Webbasiertes Instant Messaging mit Meebo

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Im Internetcafé oder hinter einer strengen Firewall lässt sich kein Messenger installieren. Meebo bringt ICQ, MSN, AOL und Jabber in den Browser.

Instant Messaging ist ein wichtiges Kommunikationsmedium in der Online-Welt geworden. Es gibt viele Anbieter, viele Protokolle und noch mehr Client-Programme. Die Dienstanbieter offerieren meist selber Client-Programme für ihren Dienst. ICQ, AOL, MSN, alle haben ihren eigenen Client, der jedoch nur zum eigenen Netzwerk verbinden kann. Beliebt sind daher „Multi-Messenger“ wie Pidgin (vormals GAIM), Miranda oder Trillian. Diese Programme können gleichzeitig zu einer Vielzahl von Diensten Verbindung aufnehmen, sind meist schlanker programmiert und weniger anfällig für Sicherheitslücken und bieten eben den Komfort, ein Programm für eine Vielzahl von IM-Accounts zu verwenden.

Doch was macht man, wenn man in einem Internetcafé sitzt und keine Software installieren kann? Oder wie kann man seinen IM-Account nutzen, wenn man bei der Arbeit ist und aufgrund einer restriktiven Firewall nur WWW benutzen kann, weil andere Internetprotokolle gesperrt sind? ICQ bietet hier z. B. mit ICQ2Go einen Client, der im Browser abläuft. D. h., um ICQ2Go nutzen zu können, braucht man nur einen Webbrowser und Zugang zum WWW. Solange ICQ als URL also nicht gesperrt ist, kann man ICQ auch aus z. B. einem Firmennetzwerk benutzen, wenn der Arbeitgeber dies gestattet.

Diese Lösung limitiert den Benutzer jedoch auf das ICQ-Netzwerk. Möchte man AOL, MSN oder gar Jabber benutzen, so braucht man eine andere Lösung. Selbst wenn die Dienstanbieter einen Service ähnlich ICQ2Go anbieten. Man muss im Browser zig Fenster offen halten, um am Service angemeldet zu bleiben.

Hier schließt Meebo eine klaffende Lücke. Meebo ist ein Multi-Messenger für den Browser. Basierend auf den Bibliotheken von GAIM/Pidgin haben die Entwickler einen browserbasierten Multimessenger – ganz im Stile des sagenumwobenen Web 2.0 – entwickelt, mit dem man die Netze von ICQ, MSN, AOL sowie Jabber nutzen kann, ohne ein Client-Programm lokal installieren zu müssen. Auf der Startseite von Meebo empfangen den Anwender gleich mehrere Masken zum Einloggen in verschiedene IM-Dienste. Aktuell sind dies AIM, ICQ, Yahoo, MSN und Jabber. Hier kann man seine Zugangsdaten zum jeweiligen Anbieter eintragen und ist nach der Eingabe der Daten sofort am jeweiligen Netzwerk angemeldet.

Das Anlegen eines Accounts bei Meebo selber ist nicht zwingend nötig. Wer Meebo nur selten nutzt, oder nur ein Protokoll braucht, kann gut auf einen Account bei Meebo verzichten. Wer jedoch regelmäßig Meebo benutzen möchte und verschiedene IM-Netzwerke nutzt, seine Einstellungen speichern möchte usw. kann sich einen Account bei Meebo erzeugen. So erspart man sich die wiederholte Eingabe der Zugangsdaten. Nach dem Einloggen empfängt den Benutzer ein von „normalen“ IM-Client-Anwendungen bekanntes Bild. Ein Fenster mit den Kontakten erscheint. Da die Kontakte bei allen IM-Protokollen auf den Servern gespeichert sind, sollten sofort alle Kontakte sichtbar sein, die auch bei der Nutzung einer herkömmlichen IM-Anwendung sichtbar sind.

Unterhält man sich mit einem Kontakt, so findet die Unterhaltung in einem Chatfenster statt. Alle wichtigen Funktionen wie eine Chathistorie, Smilies, Audio- oder visueller Feedback bei neuen Nachrichten stehen zur Verfügung. Die Übertragung von Dateien ist jedoch leider nicht möglich. Alle Fenster lassen sich auch aus dem Browser als Popup auskoppeln, so erscheint Meebo wie eine herkömmliche Anwendung. Als kritischer Anwender stellt sich jedoch die Frage nach der Datensicherheit. Die Zugangsdaten zu einem Onlinedienst müssen bei einem weiteren Dienst hinterlegt werden. Damit Meebo sich bei ICQ und Co. einloggen kann, muss Meebo Login und Passwort kennen. Ein direktes „Durchreichen“ des Logins an den IM-Dienst ist leider technisch nicht möglich.

Allerdings erfolgt das Einloggen über per SSL verschlüsselte Verbindungen. D. h. Dritte (wie der Betreiber des Internetcafés oder der Arbeitgeber) können die Logindaten nicht ermitteln. Bei Bedarf bietet meebo auch eine komplett verschlüsselte Übertragung an. Meebo garantiert jedoch nicht, dass dieser Service langfristig beibehalten wird, da die Übertragung via SSL die Server stärker belastet. Alles in allem ist Meebo ein sehr gutes Produkt in der Web-2.0-Landschaft. Es erfüllt einen praktischen Zweck, der sich schwer über herkömmliche Anwendungen erreichen lässt, es geht sparsam und unaufdringlich mit Werbung um und ist einfach praktisch.

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