Die speziell für den Raspi angepasste Debian-Distribution Raspbian ist für die Raspi-Community keine große Neuigkeit mehr. Seit gut einer Woche ist die Distribution, die vom Raspberry-Projekt offiziell empfohlene Distro, um Linux auf dem Raspberry Pi zum Laufen zu bekommen. Leider hatte ich wenig Zeit meinen Raspi umzusatteln, doch gestern Abend habe ich mal die Neuinstallation gewagt. Den Entwicklern ist mit dem auf Debian-Wheezy basierten Raspbian ein wirklich genialer Wurf gelungen. Der Raspi läuft deutlich flotter und auch die Installation ist wesentlich vereinfacht worden.
Das System ist mit Raspbian deutlich schneller geworden, da es unter anderem nun auch den mathematischen Co-Prozessor des Raspberry nutzt, was das alte Debian-Image bislang noch nicht tat. Bei mathematischen Berechnungen kann der Raspberry Pi mit Raspbian nun bis zu 10x schneller arbeiten. Darüber hinaus setzt der Raspbian-Kernel nun auch speziell auf die ARM-v6-Architektur des Pi optimierte Funktionen ein.

Was aber in meinen Augen viel wichtiger ist, dass sich Raspbian dank dem Konfigurations-Tool „raspi-config“ nun auch wesentlich leichter aufsetzen lässt und auch sonst sind viele Problemchen aus dem Weg geräumt worden, die bislang das Gesamtbild von Debian auf dem Raspberry Pi ein kleines bisschen störten.
Mit dabei ist natürlich nach wie vor LXDE als leichter Desktop, zum Browsen kommt bei Raspbian der schlanke Midori-Browser zum Einsatz. Das macht zwar den Raspi immer noch zu keinem vollwertigen Desktop-Ersatz (dafür ist der Raspi einfach zu schwach), doch es ist ziemlich erstaunlich wie viel Performance man der lüfterlosen Platine entlocken kann.
Besonders praktisch aus raspi-config ist die Möglichkeit die Partitionierung der Speicherkarte zu ändern, ohne dass man sich groß abmühen müsste. Einfach das Tool starten und „expand_rootfs“ auswählen, und schon schnappt sich Raspbian den kompletten zur Verfügung stehenden Speicherplatz. Ebenso muss man nicht mehr aufwändig die Tastatur auf ein deutsches Layout umstellen, das macht das Tool weitestgehend automatisch.
Die Installation von Raspbian erfolgt praktisch identisch wie beim ursprünglichen, allerdings könnt ihr den zusätzlichen Kladderadatsch, den ich damals geschrieben habe, komplett vergessen. Ihr müsst nur das Image runterladen, entpacken und dann auf die Speicherkarte packen (of=/dev/sdX bitte an euer System anpassen und dabei aufpassen keine Festplatte zu erwischen).
$ unzip 2012-07-15-wheezy-raspbian.zip
$ sudo dd if=2012-07-15-wheezy-raspbian.img of=/dev/sdX bs=1MDen Rest bzgl. Tastaturbelegung, Systemsprache, Partitionierung der Speicherkarte und Start der Desktopumgebung bzw. des SSH-Servers übernimmt wie angesprochen das neue Tool raspi-config, das ihr auch nach Beendigung der Installation mit dem gleichnamigen Befehl auch noch von Hand aufrufen könnt.
Bevor ihr gleich mit Raspbian startet, möchte ich euch auch noch kurz auf die inoffiziellen Derivate von Raspbian aufmerksam machen. Ihr findet bei diesen Alternativen wie zum Beispiel dem Pisces-Raspbian-Image von Mike Thompson weiter aufgebohrte Raspbian-Images, die schon gleich weitere Software-Pakete dabei haben, vielleicht ist das ja was für euch.

Wer übrigens noch auf der Suche nach einem netten Case ist, der sollte sich mal das Pibow getaufte Gehäuse ansehen. Für etwa 20 Euro (Teile des Gewinns werden gespendet) bekommt ihr es aus England nach Deutschland geschickt. Ordentlich finde ich allerdings auch nach wie vor das von mir genutzte Acrylglas-Gehäuse von John Alexander aus der Shropshire Linux User Group. Es ist zwar nicht ganz so bunt wie das Pibow, allerdings ist auch in ihm der Raspi sicher verpackt.






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