute mal stark, dass es etwas mit dem Erfolg von Adblock Plus für Android zu tun hat. Apps wie AdAway brauchen Root-Rechte, um über die hosts-Datei des System Anfragen zu Werbenetzwerken ins Leere laufen zu lassen, Adblock Plus funktionierte auch ohne Root-Rechte. Dadurch wurde der Android-Werbeblocker auf für einen großen Nutzerkreis interessant — und damit zur Bedrohung, die ausgeschaltet werden musste.

AdAway im F-Droid Open-Source Market

Damit sind Werbeblocker für Android allerdings nicht Geschichte, es wird nur ein bisschen komplizierter. Android ist kein geschlossenen System. Jeder, der auf seinem Androiden unter “Einstellungen -> Sicherheit -> Geräteverwaltung” die Option “Unbekannte Apps” aktiviert hat, kann Anwendungen am Play Store vorbei installieren, so gibt es also immer einen Weg einen Werbeblocker zu installieren. Das gilt besonders für die Open-Source-App AdAway.

F-Droid ist ein alternativer Market für Android, der sich komplett Open-Source-Apps verschrieben hat.

AdAway gibt es schon lange im F-Droid Market, einem alternativen Android-Market, der sich komplett Open-Source-Apps verschrieben hat. Ich hatte den F-Droid auch zum Start des Projekts hier im Blog vorgestellt, allerdings hatte ich das Repo nicht mehr stark im Auge behalten, da ich “meine” Lieblings-FOSS für Android auch über den Play Store bekommen habe.

Dort findet ihr tolle Apps wie ConnectBot, CSipSimple — die es natürlich auch über den Play Store gibt — und aber eben aber auch Apps, die noch nicht den Weg in den Google Store gefunden haben. Nun müssen Android User, die eben AdAway installieren wollen den F-Droid-Market installieren, oder sich die App über den Web-Link die APK-Datei von AdAway einzeln laden und von Hand installieren.

Da AdAway Root-Rechte erfordert, werden die meisten Anwender dieser App das wohl hinbekommen. Allerdings ist es für Adblock Plus schade: Die App wird man nicht mehr über den Play Store und auch nicht über F-Droid bekommen, man kann sie allerdings noch über die About-Seite von Adblock Plus für Android als APK-Datei herunterladen und dann auch von Hand installieren.

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

10 Kommentare

  1. Shit, ich nutze auch gerne AdAway, allerdings wirds die App ja weiter geben. So oft wurde sie ja auhc nicht aktualisiert. Markus.

  2. Sagen wir mal, so ein wenig kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Man kann eben nicht alles kostenlos haben. Entweder man zahlt mit Cash oder mit Werbung.

  3. Kleiner Fehler in der letzten Zeile “Da AdAway Root-Rechte erfordert, werden die meisten Anwender dieser App das wohl hinbekommen.” hier fehlt wohl ein keine.

    Danke für den Hinweis. Bin Android Neueinsteiger daher noch eine Frage, ich habe gelesen, dass das aktivieren der Option “Unbekannte Apps” eine Sicherheitslücke sein kann, bzw. es Malware einfacher macht, auf das Gerät zu kommen. Wie siehst du das? Sollte man die Option nach der Installation wieder ausknipsen? Oder verliert man dann die Möglichkeit automatisch Updates zu installieren?.

  4. Ist das eine Überraschung? Google verdient Geld mit Werbung und bekämpft nun in seinem Einflußbereich alle Werbeblocker.. so was aber auch.

  5. Obwohl ich eigentlich gar kein Fan davon bin, Funktionen weg zu nehmen, finde ich die Entscheidung gut. Eben die Adblocker sind der Grund, warum ich mich bei meiner App dazu entschieden habe, keine Voll Funktionsfähige Variante mit Werbung heraus zu bringen sondern eine beschnittene Version und eine Vollversion.

    Die Preise für die meisten Apps liegen bei 1-2€, ich behaupte mal die kann sich jeder leisten ;-)

    Für die Browser, die kein Pluginsystem mit bringen ist das natürlich unpraktisch aber da gibt es mittlerweile genug Alternativen.

    • Generell halte ich es sowieso für das bessere Konzept eine in der Funktion eingeschränkte “Teaser-App” ohne Werbung und auch kostenlos anzubieten, als eine voll umfängliche Variante mit Werbung. Wahrscheinlich ist das etwas mehr Arbeit in der Entwicklung, dafür kaufen die User dann aber auch letztendlich die App.

      Grüße
      Christoph

  6. F-Droid gehört sowieso auf jedes Android-Phone :P

  7. Wer AdBlock Plus installiert hat sollte sich mal darüber Informieren. Anstatt alle Werbung zu blockieren bekommt man nur noch Werbung von Unternehmen, die dafür bezahlt haben.
    Seitenbetreiber müssen AdBlock Plus “nur” einen Teil der Werbeeinnahmen abgeben, um sie sichtbar zu machen.
    Das hat zur Folge, dass sich eben die schönen Blüten des Internets, die sich nur durch Werbung finanzieren können nicht darum herum kommen, AdBlock Plus zu bezahlen. Ohne, dass AdBlock Plus irgendeine Leistung erbringt, außer dem User vorzugaukeln, man blende “nervige” Werbung aus.

    AdBlock Plus blockiert keine nervige Werbung, es filtert die Werbung heraus, für die es kein Geld bekommt!

  8. also ich bekomm die noch.
    aber nicht über den google-pay-store,
    sondern über
    F-droid.apk

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