CHIP mit DVD Jahresabo!

Linux und Ich

Blog über Ubuntu, Linux, Android und IT

netflix-logo

Netflix kommt nach Deutschland… Was ist mit Linux?

| 6 Kommentare

Watchever, Amazon Instant Video, Maxdome und Sky Go, nun auch noch Netflix — viele sagen endlich! Das Angebot an Video-on-Demand-Anbietern soll in Deutschland, Österreich, der Schweiz und auch noch ein paar unserer direkten Nachbarn Zuwachs kommen. Einen genauen Termin nennt Netflix in seiner Twitter-Nachricht nicht, aber man kann sich auf der Netflix-Homepage schon für weitere Neuigkeiten registrieren. In den USA kostet Netflix 7,99 Dollar — wenn man nur ein Gerät nutzt. Bis zu vier Geräte lassen sich für 11,99 Dollar bespielen. Allerdings hat Netflix leichte Preiserhöhungen angekündigt, die aber erst einmal nicht an Bestandskunden durchgereicht werden. Unter Linux lässt sich Netflix nicht offiziell nutzen, da der Dienst wie Watchever und Co. auf Silverlight setzen, doch auch hier wird uns Pipelight aus der Patsche helfen.

Update: Netflix ist seit dem 16.09.2014 in Deutschland ganz offiziell am Start. Wer Netflix mit einem Linux-Browser aufruft, dem sagt der Dienst erst einmal, dass die Systemanforderungen nicht erfüllt werden. Mit den richtigen Einstellungen funktioniert Netflix unter Linux jedoch ganz ohne Silverlight und große Basteleien. Der Beitrag erklärt die Installation eines User-Agent-Switchers Schritt für Schritt.

Netflix ist in den USA der marktbeherrschende Video-Dienst, in Deutschland muss sich Netflix jedoch hintenan stellen. Hier haben das vom französischen Medienriesen Vivendi betriebene Watchever, der Neuling Amazon Prime Video und natürlich schon aus dem Pay-TV bekannten Marken Maxdome und Sky Go die Nase vorn. Alle Angebote kosten Pi mal Daumen rund um die 10 Euro, ich vermute stark, dass sich Netflix auch in diesem Preisrahmen bewegen wird. Die spannende Frage wird jedoch sein: Bekommt Netflix außer seinen eigenen Serien wie House of Cards oder Arrested Development andere exklusive Inhalte? Die meisten Studien haben ja bereits Verträge mit der Konkurrenz hier in Deutschland.

Netflix für Android

Gegenüber manch einer seiner Alternativen hat Netflix eine Reihe von Vorteilen: So sind etwa Apps für Android und iOS bei Netflix selbstverständlich mit an Bord (allerdings ist die App in Deutschland noch nicht verfügbar). Die hat Watchever auch im Programm, aber etwa Amazon Prime Video eben nicht — Um sein eigenes Ökosystem zu schützen zu schützen wird Amazon diese erst dann bringen, wenn es nicht mehr anders geht.  Auch mit dem Chromecast versteht sich Netflix gut, so kann man die Online-Videothek für nur knapp 35 Euro auch auf “dummen” Fernsehern nutzen. Da das Amazon-Angebot vom Preis her sehr gut ist, sorgt der Wirbel um Netflix bei Amazon vielleicht für ein Einlenken — bei der Marktmacht des ehemaligen Buchhändlers wohl aber eher nicht.

Netflix unter Linux

Wer mit Ubuntu, Debian, Fedora und Co. unterwegs ist, der wird bei Netflix — wie auch bei Amazon und seinen Alternativen — erst einmal vor verschlossenen Türen stehen. Netflix setzt in den USA auf Silverlight und dessen DRM-Verschlüsselung, so wird dies auch in Deutschland geschehen. Da es Silverlight jedoch nur für Rechner mit Windows und MacOS X gibt, bleibt der Bildschirm für Linuxer erst einmal leer.

Netflix startet noch dieses Jahr in Deutschland — endlich!

Die Linux-Community ist jedoch nicht untätig: Mit Pipelight lassen sich für Windows gedachte Browser-Plugins wie Adobe Flash und eben auch Silverlight auch unter Linux benutzen. So kann man schon jetzt auch Watchever, Maxdome und Co. auf dem Linux-Desktop aufrufen. Im Blog habe ich auch schon eine längere Pipelight-Installationsanleitung zu diesem Thema geschrieben. Inzwischen läuft Pipelight auch so rund, dass man keine größeren Probleme bekommen sollte.

Schlecht sieht es jedoch nach wie vor für Fans des Raspberry Pi aus, die den kleinen Micro-Rechner gerne im Zusammenspiel mit OpenELEC oder Raspbian und XBMC als Mediacenter einsetzen. Silverlight gibt es nur für x86-Rechner, der RasPi baut jedoch auf einen ARM-Chipsatz aus. Dies bedeutet, dass die diversen Bastellösungen für die Integration von Netflix in XBMC spätestens daran scheitern Silverlight auf dem RasPi zu installieren. Daran wird sich erst etwas ändern lassen, wenn die Contentanbieter auf HTML5 setzen, ein Schritt der jedoch auch wieder Kontroversen auslöst.

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

6 Kommentare

  1. Ich war heute mal testweise in meinem “Netflix-Profil” (hab ich damals im Ausland erstellt). Dort konnte ich eine Option auswählen die in etwa hieß: “Prefer HTML5 player when possible”. Strahlt Netflix vielleicht doch schon Serien ohne Silverlight aus?? Ich konnte leider nicht testen, ob ein HTML5-Player genutzt wird.

  2. Hallo,

    da Netflix seit heute ganz offiziell auch in .de verfügbar ist, kann ich berichten, dass HTML5 benutzbar ist. Allerdings nur über umwege. Benutze Mint 17 64Bit und bin nach dieser Anleitung vorgegangen:
    http://www.webupd8.org/2014/08/how-to-enable-html5-playback-for.html
    Hat wunderbar geklappt.

Hinterlasse eine Antwort

Auf Linux und Ich darf anonym kommentiert werden. Die Felder für Name und E-Mail-Adresse dürfen beim Eintragen eures Kommentars leer bleiben. Ich freue mich aber über jeden Kommentar, zu dem der Autor mit seinem Namen steht.