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Sehr geehrter Herr von Keudell, die Computer-Zeitschrift CHIP führt in ihrer aktuellen Ausgabe unter dem Titel Windows, Mac OS und Linux im Härtetest einen Vergleich verschiedener Betriebssysteme durch, der die Gemüter von Linux-Anwendern stark erregt… Leider ist der Artikel nicht direkt auf CHIP ONLINE einsehbar, doch der Burda-Verlag reicht ihn auch an seine restlichen Magazine weiter, so findet man ihn etwa auf focus.de.

Laut Impressum der CHIP sind Sie der zuständige Redakteur für die Fachgebiete „Betriebssysteme, Netzwerke, Handys und Sicherheit“ und Sie zeichnen sich auch für diesen Artikel verantwortlich, deshalb wende ich mich direkt an Sie.

Sie stellen in diesem Beitrag zahlreiche Behauptungen über Kubuntu auf (Sie reduzieren die Welt der Linux-Distributionen auf Kubuntu), die jeglicher Wahrheit entbehren. Des Weiteren haben Sie in dem Artikel zahlreiche handwerkliche Fehler begangen, die einem hauptberuflichem Journalisten nicht passieren dürfen.

Wie kommen Sie denn bitte auf die Idee, eine Alpha-Version eines sich in Entwicklung befindlichen Betriebssystem (Kubuntu Karmic Koala 9.10) aufgebohrt mit der Alpha-Version einer Desktop-Umgebung in einen Topf mit den Master-Versionen anderer Systeme zu werfen? Ich möchte zu diesem Thema gar nicht weiter argumentieren, bitte lesen sie das Blog des KDE-Entwicklers Martin Gräßlin über Ihre Fehltritte. Besonders ihre Lügen Aussagen zum Thema Update-Politik und Sicherheit sind eine wirkliche Frechheit. Wie Sie klaren Kopfes die Aussage…

Bei Mac OS X prüft – wie bei Windows 7 – ein eingebauter Update-Manager in bestimmten Zeitabschnitten auf Aktualisierungen. Unter Kubuntu muss der User selbst daran denken. […] Der Vorteil der Linux-Community: Oft gibt es schon nach Stunden den ersten Patch – der kann allerdings auch das System instabil machen.

…treffen konnten, bleibt mir völlig rätselhaft. Kubuntu, wie auch alle anderen großen Linux-Distributionen, verfügt über ein zentrales Paketmanagementsystem, über das automatisch Sicherheitsupdates für ALLE im System installierte Software installiert wird. Und das nicht nur alle paar Wochen, sondern SOFORT nach Behebung der Schwachstelle. Dabei werden die Updates sehr wohl einem breiten Feldtest unterzogen. Daran kann bspw. unter K/Ubuntu jeder Anwender teilhaben, wenn er die so genannten „proposed“-Quellen aktiviert. Auch Ihre Aussage…

Hauptangriffsziel ist und bleibt Windows, was an der breiten installierten Basis liegt. Hacker können so mit einem einzigen Virus einen Großteil der Rechner im Internet angreifen. Bei Apple und Linux sind hingegen gerade mal eine Handvoll Viren bekannt.

…zeigt von mangelnder Sachkenntnis wie auch Panikmache. Hacker hegen wenig Interesse daran Viren zu schreiben, mit denen sich möglichst viele Computer im Internet angreifen lassen. Bitte informieren sich sich über Menschen, die ein tiefgreifendes Interesse an Technologie haben, und werfen Sie sie nicht in einen Topf mit Kriminellen! In der langjährigen Geschichte von Linux konnte sich noch nie auch nur ein Virus in freier Wildbahn verbreiten. Es gab Proof-Of-Concept Linux-Viren, denen jedoch die Eigenschaft „selbstständige Verbreitung“ fehlte. Auch Ihre Aussagen zum Thema Firewall lassen mich ernsthaft über Ihre Kompetenz in Richtung Computer-Sicherheit zweifeln…

Unter Snow Leopard und Kubuntu fehlt ein solcher Service [LuI: Eine Firewall]. Apple und Linux gehen sogar noch einen fatalen Schritt weiter: Bei OS-XRechnern ist die Firewall von Haus aus deaktiviert, und wer unter Kubuntu geschützt sein will, muss je nach Distribution die Firewall sogar noch extra nachinstallieren.

Kubuntu verfügt sehr wohl über einen Paketfilter, aka Firewall. Unaufgefordert eingehende Pakete werden vom Paketfilter „iptables“ von Haus aus fallen gelassen. Dazu öffnet Kubuntu nach außen hin in der Standardinstallation keinen einzigen Port, daher ist die Installation weitere Firewall-Frontends nicht nötig. Es ist eine Schande für Ihr Magazin, dass Sie die Panikmache vor Viren und Trojanern – mittels der Sie zusammen mit Ihren Werbepartnern Symantec, F-Prot und Co. seit Jahren gute Geschäfte machen – auch auf andere Systeme übertragen. Ein Betriebssystem muss nicht von Haus aus unsicher sein, so dass man es mit Personal Firewalls und Virenscannern gegen Geld flicken müsse.

Ist das Betriebssystem auf der Platte, zieht Windows 7 an allen vorbei, denn für einen Kaltstart braucht das Redmond-OS nur 26 Sekunden […] Schlusslicht ist Kubuntu mit 43 Sekunden. Dass Windows 7 schnell startet, liegt vor allem am perfekten Cache-Management…

Dieser Vergleich macht so gut wie gar keinen Sinn, ich habe das Thema vor Tagen hier auf meinen Blog ebenfalls behandelt. Wobei ich mir dabei hoffentlich habe anmerken lassen, dass ich das Thema nicht wirklich ernst nehme. Und wissen sie was? Auf manchen Systemen bootet ein Ubuntu deutlich schneller als ein Windows 7. Damit will ich sagen, der Vergleich von Bootzeiten EINES SYSTEM ist ein sinnloser Schwanzvergleich (entschuldigen Sie bitte mein Vokabular). Wenn Sie schon Bootzeiten vergleichen wollen, dann doch bitte anhand einer größeren Auswahl von Geräten. Und heiße Luft über ein „perfektes Cache-Management“ sollten Sie als Fachmagazin gar nicht erst verbreiten, wenn sie Ihre Aussage nicht mit Fakten unterstützen können.

In der Rubrik „Performance“ heißen die Gewinner damit Windows 7 und Mac OS X. […] Die Entwickler der Linux-Community müssen hingegen noch einiges an der Geschwindigkeitsschraube drehen.

Auch hier haben Sie wieder Ihre Hausaufgaben nicht gemacht. In den von Ihnen gezeigten Screenshots sieht man, dass KDE ohne Compositing (aka Desktop-Effekte) läuft. Dies deutet darauf hin, dass der für die Grafikkarte benötigte proprietäre Grafiktreiber noch nicht von Ihnen installiert wurde. Hätten sie die aktuelle freigegebene Kubuntu-Version benutzt, dann hätte Sie ein Assistent nach der Installation sofort darauf hingewiesen. Ein paar Klicks später wäre der Treiber installiert gewesen. Mit diesem hätten Sie dann auch sofort ähnliche Performance-Werte feststellen können wie auf den anderen Systemen. Wissen sie dass manche Spielefreaks ihre 3D-Spiele unter Linux mit Wine laufen lassen, weil sie aus mehr FPS aus ihrer Karte kitzeln können? Wohl nicht…

Kubuntu bietet nur ein einfaches Backup-Tool. Ein komplettes Image des Systems oder gar Schattenkopien sind damit nicht möglich. […] Bei unserer Linux-Distribution führt ein selbst gebasteltes Mediacenter die Medien vor – es ist aber aufgrund der unausgereiften Benutzerführung kaum zu bedienen.

Hier wäre es nett, wenn Sie Dinge beim Namen nennen können. Kubuntu besitzt von Haus aus kein Media-Center. Ausgeliefert wird Amarok als Musikmanagement-Programm und Dragon Player als Medienplayer. Wussten Sie dass Amarok eine der populärsten Musikmanagement-Programmen überhaupt ist? Oft liest man in Foren, dass gerade Amarok User zu Linux gebracht hat. Eine Reihe von Mediacentern wie Moovida, MythTV oder XMBC lassen sich bei Bedarf nachinstallieren. Ebenso sieht es bei Backups aus. Via dd lassen sich von Haus aus Images ganzer Partition erstellen, wie auch automatisch inkrementelle Backups via etwa sbackup für den Laien problemlos durchführbar sind.

Alles in Allem ist Ihr Vergleich ein typisches Abbild für viele Trolle, die in Linux-Foren auftauchen. Man meint, dass man sich nach wenigen Minuten ein Urteil erlauben könne. Eine Zeitschrift, die 400.000 Exemplare pro Monat absetzt, hat die Pflicht besser zu recherchieren. Aber ein objektiver Bericht würde ja Ihren Werbepartnern nicht gefallen, daher schauen Sie lieber nicht genau hin und bilden sich nur ein oberflächliches Urteil. Schade, dass sich Ihre Leser davon wohl beeinflussen lassen werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Langner

113 KOMMENTARE

  1. Tja, ein Unix-System sucht sich seine Benutzer eben selbst, so scheint es doch, als gehörte der besagte Journalist nicht zu diesen.

  2. Beeindruckend wie viel Arbeit du in den Offenen Brief gesteckt hast. Ich bin wirklich mal gespannt ob es eine Rückantwort auf den Brief gibt.Nach dem Artikel von Chip kocht die ganze Linux Gemeinschaft. Der Verfasser des Chip Artikel hätte sich wohl vorher ausgiebiger mit der Technik von Linux / Kubuntu geschäftigen müssen stellenweise meint man das er mit Absicht versucht hat Kubuntu in ein schlechtes Licht zu rücken.

    Gruß Lutz

  3. Vielen Dank für diesen Brief!
    Ich finde es sehr schön das sich jemand die Zeit und Energie nimmt auf den „Test“-Bericht kritisch zu reagieren.

  4. Die „Chip“ hat sich doch schon zu Windows-3.1-Zeiten durch Inkompetenz disqualifiziert. Seinerzeit gab es ein Programm, das den RAM-Speicher verdoppeln wollte.

    In „Chip“ wurde das Teil in den höchsten Tönen gelobt und es wurden Tabellen abgedruckt, mit welchen Programmen man nun (trotz zu wenig RAM) viel schneller arbeiten könne. Im gleichen Monat wurde das Programm in der „c’t“ und im noch jungen Internet u. a. durch Disassemblierung als Placebo-Software überführt, da es lediglich dem Speichertreiber einen unrichtigen Wert für das freie RAM unterschob.

    Auf einem Leserbrief bezüglich dieser unterschiedlichen Ergebnisse hin (nicht von mir), den die „Chip“ allen Ernstes auch abdruckte (!), gaben sie dann zur Antwort, dass die „c’t“ ja nur was für Computer-Theoretiker sei, die auf Benchmark-Werte abfahren. Die „Chip“ hingegen sei für Praktiker. Keine Spur von „Mist, auch wir sind darauf hereingefallen.“ Seitdem ist dieses Blatt für mich erledigt.

    Tröste Dich, Christoph, Linux kann jeden zufriedenstellen, der nicht mit aller Gewalt Windows-Software einsetzen muss oder will. Die Zielgruppe solcher Publikationen wie der „Chip“ will über andere Betriebssysteme nicht wirklich etwas wissen, weil „Microsoft“ eh den Computer und alle Software „erfunden“ hat.

    Bleiben wir einfach dabei, interessierten Anwendern den Zugang zu Linux zu ermöglichen und den Umgang mit Linux zu erleichtern und lassen die Fakten einfach für sich sprechen.

    Gruss
    Ingo

  5. Anmerkung der CHIP-Redaktion

    Die Wahl des besten Betriebssystems ist nicht einfach. Die Ergebnisse der Betriebssysteme liegen, je nach Testrubrik, nah beieinander.

    Schon bei der Auswahl der Systeme finden sich die ersten Streitpunkte, denn speziell bei Linux-Systemen gibt es reichlich Möglichkeiten: Welche Distribution ist vergleichbar? Welche Zusatzkomponenten sind je nach Distribution enthalten? Beim Test der Betriebssysteme war es der CHIP-Redaktion wichtig, die Systeme „Out-of-the-Box“ zu testen.

    Grundsätzlich lässt sich sagen, dass bei allen drei Betriebssystemen die Sicherheit, die Benutzerführung und oft auch die Geschwindigkeit durch zusätzliche Programme noch verbessert werden können.

    Bei der Benutzerführung war es der CHIP-Redaktion wichtig, dass Einsteiger schnell mit dem System zurechtkommen. Natürlich können fortgeschrittene User auch unter Linux Programme installieren – Anfänger überfordert dies aber, sobald beispielsweise eine Eingabe auf Kommandozeilenebene erforderlich ist.

    Zum Ergebnis: MacOS und Windows liegen Kopf an Kopf. Den letztendlichen Ausschlag gab es in der Rubrik „Sicherheit“. Hier hat Windows nach Meinung der CHIP-Redaktion die Nase ein wenig vorn, da MacOS immer noch darauf baut, dass eigentlich niemand ein MacOS-System angreift. In der Vergangenheit haben aber mehrere Hacker-Gruppen gezeigt, dass sie ohne große Probleme Schadsoftware auf den Apple-Rechnern installieren könnten.

    quelle: http://www.focus.de/digital/computer/chip-exklusiv/tid-15712/anmerkung-der-redaktion-windows-mac-os-linux-kommentar_2148034.html

  6. Der Artikel zeigt doch eines ganz deutlich. Die neue Version von Windows kommt raus und eine Zeitschrift wie Chip finanziert sich über Werbeeinnahmen. Wie viel Inserate MS hier geordert hat. Evtl. ist der Text sogar …

  7. Das Updatesystem von Ubuntu ist wirklich das beste das mir bekannt ist. Und was Benutzerfreundlichkeit angeht… Mein Frau, die wirklich keine besonderen IT-Kenntnisse besitzt, benutzt lieber Ubuntu als Windows (Parallelinstallation). Die Nachteile von Linux liegen woanders… Also die Chip werde ich mir wohl nicht mehr kaufen

  8. Vor fast einem Jahr bin ich umgestiegen von MS Vista auf Ubuntu 8.10 . Da wo man manchmal so surft hätte ich mir vsl. schon lang etwas eingefangen (Virus, Trojaner etc.) Bei Linux,- Fehlanzeige !
    Lasst dem Mann seinen glauben an das GUTE MS 7,- ICH will es nicht !!
    Aber auch ihm sei gesagt; der Fehler sitzt vor der Tastatur !!!

  9. Fürs Klo? Dann aber nicht zum Lesen, da kann man auch den Playboy nehmen. Nein, CHIP ist eher was fürs „große Geschäft“ :D.

    Ok, zu vulgär jetzt, ich hör wieder auf.

  10. Der Artikel von Chip ist wirklich eine Frechheit, der Typ muss ja wirklich null Plan haben. Bei mir nährt sich auch der starke verdacht, dass Chip Geld dafür bekommen hat Windows so gut wir möglich aussehen zu lassen. Generell sind diese Vergleiche doch für den Arsch. Unter jedem OS kann man seine Arbeit machen. Das OS ist doch nur das Mittel zum Zweck.

  11. Schon selbst die Tatsache dass es zu eine Vergleich zwischen einer mittlerweile stable Version von Windows 7 und einer Alpha Version von Kubuntu zeigt die Kompetenz des Autors. Ich kann auf Grund dessen nur spekulieren das Ihm/Ihr wohl nicht ganz klar ist was eine Alpha Version eigentlich ist.
    Ich denke dass den meisten Ubuntu Benutzer der Update-Manager ganz bekannt ist und dazu muss man gar nicht viel schreiben. Nur vielleicht soviel dass mir persönlich noch nie passiert ist dass nach einem Update (von Stable Repos) irgendwas nicht mehr funktioniert. Was, wie ich in diversen Foren gelesen habe, bei Windows ziemlich oft der Fall ist.
    Ein fehlender Firewall bei Linux dass ist schon wirklich eine Frechheit. Nur weil bei Linux nicht jedes mal irgendein Fenster hochpopt mit einer Warnung dass irgendein Programm Zugriff aufs Interner vornimmt zu schleißen dass es kein Firewall unter Ubuntu gibt ist eine Inkompetenz hoch Zehn.
    Traurig ist nur dass durch solche sogenannten Spezialisten viele unerfahrene Benutzer halten Linux für ein Betriebssystem für Freaks und glauben dass man dazu immense Erfahrung braucht. In wahrheit sind Distributionen wie Ubuntu mittlerweile wesentlich unkomplizierter als Windows und vor allem wesentlich sicherer.

  12. Vielleicht haben die Chip Redakteure ja auch diesen MS Windows 7 Kurs zwei mal besucht?

    http://www.pcgames.de/aid,694750/Windows-7-Microsoft-macht-Linux-kuenstlich-schlecht/PC/News/?menu=browser&mode=article&browsersize=standard&article_id=694750&entity_id=32701&image_id=1189647&page=1&order=#top

  13. Auf eine Antwort ist wohl nicht zu hoffen. Aber hier ist es ja wie bei physikalischen Experimenten: Ein negatives Resultat ist auch ein Resultat. 😉

  14. Offenbar haben sie nicht mal Ahnung von Windows selbst:

    Der Grund: Das Dateisystem von Snow Leopard ist optimal auf das System abgestimmt und insgesamt besser als das Windows-7-FAT-Dateisystem

    Hallo? Windows hat schon seit Jahren das NTFS-Dateisystem.

    Und ich dachte, die CHIP hätte wenigstens etwas mehr Niveau als die Computerbild. Schade. Nunja ich lese die c´t, damit bin ich vollends zufrieden. Die CHIP ist da mehr was für klickibunti-Benutzer genau wie bei der CB. Es scheint also, man könnte die CHIP mitsamt der Computerbild im Klo runterspülen.

  15. Sehr schade solch einen Artikel lesen zu müssen, bislang war ich ansich der Meinung, dass die Chip Artikel halbwegs Recherchiert und nicht halbgare Aussagen trifft. Das ganze fängt bei der Auswahl der Versionen an, setzt sich über unrichtige Aussagen fort und endet in eigenwilligen Bewertungskriterien.
    Leider wird es aber wohl keine Richtigstellung geben, das lässt sich durch die Anmerkung der Redaktion schon erahnen.

    Ich habe auch erste Zweifel, dass der Redakteur den Unterschied zwischen Alpha-, Beta und Releaseversion kennt.

    Danke Christoph für diesen tollen offenen Brief, auch wenn dieser wohl seine Wirkung verfehlen wird.

  16. Christoph,

    zwei Tipps von einem Leserbriefschreiber:

    1. NIEMALS NIE NICHT auf die emotionale Ebene abgleiten, wenn man ernstgenommen werde möchte. Vorwürfe wie „Lügen“, Anreden wie „wie kommen Sie auf die Idee“ und Ähnliches haben in einem solchen Brief nichts verloren, damit hast du ab diesem Moment den Empfänger verloren bzw. er weiss, wenn er provozieren wollte, dass er sein Ziel erreicht hat.

    2. In der Kürze liegt die Würze.
    Die Kritikpunkte aus dem Text zitieren; sehr knapp, sachlich, möglichst mit Verweisen, richtig stellen und kurze Stellungnahme als Gesamtwürdigung zum Abschluss.

    Und immer freundlich-höflich bleiben – wenn man den Autor für einen ausgesuchten Schmierfinken wie im vorliegend Fall hält, dann gönnt man sich allenfalls ein „Mit vorzüglicher Hochachtung“ statt dem üblichen „Mit freundlichen Grüssen“ 🙂

    Viele Grüsse aus München.

  17. Ein klasse Brief, auch wenn ich bezweifle, dass er etwas bringen wird.
    Aber hier mal ein kleines Gedankenexperiment:
    Was wäre, wenn jemand der nie etwas anderes kennen gelernt hat als ubuntu, plötzlich vor einem Windows Rechner sitzt?
    Dieser jemand würde sich dann bestimmt Sachen fragen wie: „Wo ist denn hier die Paketverwaltung? Oder das Terminal? Und warum habe ich so viele offene Ports?“

    Das wäre doch mal ein paar Gedanken wert,. oder?

  18. Ich muss AMD-Linux recht geben. Inhaltlich mag der Brief stimmig sein, Formel ist er, na ja sagen wir mal unglücklich formuliert. Auch wenn es von Deiner Seite beabsichtigt sein mag, wirst Du beim Empfänger auf Taube Ohren (Augen) stoßen.

    Mit dieser Art von Polemik wird er denken, dass Du nur provozieren möchtest (was ja auch stimmt) und kopfschüttelnd den Brief zur Ablage P. geben. Letztendlich hast Du Dein Ziel verfehlt und nichts erreicht. Schade um die investierte Zeit und Energie.

    Davon mal abgesehen wird ein Leserbrief die Chip kaum dazu bewegen können eine Gegendarstellung abzudrucken. Allenfalls kannst Du hoffen das er unter der Rubrik Leserbrief evtl. in der nächsten Ausgabe veröffentlicht wird. Aber eher wohl nicht.

    Um eine Gegendarstellung bewirken zu können müssen sich entweder die Entwickler von KDE oder besser noch Canonical an die Chip wenden. Deren Distribution wird ja schließlich völlig falsch dargestellt.

    Unter uns gesagt, hast Du mit Deiner Meinung natürlich völlig recht. Der Artikel ist schlecht recherchiert und wahrscheinlich absichtlich zu Gunsten von Windows mit falschen Tatsachen gespikt worden. Aber mal Hand auf Hertz: Ist die Chip eine ernst zunehmende Zeitschrift? Ganz bestimmt nicht, sich schafft es ja sogar über Windows falsche Tatsachen in die Welt zu setzen. Bei dieser Zeitschrift geht es um Verkaufszahlen und nicht um sachlich recherchierte Information. Wer Langeweile hat liest die Chip wer sich informieren will liest die CT!

  19. Hi,

    sehr lesenswerter Brief! Vielleicht ist das Thema was für http://www.bildblog.de/ . Sie betiteln sich selbst als Watchblog für deutsche Medien und sind nicht mehr auf die Bild ausgerichtet.
    Die Jungs haben schon häufig eine Rüge des Presserates erreicht.

    Gruß

  20. Typisch Chip… was soll man da noch sagen? Wenn sie jetzt noch Titten auf der ersten Seite bringen, dann erkennt man keinen unterschied mehr zur Bild…

  21. Hallo!
    Komisch, hatte ich doch gestern erst einen Artikel gelesen, in dem behauptet wurde, dass Win7 gar nicht schneller startet als die Vorgängerversionen. 😉

    Abseits dieses sinnlosen „wer startet schneller“ Contests, finde ich es nahezu schockierend, wie hier eine Distribution durch das Niederschreiben von Unwahrheiten derart durch den Kakao gezogen wird!

    Deinen Brief find ich genial! –Bravo–

  22. Danke fuer Deinen Brief!

    Abgesehen von moeglichen Einflussnahmen seitens Microsoft ist auch zu erwaehnen, dass im journalistischen Bereich der Massenmedien dermassen Kosten eingespart werden, dass gute Fachartikel immer seltener werden. Es wird immer mehr schnell zusammengestuempert, und die richtigen Fachleute koennen anderswo mehr verdienen…

  23. Danke für Deinen Brief!

    Der Adressat ist jedoch der falsche. Wenn ich Schei… baue, erfährt es mein Chef und handelt.
    Wenn Herr Hubert Burda wirklich noch alles in seinem Hause im Griff hat und nicht Redmond dann wird er handeln müssen.

  24. Ich werde, wie hier schon öfter beschrieben, Fakten sprechen lassen und mir den Spass machen, eine Kubuntu-CD an

    Hubert Burda Media
    Holding GmbH & Co. Kommanditgesellschaft
    z.H. Hubert Burda
    Arabellastraße 23
    81925 München

    schicken. http://www.hubert-burda-media.de/internet/kontakt
    Wenn noch mehr Linuxer auf die „altmodische Weise“ also per Briefzustellung protestieren kommt der Protest vielleicht an.

  25. Da kaufe ich mir nach 5Jahren eine Chip für die Zugfahrt nach Hause………
    Ich habe noch nie solch einen Inkompetenten Artikel gelesen. Das war definitiv meine letzte Chip. Da bleibe ich lieber bei der
    c’t. Was mich nur noch so am Rande interessieren würde: Liest denn kein Chefredakteur die Artikel, bevor sie zum Druck gehen? Unglaublich!

  26. Vielen Dank für diesen Offenen Brief. Er spricht mir aus der Seele. Seit Freitag kenne ich den Chip-Artikel: Er ist so offensichtlich miserabel, dass die Redaktion – nicht nur der Autor – über Ihre QS-Prozesse nachdenken sollte, um nicht ganz unter Bild-Niveau zu rutschen. (Zur Ehrenrettung von Chip: ich habe eben auch einen positiven Kubuntu-Artikel bei Chip gelesen – den kennt aber der Autor offensichtlich nicht).

    Ich bin seit Einem Jahr Linux-Nutzer. Seit April Kubuntu. Auch ohne Linuxkenntnisse (12 Jahre Windows) ist mir dieses System schon um Klassen Transparenter als Windows. Das wird nicht nur so bleiben, sondern mit der Erfahreung sicher noch deutlich besser.

    Alle anderen Punkte haben Sie bestens beschrieben. Vielen Dank.

  27. Hallo,

    nun, ich schreibe mal demnächst meine Erfahrungen mit Windows7.

    Da ich von Windows7 genauso viel Ahnung habe wie der, welcher den Artikel über Linux verfasst hat, dürft ihr gespannt sein welche neuen schonungslosen Dinge da zu Tage gefördert werden.

    Es gab mal ein schönes Kurzvideo mit einem Tux, da gibt es nichts hinzuzufügen:

    Wenn man keine Ahnung einfach mal die …. halten.

    Aber Chip, die hatten auch mal bessere Schreiberlinge.

    In diesem Sinne.

    m.f.g.
    Linuxtal

  28. Ich schäme mich, dass ich mir wegen des Artikels die CHIP gekauft habe. Mich haben die als Leser los!

    Ich war aber wirklich entsetzt, als ich sah, dass Ubuntu rot markiert war, weil es zu viel Festplatte benötigt. Hahaha!

  29. Der Vergleich von einem Windows-System mit einem Linux-System ist nach meiner Ansicht nur fair wenn:

    1, Die Linux Distri eine Alpha ist
    2, Der Tester nur Windows kennt und dessen „Konzepte“ in Linux sucht (desktopfirewalls, updates/fixes per programm, viren)
    3, Die Zeitschrift finanziell von Bevorzugung eines Produktes profitiert.

    Danke, ich kaufe nie wieder Chip.

  30. Ich bin vor knapp einem Jahr das erste Mal mit Linux in Berührung gekommen, vor 9 Monaten von Windows umgestiegen und weiß Gott kein IT-Experte. Aber bei der Lektüre des Artikels habe ich 90% der Zeit gedacht „was schreibt der Mensch da für nen Blödsinn“.

    Hätte Herr von Keudell da mal besser den Herrn Rinne rangelassen, der diesen Praxistest Ubuntu 9.10 verfasst hat…

  31. Im Kern ein guter Beitrag, allerdings hätte er um die Chance einer Wirkung beim Adressaten zu haben, besser auf der sachlichen Ebene bleiben sollen.

    Ich habe den „Chip“-Beitrag ebenfalls gelesen, und in fast jeder Aussage zu Kubuntu Unrichtigkeiten oder Ungenauigkeiten gefunden. Abgesehen vom Test-Ansatz (Alphaversion) und den gesetzten Schwerpunkten des Vergleiches, was hier ja ebenfalls schon angesprochen wurde.
    Leider kenne ich MacOS zu wenig, vermute aber, dass es hier ähnlich ist. Vielleicht auch nicht ganz so schlimm, denn immerhin muss man hier mit der Gegenwehr eines recht bedeutenden Unternehmens rechnen.

    Oberflächlich gesehen hat sich „Chip“ die Mühe gegeben, die Konkurrenz beim Namen zu nennen und einen Vergleich anzustellen und nicht direkt nur einen (wie woanders üblich) Werbebeitrag zu Windows 7 zu veröffentlichen. Könnte man denken.

    Durch die vielen Fehler und Unwahrheiten ist daraus allerdings noch eine viel perfidere Werbung geworden, weil Windows / Microsoft ja nun scheinbar in einem fairen Wettkampf gewonnen hat.
    Und damit ist die Wirksamkeit bei Normalanwendern und wenig Fortgeschrittenen, bzw. Leuten die ausschliesslich Windows kennen, noch viel verheerender.

  32. Wow! Die CHIP demonstriert die größten Windows7 Flops. Dabei wird Ubuntu als Musterbeispiel für „so hätte man es besser machen können“ hergenommen. Leider wird dabei (absichtlich?) nicht der Name „Ubuntu“ erwähnt, sondern nur von „anderen Betriebssystem“ gesprochen.

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