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Desktopumgebung Mate 1.8 komplett für Debian Wheezy verfügbar

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Die Entscheidung die Gnome-Desktopumgebung komplett umzukrempeln fand in der Gnome-Community nicht nur begeisterte Anhänger. Viele Anwender wünschten sich schnell die klassische Ansicht des Desktops mit Panels am oberen und unteren Bildschirmrand, frei platzierbaren Panel-Applets und einer festen Anzahl an virtuellen Desktops zurück. Die schlankeren Desktops Xfce oder auch LXDE fanden so schnell neue Fans. Der von der Gnome-2-Desktopumgebung abgespaltete Mate-Desktop bringt Gnome 2 komplett zurück: Mate 1.8 gibt es inzwischen auch komplett für Debian.

Auf der Debian-Mailingsliste verkündet das Mate-Packaging-Team, dass mit Mate 1.8 seit ein paar Tagen erstmals Mate komplett auf Debian portiert wurde. Die Mate-Pakete wurden offiziell in Debian Unstable aufgenommen und auch schon zu Debian Testing migriert. In den Backports der aktuellen Debian-Version Wheezy sind sie schon ein wenig länger zu finden. Wer also mit Sid oder Jessie unterwegs ist, der kann sich den Mate-Desktop jetzt bequem auf den Rechner holen.

$ apt-get install mate-desktop-environment mate-desktop-environment-extras

Wer lieber mit der offiziellen Debian-Version arbeitet, der muss vorher die Wheezy-Backports aktivieren und anschließend die Paketquellen neu einlesen, anschließend lässt sich Mate dann auch unter Wheezy über die Paketverwaltung installieren. Zu Mate wechselt ihr dann im Login-Screen, in dem ihr auch euer Passwort beim Start des Rechners eingebt.

$ echo "#Backports" >> /etc/apt/sources.list && echo "deb http://ftp.de.debian.org/debian/ wheezy-backports main" >> /etc/apt/sources.list
$ apt-get update
$ apt-get install mate-desktop-environment mate-desktop-environment-extras

Unter Debian Wheezy musste ich jedoch leider feststellen, dass GTK3-Anwendungen wie das Gnome-Terminal oder auch der Gedit-Editor nicht sauber dargestellt werden können. Die Schrift in den Menüs erscheint weiß, so dass man sie mit vielen Themes kaum lesen kann — hier hilft auch kein Wechsel auf ein anderes Theme. Das Problem liegt in der recht alten libgtk-3-0 in der Version 3.4.x, diese müsste auf 3.8 aktualisiert werden, was aber noch tiefer reichende Backports erforderlich machen würde.

Auch sonst kann ich noch die Mankos in Mate finden, die mich auch schon immer beim Code-Spender Gnome 2 gefuxt haben. So wandern auch noch bei Mate 1.8 die Panel-Applets gerne wild in der Gegend herum. Dies geschieht regelmäßig bei einer Änderung der Bildschirmauflösung — oder beim Ändern der Fenstergröße einer virtuellen Maschine — oder auch ganz gerne spontan.

Autor: Christoph

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3 Kommentare

  1. Ich sehe nicht ganz den Vorteil gegenüber dem Classic Mode von Gnome3. Abgesehen davon basieren viele Programme ja auch inzwischen auf GTK3, sodass man wieder mehr Ballast mit sich rum schleppt…
    Vgl. Meldung von heute zu RHEL7:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/XFS-und-Container-Red-Hat-Enterprise-Linux-7-vorgestellt-2219004.html

    Sieht aus wie Gnome2 und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bedienung so groß anders ist…

    Generell finde ich das Desktop-Konzept von Gnome3 aber sowas von genial!!! Nur schade, dass diese “Feature-Nazis” es inzwischen – zumindest für mich – unbenutzbar gemacht haben und ich doch wieder bei KDE gelandet bin…

  2. Bei mir läuft Wheezy aktuell mit Mate 1.6! Alles läuft perfekt. Was mir sehr gut gefällt ist, dass im Dateimanager Caja auch das anspielen von Musik mit dem schwebenden Mauszeiger über der Musikdatei – wie bei Gnome 2 – funktioniert.

    Stellt sich die Frage, ob ich jetzt schon auf 1.8 aktualisieren soll! Eine Instalation aus den Backports ist meiner Meinung nach immer mit Risiken verbunden, wenn man ein stabiles System möchte.

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