Als Linux-User stand man lange vor verschlossenen Türen, wenn man Video-on-Demand-Dienste wie Watchever, Maxdome oder Amazon Prime Video am PC nutzen wollte. Die meisten dieser Dienste setzten auf Microsofts proprietäres Browser-Plugins Silverlight, das es natürlich nur für Apple- und Windows-Rechner gab. Per Pipelight und Wine lassen sich Silverlight-Streams auch unter Linux empfangen, doch der Installationsaufwand ist nicht gerade ohne. Als erster VoD-Dienst hatte der amerikanische Marktführer Netflix im September letzten Jahres gleich beim Deutschlandstart seine Streams als HTML5 angeboten, seit kurzem ist nun auch Maxdome dem Vorbild gefolgt.
Wer über ein Maxdome-Abo verfügt, der muss nun nichts anderes machen, als die Maxdome-Webseite aufzurufen und einen Film starten — das funktioniert jetzt auch auf einem Linux-System. Allerdings gibt es durchaus noch eine gravierende Einschränkung: Die HTML5-Streams lassen sich wie auch bei der Konkurrenz von Netflix nur mit Chrome als Browser abrufen, da nur dieser die entsprechende Funktionen der Encrypted Media Extensions zur DRM-Rechteminderung implementiert hat (Safari und der Internet Explorer würden auch funktionieren, als Linux-User kommt man mit diesen Browser aber natürlich nicht weiter).



Wer es unter Linux mit anderen Browsern probiert, der kommt weiterhin nicht weiter. Surft man Maxdome unter Linux mit Firefox an, dem empfiehlt der Dienst doch bitte Microsoft Silverlight zu installieren. Bei Chromium, auf dessen Quellcode ja der Chrome-Browser basiert, der aber auf sämtlich proprietäre Komponenten verzichtet, kommt der Hinweis doch bitte Widevine auf den neuesten Stand zu bringen — diese Browser-Komponente gibt es allerdings eben nur bei Chrome. Von daher bleibt einem nichts anderes übrig für Netflix oder Maxdome Chrome zu installieren, oder ganz auf den PC zu verzichten und die Dienste über einen Smart-TV oder einen Chromecast zu nutzen.
Maxdome, Kodi und Raspberry Pi
Perfekt wäre es jetzt natürlich, wenn man Maxdome wie Amazon Prime Video in Kodi einbinden könnte. Speziell mit der Kombination Kodi und Raspberry Pi wird das allerdings erstmal nicht gelingen, genauso wie bei zum Beispiel auch bei Netflix. Das Problem sind die DRM-Restriktionen, die sich auf Linux-Systemen bisher nur mit Chrome erfüllen lassen. Doch diesen Browser gibt es bisher nicht für ARM-Systeme wie den Raspberry Pi. Andere Browser wie Firefox arbeiten noch an der Implementation des Encrypted-Media-Extensions-DRMs, doch die Fortschritte in dieser Richtung halten sich noch sehr in Grenzen.






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