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Magine

Mit Magine startet eine Zattoo-Alternative in die Beta-Phase

| 2 Kommentare

Die meisten hier werden mit Sicherheit den Online-TV-Anbieter Zattoo kennen. Lange Zeit war Zattoo praktisch ohne Konkurrenz in Deutschland. Das traurige Kapitel VirtualSat mit seinem unrühmlichen Ende lasse ich hier mal außen vor. Nun aber soll ein neuer Dienst an den Start gehen: Magine nennt sich der Spaß, aktuell steckt er noch in einer Beta-Phase, so dass man etwas Geduld braucht, bis eine Anmeldung auch in einen Account umgewandelt wird. Magine funktioniert auf dem PC wie Zattoo als Browser-Applikation, zusätzlich soll der Dienst auch auf Samsung Smart TVs und Handys mit iOS und Android arbeiten. Magine bietet aber nicht nur das aktuell laufende Programm, sämtliche Sendungen der letzten sieben Tage lassen sich später einmal abrufen.

Bevor man einen TV-Stream in Magine aufrufen kann, muss man das Widevine Media Optimizer Browser-Plugin installieren. Das Ding ist praktisch Silverlight von Google und arbeitet — wie auch Silverlight — nicht unter Linux. Bei FFmpeg wurde bereits über die Implementation des Plugins gesprochen und auch bei XBMC wird über Widevine diskutiert, aber eine Umsetzung des Ganzen steht noch in den Sternen, vor allen Dingen da es an dieser Stelle — leider Spaghettimonster — auch rechtliche Bedenken gibt.

Das für Magine benötigte DRM-Plugin Widevine Media Optimizer gibt es nicht für Linux.

Unter Windows macht Magine gar keine so schlechte Figur.

Als Linux-User muss man also auf die PC-Komponente verzichten, allerdings wird es neben der Browser-Version auch Apps für iOS und Android geben. Die Magine-App für Geräte mit dem angebissenen Apfel gibt es bereits im App Store, Android-User müssen der Magine-Community bei Google+ beitreten, dann können sie die Magine-Test-App für Android aus dem Play Store installieren. Zudem soll Magine auch als App aus Smart TVs von Samsung arbeiten können.

Ich habe die Magine-App auf meinem Samsung Galaxy Nexus mit CyanogenMod 10.1.2 und einem Google Nexus 7 mit Android 4.3 probiert. Auf dem Nexus verabschiedet sich das Video leider umgehend ins Nirvana. Entweder ist die Beta-App an dieser Stelle noch etwas arg buggy, oder man hat hier eventuell das selbe Problem wie bei Watchever auf gerooteten Androiden wo der Video-Stream blockiert wird, konkret getestet habe ich das aber noch nicht.

In der Android-App sucht ihr euch über den EPG eure Sendung raus.

Die Screenshots zeigen die Features von Magine ja recht gut. Ihr könnt durch einen EPG Browser oder alternativ die Programmlisten der einzelnen Sender durchblätter, die rote Linie symbolisiert die aktuelle Zeit. Tippt ihr auf eines der Programme, springt eine Seitenleiste von rechts mit zusätzlichen Informationen zur Sendung und einer Mini-Ansicht des aktuellen Live-Bilds auf. Von dort könnt ihr das Video dann auch ins Vollbild vergrößern.

Alternativ gibt es eine Senderübersicht mit dem Programm des Tages.

Tippt ihr eine Sendung an, sehr ihr in der Seitenleiste das Live-Bild im Kleinformat.

Im Vollbild lässt sich das Video dann theoretisch auch anhalten — noch zickt hier die Beta.

Theoretisch bietet Magine auch die Option das aktuelle Bild anzuhalten und später fortzusetzen — wie auf einem großen Smart-TV eben auch, doch noch ist das Feature wohl nicht aktiv. Bei einem Klick auf Pause meint die App, dass die Funktion nicht erlaubt sei. Genauso verhält es sich auch noch beim Programm der letzten sieben Tage, laut Beschreibung müsste man es aus der App heraus abrufen können, doch noch meldet Magine “No longer available”. Magine ist wie gesagt noch in der Beta-Phase, für diese Features muss man sich wohl noch etwas gedulden.

Noch lassen sich bereits ausgestrahlte Sendungen nicht abrufen.

Bei den Sendern gibt sich Magine aktuell noch nicht so gesprächig. Derzeit könnt ihr das Programm von ZDF, RTL, RTL II, VOX, Arte, N-TV, RTL Nitro, Eurosport, Eurosport , DMAX, Viva, Nick und Comedy Central aufrufen. Welche Sender am Ende an den Start gehen werden, lässt sich leider nicht in der FAQ finden. Auch der Preis für den Dienst scheint noch nicht fest zu stehen, Zattoo ist in der “einfachen” Version mit geringer Bildqualität ja kostenlos, Magine wird wohl mit einem Abo-Modell an den Start gehen.

Eine interessante Option scheint es noch zu geben, die ich aktuell noch nicht ausprobieren konnte. Lauf Magine-Intro “kann man die Programme über AirPlay an einen Apple TV streamen”. Da XBMC ja eine über einen AirPlay-Receiver verfügt, müsste man das Bild auch an eine XBMC-Installation auf einem Raspberry Pi schicken können. Magine wäre daher eine interessante Ergänzung für das günstige Mini-Media-Center.

Autor: Christoph Langner

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

2 Kommentare

  1. Toller Tipp :-)
    Die Senderauswahl ist ja schon ziemlich cool! im vergleich zu Zattoo. Könnte man die Streaming seiten ja den Rücken kehren!

    Habe mich auch mal “angemeldet” hoffe dauert jetzt nicht so lange :D

    Sehr schöner & ausführlicher Bericht. Danke! :)

  2. Hab Magine seit Deinem Bericht auf dem Tablet (na ja, eher nach 6-8 Wochen) und auf dem XP Rechner (der jetzt tot ist).
    Ich schaue gerade vorbei, ob sich noch was Neues bei Linux und/Android getan hat, da die App auf gerooteten Devices nicht läuft. Angeblich wegen DRM Problemen (Zattoo läuft aber einwandfrei, wenn auch schlechtere Quali).

    Mein Tipp und meine Frage an den “Ausprobierer”:
    mal über Pipelite nachgedacht? Die Plugin-Portation per wine auf Linux, um silverlite site (& Games & more) laufen zu lassen. Vielleicht auch Magine?!?

    Link zu Launchpad

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