Seit Anfang des Jahres streamt die ARD ihr aktuelles TV-Bild komplett ins Netz. Die Gründe für diese Neuerung liegen in meinen Augen in der neuen GEZ-Steuer, schließlich können sich jetzt Computer-Besitzer ohne Fernseher nicht mehr “rausreden”, dass sie die ARD gar nicht empfangen könnten. Unter live.daserste.de bzw. m.daserste.de/#live seht ihr genau das, was auch gerade in der Glotze ausgestrahlt wird (es sei denn die ARD darf das aktuelle Material nicht im Netz zeigen).
Allerdings zeigt sich der Stream in meinen Augen unter Linux ein wenig arg bockig. Er braucht wohl eine aktuellere Flash-Version als 11.2 r202, die auf Ubuntu-Systemen mittlerweile nur noch über den Chrome-Browser zu bekommen ist. Unter Firefox sieht man daher nur eine schwarze Box, obwohl Flash an sich funktioniert, zumindest ist das auf meinen beiden Desktop-Systemen so.
Chrome-Usern kann es jedoch genauso ergehen, wenn der Browser so konfiguriert ist, dass er das über die Paketverwaltung installierte Flash-Plugin benutzt. Schaut daher mal nach chrome://plugins und sucht euch den Eintrag zum Adobe Flash Player heraus.
Deaktiviert das Plugin libflashplayer.so aus /usr/lib/flashplugin-installer/ und aktiviert stattdessen libpepflashplayer.so aus dem Installationsverzeichnis von Chrome /opt/google/chrome/PepperFlash/. Bei mir machte der Stream danach auch unter Linux keine Zicken mehr.
Wer auf einen Browser verzichten möchte und die ARD lieber in einem Video-Player wie VLC ansehen möchte, der sollte einen Blick in die Datei livestream.xml werfen. Dort listet das System der ARD alle zur Verfügung stehenden Streams auf, die ihr dann zum Füttern des VLC-Players nutzen könnt.
# Auflösung Small: 480x272 $ vlc rtsp://daserste.edges.wowza.gl-systemhaus.de/live/mp4:daserste_int_320 # Auflösung Medium: 512x288 $ vlc rtsp://daserste.edges.wowza.gl-systemhaus.de/live/mp4:daserste_int_576 # Auflösung Big: 960x544 $ vlc rtsp://daserste.edges.wowza.gl-systemhaus.de/live/mp4:daserste_int_1600
Oder als Link… Small, Medium und Big.
Die VLC-Lösung spart erstens Ressourcen und zweitens könnt ihr das TV-Bild frei und beliebig groß auf eurem Desktop platzieren. Ihr seid übrigens nicht an VLC gebunden, die URLs lassen sich auch in anderen Playern wie dem flexiblen mplayer oder auch dem guten alten Totem laden.



3. Januar 2013 um 22:15 Uhr
Und wer Chromium nutzt, schaut genau so in die Röhre, weil da auch das Flash-Plugin aus Chrome fehlt
8. Januar 2013 um 07:33 Uhr
ja geil deswegen hat hat drecks adobe wohl mit drecks google nen deal abgeschlossen flash einzustellen für linux das alle sich freiwillig scheiß chrome drauf machen und google schön alles senden was sie im inet machen.
läuft das flash plugin nur im moment nicht in chromium oder wird es das nie geben?
17. Januar 2013 um 22:24 Uhr
Kann man das zufällig irgendwie nachinstallieren? Denn bei mir funktioniert der Stream auch komplett nicht (unter Chromium)..
29. Januar 2013 um 21:06 Uhr
Ja, das kann man nachinstallieren.
1. Lade dir das deb-Paket vom Chrome und entpacke es.
2. Gehe im Terminal in den entpackten Ordner.
3. $ sudo cp -r ./opt/google/chrome/PepperFlash/ /usr/lib/
4. $ chromium-browser –ppapi-flash-path=/usr/lib/PepperFlash/libpepflashplayer.so –ppapi-flash-version=11.5.31.137
(Achtung! Die Argumente werden jeweils mit zwei Minus ‘-’ eingeleitet. Leider krieg ich die Blogsoftware nicht dazu, da keinen Gedankenstrich draus zu machen.)
(Die Versionsnummer ersetzt du durch die Version, die in /usr/lib/PepperFlash/manifest.json steht)
5. Im so gestartetten Chromium chrome://plugins öffnen. Dort sind jetzt zwei Flash-Plugins … das mit /usr/lib/flashplugin-installer/libflashplayer.so deaktivieren
5. Optional in ~.local/share/applications ein .desktop-File anlegen (oder wie auch immer Du Dir üblicher Weise das Programmstarten vereinfachst), dass Chromium immer mit den obigen Argumenten startet (ansonsten steht das Plugin beim nächsten mal nicht zur Verfügung).
Man könnte jetzt natürlich auf die Idee kommen, das alte libflash.so einfach mit Chromes PepperFlash zu ersetzen. Davon ist aber abzuraten, wenn man noch andere Software in Betrieb hat, die das Plugin nutzt. Mit PepperFlash kommt wohl nur Chrom(e/ium) klar.
3. Januar 2013 um 22:22 Uhr
Ach ja, und der UDP-Port 15947 sollte in der Firewall freigegeben sein, damit es funktioniert.
3. Januar 2013 um 23:01 Uhr
Klasse Idee, wo die Angelegenheit im Browser doch sehr auf die CPU geht. Habt Ihr allerdings einen Tipp für mich warum der Stream in VLC und Quicktime ruckelt und Bauklötze produziert? Danke Euch.
3. Januar 2013 um 23:13 Uhr
schöne neue Fernsehwelt !
Link
3. Januar 2013 um 23:41 Uhr
Die Klötzchenbildung hab ich im VLC auch.
Hat jemand eine Idee wie das verhindert werden kann?
3. Januar 2013 um 23:48 Uhr
Wäre es nicht besser, die ARD auf diesen Umstand hinzuweisen, sodass die das beheben? Wenn sich niemand beschwert, dann erfahren sie nicht, dass da etwas nicht passt.
Ich habe sie eben jedenfalls angeschrieben und hoffe auf eine Besserung. Je mehr mitmachen, desto besser.
4. Januar 2013 um 00:37 Uhr
hm wäre ne Idee wert…
um die Zeit lief laut texxas.de/tv/
in der ARD
”23:00 – Zeiten des Aufruhrs
Gesellschaftsporträt, GB/USA 2008″
vielleicht lag es daran ?
Pingback: pbis Blog » Blog Archive » Das Erste im Live Stream – aber nicht auf Linux?
Pingback: Live-Stream der ARD geht nicht immer unter Linux - deesaster.org
4. Januar 2013 um 00:29 Uhr
Bei mir läuft der Stream auch im Firefox hervorragend. Die schwarze Box sehe ich nur für die ersten paar Sekunden, dann läuft’s.
4. Januar 2013 um 10:01 Uhr
Bei mir läuft der Stream unter Chrome einwandfrei ohne irgendwelche Ruckler oder ähnlichem. (64bit Debian Testing)
4. Januar 2013 um 11:17 Uhr
Seltsamerweise läuft der Stream bei mir gerade problemlos im Browser (Chrome / Ubuntu), aber per vlc bekomme ich die Meldung, daß “es gleich weiter geht):
Screenshot: http://up.picr.de/13011862ju.jpg
13. Januar 2013 um 15:09 Uhr
Kann ich nur bestätigen, ist bei mit genauso.
Pingback: Das Erste streamt nun endlich | zehndaumen
4. Januar 2013 um 12:19 Uhr
Also unter Mac funktioniert das alles ganz wunderbar. Bis auf die uns alle betreffenden Lizenzrechtlichen Unterbrechungen. Wie ich hier beschrieben habe.
Pingback: Live-Stream der ARD ohne Browser im VLC-Player anschauen
Pingback: Livestream der ARD und Ubuntu 12.04 | exdc
4. Januar 2013 um 19:55 Uhr
ARD online… krasse Sache! Ich persönlich brauche das nicht! Ist mir zu langweilig, wenn ich YouTube haben kann!
Pingback: ARD Live Stream über VLC Player, Winamp oder Quicktime anschauen - ITrig
8. Januar 2013 um 11:08 Uhr
Finde ich auch gut. Die rechtlichen Probleme sind dabei allerdings ein Hindernis aber im allgemeinen ein Schritt in die richtige Richtung
10. Januar 2013 um 16:57 Uhr
Ja sehr schön. Alles was flash heißt lässt mir in linux die CPU zu sehr rappeln. Das geht mit VLC echt netter. Danke für den input!
17. Januar 2013 um 23:42 Uhr
Danke für den Tipp. Hatte genau das gleiche Problem und werde es morgen direkt mal mit dem VLC probieren.
Der “Rundfunkbeitrag” bleibt mir zum Glück erspart, da ich im Ausland wohne, aber außer der Tagesschau gucke ich ohnehin kein deutsches Fernsehen.
30. Januar 2013 um 12:12 Uhr
Übrigens funktionieren die RTSP links auch gut unter Android mit MX Player. Auf meinem tegra3 tablet musste ich allerdings von HW auf SW decoder umschalten, sonst hatte ich nur Ton.
12. Februar 2013 um 21:18 Uhr
Darf ich fragen, wie du an die Streams gekommen bist? Ich konnte bei der ARD keinen Verweis zu der livestream.xml finden.
Danke und Gruß
14. Februar 2013 um 14:13 Uhr
mit mplayer funktioniert das bei mir mit fedora 18 nicht.
nicht mit rtsp:// und nicht mit mms:// oder http:// , die option -playlist bringt auch nichts.
mit totem hingegen klappt es.
14. März 2013 um 11:37 Uhr
Danke für die Info. Sehr hilfreich! Jetzt kann ich endlich den ARD stream schauen, ohne den Umweg über Zatto etc gehen zu müssen.