Spam mittels Evolution und Spamassassin filtern

Avatar von Christoph Langner

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Evolution bringt keinen Spamfilter mit. Mit Spamassassin und einer angepassten user_prefs landen unerwünschte Mails trotzdem im richtigen Ordner.

Spam Filter

Mozilla Thunderbird ist gut und nett. Doch unter Linux gibt es leistungsfähigere Mailprogramme bzw. PIM-Programme. Der Kandidat der Wahl ist Evolution. Leistungsfähiger Mailer, schnell, perfekte Integration in Gnome, Beagle-Support usw. Einziger Haken: Kein Spamfilter von Haus aus. Hier hat der Donnervogel einen kleinen Vorteil, da dort alles out-of-the-box funktioniert. Doch so schlimm ist das gar nicht. Evolution bringt eigentlich alles Notwendige mit, um auch Spammails filtern zu können. Man muss nur ein bisschen Hand anlegen…

Zu Beginn muss man via sudo apt-get install spamassassin den Spamfilter Spamassassin installieren. Anschließend muss man die Spam-Filterung in Evolution auch aktivieren. Dazu Evolution starten und unter Bearbeiten | Einstellungen | E-Mail-Einstellungen im Reiter Unerwünscht die beiden Kästchen Eingehende Mails überprüfen… und Zusätzliche Ferntests durchführen… aktivieren. Damit Spamassassin dann auch wirklich E-Mails filtert, muss das Programm auch aktiviert sein. Die nötige Info holt sich Spamassassin aus der Datei ~/.spamassassin/user_prefs. Diese existiert jedoch nicht von Anfang an. Man kopiert am besten eine Vorlage.

$ mkdir ~/.spamassassin/
$ cp /usr/share/spamassassin/user_prefs.template ~/.spamassassin/user_prefs

Nachdem die Datei kopiert ist, wirft man mit gedit ~/.spamassassin/user_prefs einen Blick in die kopierte Datei. Man sieht, noch ist alles auskommentiert. Deshalb muss die Datei richtig angepasst werden.

required_score: Spamassassin prüft Mails, ob sie gewisse Merkmale aufzeigen, die eine Spammail üblicherweise kennzeichnen. Z. B. Betreffzeilen in Großbuchstaben oder ob Worte wie „Viagra“ oder „Porn“ (natürlich auch in verschiedenen Schreibweisen) darin vorkommen usw. Diese Gemeinsamkeiten werden gesammelt und analysiert. Anschließend wird dann für jede E-Mail eine Kennzahl errechnet. Ab dem eingestellten Wert gilt dann für das System eine E-Mail als Spam.
Da diese Zeile auskommentiert ist, macht Spamassassin natürlich erstmal nichts. Man entfernt daher das Kommentarzeichen „#“ und ändert den Wert für required_score auf 3. Dies ist etwas schärfer als die Standardeinstellung 5.

Eine Whitelist oder Blacklist definieren: Hier kann man eintragen, welche E-Mails immer ungefiltert Spamassassin passieren sollen (Whitelist) und welche immer als Spam klassifiziert werden sollen (Blacklist). Man kann hier einzelne Adressen eintragen oder auch mit Platzhaltern (*) arbeiten, das wird in der Datei aber gut erklärt.

Spamlisten aus dem Internet beziehen: Spamassassin bringt von alleine schon Klassifizierungen mit. Diese werden erstmal durch das eigene Training der Mails (also Mails mit „unerwünscht“ in Evolution kennzeichnen) aktualisiert. Es gibt aber auch Online-Listen, die immer aktualisiert werden und die man bei der Spamkennzeichnung noch miteinbeziehen kann. Das wäre dann das, was Evolution als „Zusätzliche Ferntests durchführen“ meint. Wir bekommen hier auch gleich gesagt, wo wir diese Listen finden, nämlich unter spamassassin.apache.org. Hier auf die aktuelle Version (im Moment 3.1.x) gehen. Dort tauchen nun viele Listen auf. Man kann sich eine oder mehrere raussuchen, die man noch nutzen möchte. Wie gut oder schlecht diese Klassifizierungen sind, muss man wohl ausprobieren. Ich habe die erstbeste namens „GTUBE“ eingetragen. Ich habe also in meiner user_prefs diese Zeile hinzugefügt: score GTUBE 3.0

Die Zahl steht wieder für die „Schärfe“ des Filters. Ich hab mich auch hier mal für 3 entschieden. Die Zeit wird zeigen, ob ich die Schärfe noch erhöhen muss oder mal andere Filter ausprobiere, oder, oder. Hier also nochmal im Gesamten, wie meine user_prefs jetzt aussieht:

# How many points before a mail is considered spam.
required_score 3

# Whitelist and blacklist addresses are now file-glob-style patterns, so
# "friend@somewhere.com", "*@isp.com", or "*.domain.net" will all work.
whitelist_from *@linuxundich.de

# Add your own customised scores for some tests below. The default scores are
# read from the installed spamassassin rules files, but you can override them
# here. To see the list of tests and their default scores, go to
# http://spamassassin.apache.org/tests.html .
#
# score SYMBOLIC_TEST_NAME n.nn
score GTUBE 3.0

# Speakers of Asian languages, like Chinese, Japanese and Korean, will almost
# definitely want to uncomment the following lines. They will switch off some
# rules that detect 8-bit characters, which commonly trigger on mails using CJK
# character sets, or that assume a western-style charset is in use.
#
# score HTML_COMMENT_8BITS 0
# score UPPERCASE_25_50 0
# score UPPERCASE_50_75 0
# score UPPERCASE_75_100 0

Nachdem die user_prefs abgespeichert wurde, muss Evolution neu gestartet werden, damit es die Einstellungen auch anwendet. Und tatsächlich, sofort nach dem Eintreffen der ersten Spammails werden diese auch gleich in den Unerwünscht-Ordner verschoben.

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