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Von Altap Salamander, über Midnight Commander oder Total Commander, bis hin zu Xmander zählt die Wikipedia über 20 verschiedene Clone des guten alten Norton Commanders auf. Diverse dieser Norton-Abkömmlinge, wie etwa der Gnome oder der Midnight Commander, gibt es exklusiv (oder auch) unter Linux. Ein weiterer Kandidat aus der Reihe der Commander-Clone für Linux wäre der Double Commander, der erst vor ein paar Tagen mit der Version 0.7 eine neue Beta-Version veröffentlicht hat. Der Dual-Panel-Dateimanager steht für Linux, MacOS X und Windows zur Verfügung und lässt sich in der aktuellen Version über vorbereitete Pakete oder eine Paketquelle installieren.

Unter Arch findet ihr die aktuelle Beta direkt in den Paketquellen, alternativ kann man sich die jeweils aktuelle SVN-Version aus dem AUR bauen. Zudem unterscheidet die Paketverwaltung zwischen einer GTK-Variante des Dateimanager für User mit Gnome oder Xfce auf dem Desktop oder alternativ eine Qt-Variante, die besser zu KDE und anderen auf Qt aufbauenden Desktopumgebungen passt. Wer eine andere Distribution nutzt, der findet im openSUSE Build Service Informationen zur Integration der entsprechenden Paketquellen beziehungsweise aber auch direkt Pakete im DEB- und RPM-Format zum herunterladen (Link zur GTK und zur QT-Version).

$ pacaur -Ss double commander
community/doublecmd-gtk2 0.7.0-1
    twin-panel (commander-style) file manager (GTK)
community/doublecmd-qt 0.7.0-1
    twin-panel (commander-style) file manager (QT)
[...]
aur/doublecmd-gtk2-svn r6565-1 (37, 0,00)
    Twin-panel (commander-style) file manager (GTK)
aur/doublecmd-qt-svn r6565-1 (37, 0,00)
    Twin-panel (commander-style) file manager (QT)

Der Double Commander orientiert sich nun nicht nur optisch am Total Commander, sondern unterstützt zudem die Plugins des Total Commander in den Formaten WCX, WDX und WLX. Die beiden Panels lassen sich mit Tabs erweitern, Dateien mit einer Stapelverarbeitungen umbenennen, es gibt eine Quick-View-Funktion, mit der man in einem Panel in die gerade markierte Datei hineinschnuppern kann sowie einen integrierten Editor und einiges mehr. Diesen halte ich allerdings eher für grenzwertig benutzbar, selbst wenn der Editor ein Syntax-Highlighting beherrscht — beispielsweise lässt sich nicht einmal ein Zeilenumbruch aktivieren. Unter Konfigurieren | Options… lässt sich allerdings auch ein externer Editor konfigurieren, an gleicher Stelle sollte man auch eine andere Terminal-Anwendung als Xterm eintragen.

Neu in der Version 0.7 des Double Commando sind eine Baumansicht als drittes Panel (unter Zeigen | Baumansicht-Panel zu aktivieren), die Möglichkeit Dateien direkt in Archiven oder via FTP-Verbindungen zu verarbeiten und die eingebaute Unterstützung des GVFS, so lassen sich dann direkt aus dem Dateinmanager heraus Freigaben auf Samba-Servern oder Windows-Rechnern öffnen. Alles in Allem macht der Double Commando eine ordentliche Figur. Besonders User mit einem für den Total Commander antrainierten Muskelgedächtnis, werden sich freuen, wenn sie eine weitere Option für einen Norton- beziehungsweise Total-Commander-Clon haben. Ich für meinen Teil greife meistens zum Sunflower File Manager, wenn ich einen Two-Panel-Dateimanager brauche (via WebUpd8).

Wie der Name schon andeutet, orientiert sich der Double Commander sehr am Norton Commander.
Wie der Name schon andeutet, orientiert sich der Double Commander sehr am Norton Commander.
Der Dateimanager beinhaltet zahlreiche Tools wie etwa eine Stapelbearbeitung zum Umbenennen von Dateien.
Der Dateimanager beinhaltet zahlreiche Tools wie etwa eine Stapelbearbeitung zum Umbenennen von Dateien.
Der Double Commander bringt auch einen, wenn auch sehr beschnittenen Dateieditor, mit.
Der Double Commander bringt auch einen, wenn auch sehr beschnittenen Dateieditor, mit.
Die mit der Version 0.7 neue Baumansicht mit dem Double-Commander-Terminal.
Die mit der Version 0.7 neue Baumansicht mit dem vom Double Commander aufgerufenen Xterm.
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