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Mittwald: Webhosting. Einfach intelligent.

Der im Raspberry Pi verbaute Prozessor vom Typ BCM2835 wird von Haus aus mit 700 Mhz betrieben, doch eigentlich verträgt er locker ein paar Mhz mehr. Die Raspi-Entwickler haben es daher auch nicht sonderlich schwer gemacht gemacht den Raspi zu übertakten, es musste lediglich eine Zeile in der config.txt geändert werden und schon lief der Raspberry Pi deutlich schneller. Damit der Hersteller im Garantiefall das Übertakten jedoch erkennen konnte, wurde in der CPU ein Sticky-Bit gesetzt. Im Fall der Fälle hätte man seinen Raspi also nicht ersetzt bekommen. Im Raspberry-Pi-Blog hat man jedoch heute bekannt gegeben, dass man mittlerweile genug Erfahrungen im Übertakten der CPU gesammelt hat. In der aktuellen Raspbian-Firmware hat man daher ganz offiziell eine Übertaktungs-Lösung eingebaut.

Das Feature findet ihr im Konfigurationstool raspi-config prominent unter dem Eintrag „overclock“. Sollte es dort noch nicht auftauchen, so schaut bitte nach ob ihr euren Raspi/euer Raspbian auch aktualisiert habt, bei mir kam das Update des Tools automatisch durch. Dort habt ihr dann die Möglichkeit die CPU auf bis zu einem Ghz hochtakten zu lassen. Laut den Benchmarks bekommt ihr so 50 Prozent mehr Leistung für null Euro. Das beste dabei: die Garantie wird durch die Aktion nicht beeinträchtigt.

Zu den Overclock-Einstellungen kommt man direkt über das Konfigurationstool von Raspbian.
Im Turbo-Modus taktet der Raspi bei Bedarf auf bis zu einem GHz hoch.

Der Trick dabei ist, dass die CPU nicht permanent mit der erhöhten Frequenz läuft, sondern nur bei Bedarf hochtaktet. Außerdem taktet die CPU über die Firmware nicht mehr weiter hoch, wenn der CPU-Kern über 85 °C heiß wird. Raspberry Pi meint, dass die Lebensdauer der CPU durch das Übertakten so nicht mehr beeinträchtigt wird. Das Abändern der Taktrate könnt ihr ganz gut über die zwei Kommandos testen…

### Cpufreq-info zeigt euch die Taktrate an
### Anwendung muss eventuell installiert werden.
$ sudo apt-get install cpufrequtils
$ cpufreq-info
### Mit dMd5sum treibt ihr die CPU-Last hoch.
$ md5sum < /dev/urandom

…loggt euch dazu zwei mal via ssh ein (oder öffnet zwei Terminalfenster, falls ihr wirklich mit LXDE direkt auf dem Raspi arbeiten solltet) und schaut euch die Ausgaben an. Sobald ihr via md5sum die Last in die Höhe treibt, steigt umgehend die Taktrate der CPU an. Die Auswirkungen des Overclock-Modus kann man ganz gut in den Benchmarks nachlesen. In den verschiedenen Kategorien schneidet der Power-Raspi nun deutlich besser ab, es lohnt sich also das Feature zu aktivieren.

Nach dem Freischalten des Turbo-Modus dreht die CPU auf bis zu 1000 MHz auf.
Mittwald: Webhosting. Einfach intelligent.

27 KOMMENTARE

  1. core_freq=500
    sdram_freq=500
    over_voltage=6
    arm_freq=1000

    core temp ist bei mir in Gehäuse und voller Taktung bei < 60°

    Hab heute Nacht noch rumgefummelt um den stabel Kernel wieder drauf zu bekommen. Das ganze hat mit dem rpi-update Kernel nicht so ganz funktioniert.

  2. Hallo zusammen!
    Bin ganz neu im Geschäft, was den Raspberry angeht 🙂
    Ist das Übertackten an das Image gebunden, was ich laufen lasse, oder bleibt die taktzahl erhalten, wenn ich ein anderes Image starte? bzw. die SD-Karte wechlse

    Lg

    Tobias

      • Nee, muss mich korigieren.
        Wenn force_turbo=1 dann volle Pulle, so versteh ich zumindest das hier:

        You can adjust the minimum values with the *_min config options or disable dynamic clocking with force_turbo=1.

        Wenn ich das richtig verstehe schreibt raspi-config die config.txt, oder?
        Könnte mal einer ne blanke config.txt nehmen, mit raspi-config den Turbo aktivieren und die config.txt dann hier posten?
        Ich müsste mit erst ein anderes Image installieren.
        Vielen Dank!

        • Hi,
          force_turbo=1 deaktiviert Dyn. und und setzt z.B. 1Ghz permanent.

          Die von mir angegeben Einträge für die config.txt sind einfach abzuleiten.
          Leeres config.txt file -> raspi-update -> overclock
          Dadurch kann man wunderbar auslesen was eingestellt wird.
          Es werden aber bei jeder Auswahl im Overclock menü nur
          core_freq, sdram_freq, over_voltage und arm_freq abgeändert..

          Was ihr nur alle habt ist doch alles ganz einfach 😉

          Wer Probleme mit höheren Taktraten hat sollte mal ein anderes Netzteil probieren. Stichwort: stabile Spannung

  3. Jawoll, „Turbo“ läuft bei mir. Habe es mit dem Tool „stress“ getestet. „stress -t 3600 -c 100“ –> 1h eine Loadavg von über 30(!) und mein Raspi ist weder explodiert oder hat bisher sonstwie Schaden genommen.

  4. Muss ich nachher auch mal ausprobieren und es meinen Kollegen zeigen 😉
    Hatten schonmal als Gesprächsthema ob man das Raspberry Pi übertakten kann, aber das man es nun auch offiziell darf. Ein Traum 😀

  5. Hi Christoph,

    danke für die vielen Pi-Infos. Ich habe ihn seit einigen Tagen. vesalia.de liefert innerhalb weniger Tage, ist aber auch ein paar Euro teurer. Warten ist aber nicht jedermanns Sache 😉

    Übertakten werde ich heute abend mal ausprobieren, ansonsten gibt es noch viel zu spielen.

  6. Hallo,

    vielen Dank für dieses kleine aber super Tut. Es ist einfach perfekt den Raspi so einsetzen zu können.

    Danke!!!!!!!!

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