Screenshots mit Gradia 1.1.0 unter GNOME aufhübschen

Avatar von Christoph Langner

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Unter GNOME geraten einfache Screenshots schnell zur Fleißarbeit. Gradia nimmt euch einen Teil davon ab: Mit Farbverlauf, abgerundeten Ecken und Abstand zum Rand wirken Fensterbilder sofort aufgeräumter.

Screenshots mit Gradia 1.1.0 unter GNOME aufhübschen

Wenn ich unter Linux einen Artikel schreibe oder einen Blogbeitrag vorbereite, brauche ich oft ein paar passende Screenshots. Das klingt erstmal banal: Bildschirmfoto machen, zuschneiden, fertig. Doch in der Praxis steckt oft mehr dahinter. Ich will Fenster freistellen, bestimmte Inhalte unkenntlich machen oder die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Bereich lenken.

Unter KDE ist das mit Spectacle und KSnip angenehm gelöst. In Kombination hat man mit den beiden Programmen zwei leistungsfähige Werkzeuge für Screenshots mit Anmerkungen, Schatten, Pfeilen, Transparenz und mehr. Unter GNOME sieht es – gerade unter Wayland – etwas magerer aus.

Früher habe ich oft Shutter verwendet. Das konnte alles, was ich gebraucht habe – bis auf Wayland. Seit der Umstellung auf das moderne Display-Server-Protokoll ist Shutter leider keine Option mehr. Die KDE-Tools funktionieren zwar mit Wayland, benötigen als Unterbau jedoch den KWin-Fenstermanager, da jeder Fenstermanager die Screenshot-Funktionen selbst implementieren muss. Hier kommt nun aber Gradia ins Spiel.

Einheitlicher Look für Screenshots

Gradia ist kein klassisches Screenshot-Werkzeug. Ihr könnt damit keine Bildschirmfotos aufnehmen – das übernimmt weiterhin das GNOME-eigene Screenshot-Tool (erreichbar per Druck-Taste, über das Anwendungsmenü oder per Shell-Erweiterung). Was Gradia bietet, ist eine unkomplizierte Nachbearbeitung: Ihr zieht ein bereits aufgenommenes Fensterbild hinein oder übernehmt es aus der Zwischenablage und Gradia poliert es optisch ein wenig auf.

Das funktioniert absolut simpel: Gradia erkennt automatisch den transparenten Fensterrand und legt einen Hintergrund mit Farbverlauf dahinter. Statt eines klassischen transparenten PNGs mit Schatten kommt ein Bild heraus, das sich auch auf dunklem oder hellem Hintergrund gut macht. Die abgerundeten Fensterecken lassen sich zusätzlich betonen, und ihr könnt den Abstand zum Bildrand individuell anpassen. So wirkt das Fenster im Screenshot „freigestellt“ und hebt sich besser vom Hintergrund ab.

Gradia gibt es als Flatpak und lässt sich bequem über Flathub installieren. Wer Flatpak noch nicht eingerichtet hat, findet auf Flathub selbst Anleitungen für so gut wie jede Linux-Distribution. Der unter der GPL-3.0 lizenzierte Quellcode von Gradia ist auf GitHub einsehbar. Die Versionsnummern wirken dort allerdings etwas uneinheitlich: Auf Flathub steht der Zähler bei Version 1.1.0, auf GitHub ist Version 0.2 die aktuellste, obwohl auch eine Version 0.3 existiert, die jedoch älter ist.

Kein Ersatz für Shutter – aber eine gute Ergänzung

Gradia ist klein, schnell installiert und macht genau eine Sache, die aber ordentlich. Wer unter GNOME arbeitet und ästhetische Screenshots für Veröffentlichungen im Netz oder auf Social Media braucht, bekommt mit Gradia ein praktisches Helferlein. Ich hoffe, dass das Tool noch etwas weiterentwickelt wird. Ein simples Annotationswerkzeug oder das Unkenntlichmachen von Bildbereichen wären zum Beispiel sinnvolle Ergänzungen. Aber auch so ist es ein nützliches Werkzeug im GNOME-Kosmos.

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2 Kommentare zu „Screenshots mit Gradia 1.1.0 unter GNOME aufhübschen“

  1. Avatar von Thomas

    Pfeile malen oder was einkreisen wäre noch toll

    1. Avatar von Christoph Langner

      Gibt es bereits als Verbesserungsvorschlag. Schaumermal, ob der/die Devs das einbauen möchten 🙂

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