Wer Erfahrungen mit Distributionen wie Ubuntu oder Fedora hat und das erste mal ein Arch Linux installiert, der stört sich am Anfang mit Sicherheit an der nicht wirklich optimalen Darstellung von Schriften auf dem Desktop. Die Fonts erscheinen dünn und abgemagert, es fehlt an einer ordentlichen Kantenglättung aka Antialiasing und subtilem Subpixel-Rendering. Ubuntu und Co. sorgen mit eigenhändigen Patches an der für die Schriftdarstellung verantwortlichen Bibliothek FreeType bzw. durch Implementation bestehender Verbesserungen wie Infinality schon von Haus aus für ein besseres Schriftbild, dies sorgt allerdings für Probleme in Gimp.
FreeType selber verzichtet aus lizenzrechtlichen Gründen darauf diese Patche in den eigenen Code zu übernehmen. Und da Arch ungern am Upstream-Code herumdoktert, muss man eben eigenhändig für ein besseres Schriftbild sorgen. Die Arch-Community macht diese Aufgabe mit entsprechend vorbereitet Paketen und AUR-Einträgen leicht, im Arch-Wiki findet ihr ausführliche Tipps und Hinweise für die Installation der Infinality- und Ubuntu-Patches auf eurem System.
Fontrendering unter Arch im im Vergleich
Für Einsteiger stellt sich nun aber die Frage welchen Patch man nutzen sollte, mit dem Original FreeType möchte ich jedenfalls nicht arbeiten — meine Augen sind vom Schriftbild eines Fedoras oder Ubuntus verwöhnt und dementsprechend anspruchsvoll. Seit meinem Arch-Einstieg bin ich eigentlich recht gut mit den Infinality-Patches gefahren. Infinality zeichnet einfach sehr saubere Schriften auf den Bildschirm und lässt sich das Binär-Pakete auch sehr einfach mit einer zusätzlichen Paketquelle installieren, ohne das AUR bemühen zu müssen. Hier sind die drei Schriftbilder im Vergleich, so könnt ihr euch selber ein Bild machen.


Grünliches Antialiasing in Gimp
Nun aber quält mich auf meinen Arch-Systemen seit einer Weile das Problem, dass Gimp in der Version 2.8 Schriften nur noch mit einem grünen Schatten rund um den Rand zeichnet. Eine Zeit lang habe ich das Problem schlichtweg ignoriert, nun musste aber wirklich einmal eine Lösung her. Mit ein wenig Recherche findet man die Quelle des Problems: Die Schuld an diesem grünlichen Schatten hat nicht unmittelbar an Arch oder Gimp 2.8, sondern das von mir implementierte Infinality-Fontrendering. Auf Launchpad und im Infinality-Forum gibt es dazu auch schon entsprechende Beiträge.

Eine Lösung für dieses Problem konnte ich leider nicht finden, allerdings macht auch das Ubuntu-Fontrendering unter Arch Linux eine gute Figur. Wer sich also auch mit grünem Antialiasing in Gimp herumplagt, der sollte entweder auf die unveränderte Freetype-Biliothek zurückwechseln oder die Ubuntu-Patches einspielen. Wer nur den ersten Schritt macht, der muss natürlich wieder mit einem recht groben Schriftbild leben. Ich würde daher auf jeden Fall die Ubuntu-FreeType installieren.
## Auf die originale Freetype-Biliothek zurückwechseln
$ sudo pacman -S --asdeps freetype2 cairo fontconfig
## Von Ubuntu gepatchtes Freetype einspielen
$ pacaur -S freetype2-ubuntu fontconfig-ubuntu cairo-ubuntu





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